Gehört und gesehen: The Divine Comedy, Mojo Club Hamburg

“And now we’re going to have a super party fun time!” Da muss Neil Hannon selbst lachen. Muss er an diesem Samstagabend im Mojo Club überhaupt ziemlich oft. Was er zum einen auf die Kombination aus Erkältungsarznei und Bier schiebt – da hätte man ihn doch von abhalten müssen, kokettiert er in Richtung seiner Band. Zum anderen aber auch deshalb, weil er einfach Spaß hat – mit sich, seinen Songs und dem euphorischen Publikum.

Denn schon vor der „offiziellen“ Ankündigung der „super party fun time“, irgendwann in der zweiten Hälfte des Konzerts, haben alle Beteiligten jede Menge Spaß. Auch bei den eher ernsten Songs. Wobei ernst ja auch ein bisschen relativ ist, wenn Neil Hannon in voller Napoleon-Verkleidung auf die Bühne kommt – und dann natürlich auch „Napoleon Complex“ singt. Da fällt es dann auch wirklich schwer, der eigentlich guten Bitte nachzukommen, doch heute mal auf Fotos zu verzichten. Hat nicht ganz geklappt, aber es wurden schon vergleichsweise wenige Kameras und Smartphones hochgehalten. Wie überhaupt das Publikum sehr gesittet und aufmerksam war, da habe ich in letzter Zeit schon deutlich schlimmeres erlebt.

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Nach wenigen Liedern befreit sich Hannon zumindest vom riesigen (und bestimmt auch mollig warmen) Hut – „one more song before the hat goes off“ –, ungefähr zur Hälfte verschwindet er dann für einen Kostümwechsel. Gegenüber der Uniform ist der elegante schwarze Anzug mit Sicherheit tausendfach bequemer. Und passt natürlich hervorragend zu „The Complete Banker“, dem ersten Song im neuen Outfit. Jetzt aber genug vom Äußerlichen – der Abend war schließlich auch musikalisch ein Hochgenuss. Hannon ist nicht nur ein toller Sänger mit großartiger Bühnenpräsenz, sondern hat auch eine hochklassige Band um sich versammelt. Zur Belohnung serviert er den Musikern zwischenzeitlich, ganz Gentleman, ein Gläschen Wein. Das gibt’s auch für Lisa O’Neill, die Support-Künstlerin, die für ein Duett noch einmal auf die Bühne kommt.* Es gibt einen Ausflug ins Publikum, kollektive Publikumsunterstützung bei (nicht nur, aber hauptsächlich) „National Express“ und immer wieder Begeisterungsrufe und -jauchzer, wenn ein weiterer „Hit“ angespielt wird. Davon haben The Divine Comedy viele, wenn auch vielleicht nicht im klassischen Charts-Sinn. Schon eher „At the Indie Disco“.

Und auch wenn ich – im Gegensatz zu ihr, die während und nach dem Konzert euphorisch strahlt – kein ausgewiesener Divine Comedy Experte bin, verfolge ich die Musik schon eine ganze Weile. Wirklich bewusst seit dem 2004er Album „Absent Friends“, dessen Titelsong leider nicht zur umfangreichen Playlist gehört. Man kann ja nicht alles haben. Und dennoch setzt die Band die Messlatte für die kommenden Konzerte ganz schön hoch an. Einfach weil dieses Konzert in seiner Gesamtheit so schön ist. Großes Konzertkino, einfach schön!

Ach ja: An, in und „auf“ der Elbphilharmonie waren wir übrigens an dem Tag auch. Also soweit man eben hineinkommt, ohne ein Konzert zu besuchen. Was nicht wahnsinnig weit ist, aber trotzdem lohnenswert. Und man hat natürlich einen tollen Blick auf Hamburg und vor allem den Hafen.

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*Sehr schade: Lisa O’Neill ist sehr sympathisch, witzig und singt schöne Songs – aber leider mag ich ihre Stimme so überhaupt nicht.

Neue Musik (bitte!)

Vielleicht bekomme ich momentan einfach nicht genug mit oder kümmere mich nicht genug darum – aber irgendwie ist das Musikjahr 2017 in Sachen neue Musik/neue Alben für mich eher schwach gestartet.

Klar, es gab Ende Januar das neue, sehr empfehlenswerte Album der Japandroids, und auch das neue Album von Elbow ist sehr schön geworden. Bei den Cardinal Sessions habe ich außerdem noch die EP von Sparkling erstanden – neben Shame eine von zwei wirklich ganz neuen Entdeckungen dieses Jahres.

