Klebefieber, oder: Was macht eigentlich Hans van Breukelen?

Im Jahr 1988 erreichte sie den frühen Zenit: meine Leidenschaft für Panini-Sammelbilder. Die Fußball-Europameisterschaft fand in Deutschland statt, und mein siebenjähriges Ich investierte (gefühlt) das komlette Taschengeld in die Tütchen mit Klebebildern. Keine Ahnung, was die damals gekostet haben, aber ich kann mich noch erinnern, dass ich einmal zwei Mark (die älteren werden sich erinnern), die ich irgendwo her zusätzlich bekommen hatte, geschlossen in Paninibilder investiert habe und meine Mutter darüber einigermaßen sauer war. Konnte ich nicht verstehen.

Leider weiß ich heute nicht mehr, wo das Album – irgendwie habe ich es damals geschafft, das Ding tatsächlich voll zu kriegen, es müssen frühe Tauschbörsen auf dem Grundschulhof stattgefunden haben – heute ist. Ich hoffe, es ist irgendwo im Keller meiner Eltern archiviert, befürchte aber gleichzeitig, dass es irgendwann mal verschütt gegangen ist. Geblieben ist auf jeden Fall, für immer und auslöschlich, der Name Hans van Breukelen, seinerzeit Nationaltorwart der später siegreichen Niederlande. Er war unter den letzten, die mir noch fehlten und wurde so zum Symbol der Sehnsucht, das Heft endlich voll zu bekommen. Was habe ich mich gefreut, als ich ihn endlich einkleben konnte. Geblieben ist auch eine stille Sympathie für die niederländische Nationalmannschaft und die Tatsache, dass Marco van Basten noch immer zu meinen All-time-Lieblingsfußballern gehört.

Danach hat mich die Sammelleidenschaft nie wieder so richtig gepackt. Ich hatte bestimmt das eine oder andere Album (kann ich aber an kein konkretes erinnern), und ich weiß auch, dass ich immer mal wieder Sammelbilder hatte. Man brauchte ja auf dem Schulhof weiter Ware zum Tauschen oder Schangeln (in anderen Sprachkreisen auch als ditschen, kitschen, fuchsen, pinschern o.ä. bekannt, sagt Wikipedia) . Aber so ernsthaft wie 1988 war es mir damit nie mehr.

Bis 2013. Bis die 11 Freunde bei einer ihrer Ausgaben für die Abonnenten ein Sammelalbum mit Fußballklassikern beiliegen hatten. Da war ich, der sich auch von den üblichen WM- und EM-Stickerhypes nie anstecken ließ, sofort Feuer und Flamme. Und ich hatte das Album, auch dank der hervorragenden Online-Tauschbörse auf der 11 Freunde-Website, relativ schnell voll, hurra! (Und sogar einen Bezug zum 1988er-Album bzw. -Turnier gibt es darin!)

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Und damit es nicht langweilig wird, geht es nahtlos weiter. Denn seit kurzem gibt es eben solche Paninibilder vom Ruhrgebiet: Seit Mitte Januar kann man also nun Bilder von Städten, Menschen, Dingen und wasweißichnichtnochalles aus dem Revier sammeln. Revier sammelt Revier. Wir standen beim Einkaufen davor, schauten uns an – und gekauft war das Album und die ersten Sticker. Und bevor jetzt Einwände kommen: Ja, ich weiß, dass das alles gesponsert ist und eine Werbekampagne der beteiligten Unternehmen – ist ja nicht so, als wäre das im Album nicht deutlich zu erkennen. So what! Macht trotzdem Spaß.

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Falls übrigens jemand Doppelte tauschen möchte – immer her damit! Und falls jemand noch einen Packen Bilder für ein 11 Freunde-Album braucht – immer bescheid sagen! Ich schaue jetzt nach, was Hans van Breukelen heute so macht…

 

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2 Gedanken zu „Klebefieber, oder: Was macht eigentlich Hans van Breukelen?

  1. Nummer Neun

    Bei mir war glaube ich der Höhepunkt der Sticker bei der WM 90 – aber flachte danach auch schnell wieder ab. Die Idee mit dem Revier ist aber auch nicht schlecht

    Antwort

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