Aber sonst: eher wenig. Klar, es kommt noch einiges in den nächsten Monaten – das neue Sleaford Mods Album ist schon lange vorbestellt, Crowdfunding-Alben von Pronto Mama und Tommy Finke schon unterstützt, und Ankündigungen von The New Pornographers, The Jesus and Mary Chain oder Spoon lassen auch hoffen. Aber: Das dauert ja alles noch bis mindestens März. Ich will jetzt was Neues! 😉

Vielleicht muss ich also doch noch ein bisschen tiefer recherchieren, reinhören, testen – da muss doch noch irgendwo was sein. Tipps werden natürlich auch gerne entgegen genommen. Neue Lieder braucht das Land!

24 Stunden in München

Kürzlich war ich für ein paar Tage beruflich in München, genauer gesagt auf einer Messe. Die ging bis Samstagnachmittag, und da bot es sich an, den Münchener Freunden einen Besuch abzustatten und den Aufenthalt bis zum Sonntagabend zu verlängern. Also quasi ein 24-Stunden-Mini-Urlaub in der bayerischen Hauptstadt. Und der wurde, dank der und mit den Freunden, optimal genutzt!

Am Samstagabend waren wir in der Österia, einem – das war jetzt wirklich nicht schwer zu erraten – österreichischen Restaurant, in dem man nicht nur sehr gut essen, sondern auch Weine, Spirituosen und andere Leckereien aus dem Süden kaufen kann. Und das in sehr, sehr schöner Atmosphäre. Ein Besuch lohnt sich!

Am Sonntag sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück bei schönstem Sonnenschein an den verschneiten Ufern der Isar spazieren gegangen. Nach gut zwei Stunden froren zwar langsam die Gesichtsmuskeln ein, aber es war so schön draußen, da konnte man das verschmerzen. Im wahrsten Sinne des Wortes. 😉

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Nach einem Kaffee zum Aufwärmen im Café Bald Neu (und einem weiteren bei meinen Gastgebern) ging es dann in Richtung Audi Dome – der FC Bayern Basketball spielte gegen die Telekom Baskets Bonn. Ich wollte ohnehin schon lange mal ein BBL-Spiel live sehen, somit rannte der Vorschlag bei mir offene Türen ein. Von unseren Plätzen in der 5. Reihe hatten wir einen super Blick auf das Spielfeld. Und auf die gesammelte Prominenz (Sammer, Hoeneß, Buschmann, Pesic) auf der VIP-Tribüne.  Aber natürlich hauptsächlich auf das Spielgeschehen, das viel Spaß gemacht  hat und viel Unterhaltungswert bot. Ist einfach ein toller Sport. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

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Danach ging es dann für mich auch schon wieder Richtung Flughafen, wo ich beim Einchecken meines Handgepäcks noch ein sehr nettes Gespräch mit den Mitarbeitern am Band hatte, inklusive Ausblick auf den Super Bowl. Und schon waren die 24 Stunden Freizeit in München vorbei. Schön war es!

Happy birthday, Erasmus!

Gestern wurde das Erasmus-Programm, mit dem (nicht nur) Studierende ein oder mehrere Semester im Ausland verbringen können, 30 Jahre alt. Vor mittlerweile gut 13 Jahren (und zack, fühle ich mich richtig alt) habe ich selbst die Erfahrung eines Erasmus-Semesters gemacht, und zwar an der University of Central England (die heute ganz anders heißt, wie der Link zeigt) in Birmingham, UK. Und auch wenn das hier wahrscheinlich nur wenige potenzielle Erasmus-Kandidaten lesen werden: Ich kann es nur jedem empfehlen, der/die die Möglichkeit hat. Und vielleicht kennt ja hier jemand jemanden…

Klar, das Klischee des Auslandssemesters besagt, dass man dort sowieso nur feiert, viel Freizeit hat und wenig für die Uni macht. Tja nun, so ganz von der Hand weisen kann ich das nicht. Angesichts von – wenn ich mich richtig erinnere – zehn Semesterwochenstunden blieb dazu auch tatsächlich viel Zeit. (Auch wenn ich für die Seminare natürlich auch einiges an Arbeit zu erledigen hatte.) Ja, wir haben viel gefeiert, viel unternommen und auch viel einfach nur in unserer WG-Küche gesessen und gequatscht. Aber letztlich ist das doch auch genau ein wesentlicher, wertvoller Teil der Erasmus-Idee: Menschen aus verschiedenen Ländern kommen zusammen, lernen sich kennen, lernen in und von einem anderen Land und lernen voneinander. Was vielleicht hochtrabend klingt, aber natürlich ganz besonders beim alltäglichen Zusammenleben stattfindet.

In meiner WG auf dem Campus waren neben mir noch fünf weitere BewohnerInnen – und alle kamen wir aus unterschiedlichen Ländern. So wohnte ich anfangs mit einem Italiener, einer Französin, einer Schwedin, einem Spanier und einem Norweger zusammen. Und es war toll! Ich habe viel über andere Länder, andere Kulturen und auch – klingt schon wieder hochtrabend und nach Ratgeberbüchern – über mich selbst gelernt. Viel mehr, als ich es dort an der Uni hätte lernen können, denn dort waren natürlich die britischen Studierenden klar in der Überzahl. Genau wie im Uni-Fußballteam – dort habe ich dann wiederum so einiges über die Briten gelernt. Und um endlich auch mal ein Klischee zu bestätigen: Ja, der Fußball dort war härter. Und um ein anderes gleich aus der Welt zu räumen: Nein, als einziger Deutscher des Teams musste ich mir nicht einen dummen Spruch anhören. Im Gegenteil.

Während ich also im Alltag viele nette, unterschiedliche Menschen kennengelernt, ganz neue Dinge und Orte erlebt und Erfahrungen gemacht habe, haben die Uniseminare und das Fußballteam „ganz nebenbei“ auch mein Englisch gehörig aufpoliert – noch eine Tatsache, von der ich bis heute profitiere. Auch das ist ja ein Zweck eines solchen Semesters. Und auch wenn sich der Kontakt zu meinen ehemaligen Mitbewohnern mittlerweile (leider!) auf die virtuelle Welt beschränkt (Zeit, das mal wieder zu ändern), ich würde jedem ohne mit der Wimper zu zucken ein Erasmus-Semester oder -Jahr empfehlen. Egal, in welchem Land. Es lohnt sich!

 

 

 

Alltag und Kultur Award 2016: Die Konzerte

Während in unserem TV via YouTube die Live-Übertragung der Elbphilharmonie läuft (wie geil ist das denn bitte?), kommt hier der letzte Rückblick auf das vergangene Jahr. Passenderweise führt er uns in die Clubs, Konzerthallen, Festivallocations und ja, auch in ein Konzerthaus. Zwar waren es insgesamt eher weniger besuchte Konzerte, aber dank drei Festivals gab es trotzdem jede Menge Bands zu sehen und zu hören. Die 15 besten und prägendsten Konzerte kommen hier:

  • Who Killed Bruce Lee, FZW Dortmund: Der (Überraschungs-)Sieger 2016. Überraschung deshalb, weil ich bis kurz vor dem Konzert nie von ihnen gehört hatte. Und dann wurden wir einfach umgehauen von so viel Kraft, Energie, toller Ausstrahlung und natürlich guter Musik. Fast auf den Tag genau ein Jahr später werden wir sie an gleicher Stelle wiedersehen – ein Konzert, das ich hiermit jedem ans Herz legen kann.
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Who Killed Bruce Lee

  • Yak, Spiegeltent Haldern Pop: Im Vorfeld fast genauso unbekannt wie WKBL, hinterher genauso begeistert. Nur anders, weil musikalisch anders. Das Highlight des Festivals für mich, und die Begeisterung hält immer noch an.
  • The Ukulele Orchestra of Great Britain, Konzerthaus Dortmund: Ganz klar der größte Konzertspaß 2016. Sieben Frauen und Männer, Ukulelen und Stimmen, Songs aus allen Richtungen. Und natürlich machen die nicht nur Spaß, sondern sind auch ausgezeichnete Musiker.
  • Matt Wilde, Zeche Carl Essen: Young Rebel Set sind nicht mehr, aber zum Glück bleibt ihre Stimme erhalten. Matt Wilde spielt seine Songs jetzt solo (bzw. mit zweiter Gitarre als Begleitung), und sie sind zum Glück weiterhin grandios. Ganz besonders in einem so intimen Rahmen wie im Foyer der Zeche Carl.
  • Die Höchste Eisenbahn, Zeche Carl Essen: Im etwas größeren Raum, aber dennoch wunderschön war das Konzert der Höchsten Eisenbahn.
  • Otherkin, FZW Dortmund (Way Back When): Noch eine mir bis dato ziemlich unbekannte Band, noch ein Festivalhighlight: Otherkin aus Irland. Dieses Jahr kommt das Debutalbum – ich bin gespannt!
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Auf der Bühne mit Otherkin!

  • Bernd Begemann, Sissikingkong Dortmund: Der Meister war in Hochform und spielte (Pause mit eingerechnet) jede Menge Hits in gut 3,5 Stunden – und warum auch nicht, es war ja ein Freitagabend.
  • Tocotronic, FZW Dortmund (Way Back When): Noch mehr gut aufgelegte (Alt-)Meister! Umso bedauernswerter, dass es eines der letzten Konzerte auf unbestimmte Zeit war, denn das war wirklich großer Sport!
  • Augustines, FZW Dortmund (Way Back When): Ebenfalls auf Abschiedstournee, ebenfalls voller Energie und guter Laune. Eine richtig tolle Show!
  • Jungle By Night, Lagerhalle Osnabrück (Popsalon): Jede Menge Musiker, viele Instrumente, kein Gesang. Macht: Euphorie und gute Laune
  • We Were Promised Jetpacks, FZW Dortmund (Way Back When): Die Jetpacks sind so großartig, und zwar jedes Mal aufs Neue. Die könnte ich mir monatlich angucken, ohne dass es mir so schnell langweilig wird!
  • Motorama, Lagerhalle Osnabrück (Popsalon): Wenn Joy Division sich vor wenigen Jahren gegründet hätten und aus Russland kämen, dann käme ungefähr Motorama raus. Und live war das ziemlich sehr cool!
  • Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, The Tube Düsseldorf: Immer ein Garant für einen gelungenen Konzertabend. So auch im Januar 2016, als sie unser Konzertjahr eröffneten.
  • Ben Caplan & The Casual Smokers, Hauptbühne Haldern Pop: Was. Für. Eine. Stimme. Dazu ne gute Begleitband und gute Songs, macht ein hervorragendes Konzert an einem Festivalnachmittag (!).
  • Jamie Lidell & The Royal Pharaos, Kantine Köln: Jamie Lidell ist einfach ein cooler Typ, der in diesem Fall eine hervorragende Soulband im Gepäck hatte. Selbst das eigenartige Publikum in der Kantine konnte diesen Sonntagabend nicht wirklich tr

Und die nächsten Konzerte stehen schon unmittelbar vor der Tür, denn in diesem Jahr beginnt die Festivalsaison für uns sehr früh: Am kommenden Samstag warten die Cardinal Sessions im Kölner Gebäude 9. Vorfreude!

Alltag und Kultur Awards 2016: Die Bücher

2016 war ein Lesejahr. Überhaupt, lesen: toll! Ich werde schon immer leicht nervös, wenn ich mich dem Ende des letzten noch nicht gelesenen Buchs auf meinem Tolino nähere – dann muss möglichst schnell Nachschub her. Aktuell bin ich zum Glück versorgt, und das Jahr startet, wie es für mich literarisch kaum besser könnte: mit dem neuen Buch von T.C. Boyle, einem meiner Lieblingsautoren (na gut, angefangen habe ich damit schon Ende 2016): The Terranauts. Ich bin ca. zu drei Vierteln durch und kann es schon empfehlen. Wie eigentlich alles von ihm.

Im vergangenen Jahr hat es lesetechnisch auch richtig gut angefangen. Gestartet bin ich mit Karlheinz von Billy Hutter, einem in vielerlei Hinsicht merkwürdigen Buch. Vor allem aber ist es gut! Genauso wie ich folgende Bücher, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe, guten Gewissens weiterempfehlen kann und möchte:

Ein Nachtrag zum doppelt auftauchenden Robert Seethaler: Den habe ich im vergangenen Jahr für mich entdeckt – irgendwo wurde Der Trafikant empfohlen und ich habe es gekauft. Und gelesen und geliebt. Beide seiner Bücher in meiner Liste sind sprachlich so toll – schnörkellos und fast schon knapp erzählt, und doch ausdrucksvoll und so präzise, dass man sich förmlich als Teil der Geschichte wähnt. Und beide haben mir so gut gefallen, dass es für die direkt danach kommenden Bücher richtig schwer war, mich zu begeistern. Ein drittes Buch von ihm liegt schon bereit, und das wird bestimmt nicht das letzte gewesen sein!

Natürlich waren auch ein paar weniger tolle Bücher dabei, aber es gab dann doch nur eins, das ich abgebrochen habe: A Brief History Of Seven Killings von Marlon James. Wurde in mehreren Buchhandlungen empfohlen, der Klappentext las sich auch gut. Aber ich komme bisher nicht damit zurecht. Hauptsächlich liegt das an dem jamaikanischen Slang, in dem das Buch geschrieben ist, den finde ich wahnsinnig anstrengend zu lesen. Aber ich nehme bestimmt noch einmal einen neuen Anlauf!

Rückblick auf und Premieren in 2016

Was ist, wenn es nicht an 2016 liegt, sondern daran, dass unsere Idole mittlerweile in einem Alter sind, in dem das Sterben immer wahrscheinlicher wird? Das ist die sinngemäße Zusammenfassung eines Tweets, den ich neulich gelesen habe und der natürlich den Nagel auf den Kopf trifft. Als Generation zwischen 25 und 45 sind unsere (Kindheits-)Idole nun einmal meistens ca. 20+ Jahre älter als wir – mal ausgenommen aktuelle Sport- und Showbusinessstars. Und das erhöht die Wahrscheinlichkeit – na Sie wissen schon… Einem Jahr dafür die Schuld zu geben ist fast noch absurder, als jemanden nach seiner Herkunft zu beurteilen und in eine Ecke zu stellen. Auch wenn es natürlich das Einfachste ist. Wie es ja überhaupt (nicht erst) in 2016 immer mehr in Mode zu kommen schien, alles immer möglichst einfach darzustellen und gegeneinander auszuspielen. In dieser Hinsicht, so ganz allgemein, war das vergangene Jahr ein eher besorgniserregendes.

Für mich ganz persönlich war 2016 dagegen kein schlechtes Jahr. Im Gegenteil. Ich habe unter anderem

  • tolle (neue) Orte gesehen und kennengelernt. Neu waren z.B. Riga (wunderschön), das Ahrtal (ebenso) oder die dänische Halbinsel Als, und dort insbesondere Nordborg-Købingsmark (dito!), und noch einige Orte mehr;
  • habe mit vielen lieben Menschen freudige Anlässe wie Hochzeiten oder Geburtstage gefeiert, schöne Sachen unternommen oder einfach nur nett zusammengesessen;
  • habe neue Dinge gemacht, ausprobiert und erlebt: zum Beispiel mit einem Alpaka spazieren gehen – das kann ich vorbehaltlos empfehlen, es war wunderbar herrlich; möglich ist das bei Daniels kleiner Farm in Castrop-Rauxel.
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Mein Alpaka-Freund Hurricane 😉

  • Ich war als Zuschauer bei einem Profi-Darts-Turnier der Professional Darts Corporation (PDC), was Spaß gemacht hat und interessant war.
  • Ich habe bei der Trilogy Challenge mitgemacht, eine weltweite Disc Golf Turnierserie, die in Lünen von den Ruhrpott Putters hervorragend organisiert wurde. Freue mich schon auf die nächste Ausgabe!
  • Ich war beim Weihnachtsflair auf Schloss Bodelschwingh und beim milttelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt im Fredenbaumpark, was beides sehr schön und atmosphärisch war.
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Tolle Atmosphäre: Der Lichter Weihnachtsmarkt

  • Ich hatte viele schöne Konzertmomente mit bekannten Helden und neuen Bands. Neu dabei waren z.B. die fantastischen Who Killed Bruce Lee, das grandiose Ukulele Orchestra of Great Britain, Otherkin, Yak, Motorama oder Jungle By Night.
  • Es gab tolle Bücher und Lesungen, Museumsbesuche, neue Alben und feine Ausflüge, einige gute Filme und schöne Ausstellungen. Es gab sogar eine Sneaker Convention, was auch in vielerlei Hinsicht interessant war. Und auch eine Premiere. Genauso wie das Eintauchen in die Welt der Streamingdienste (als wahrscheinlich einer der letzten Menschen…): Hallo Netflix, hallo DAZN!

Es gab also viel neues zu tun und entdecken. Und das ist gut so. Wie schrieb Frau Nessy so treffend: „Man sollte immer ausreichend Dinge zum ersten Mal tun.“ Sehe ich genauso, halte ich genauso. Die ersten Dinge dazu sind für 2017 schon gebucht und geplant, und oft kommt ja auch spontan noch das eine oder andere dazu. Und ich freue mich drauf.