Gehört & gesehen: Die höchste Eisenbahn, Zeche Carl

Die Vorfreude war angebracht: Die höchste Eisenbahn hat gestern in der Zeche Carl in Essen für einen großartigen Konzertabend gesorgt und somit mein persönliches Konzertjahr mehr als würdig eröffnet.

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Ich hatte ja aufgrund des wirklich gelungenen Albums – einer meiner Favoriten des vergangenen Jahres – schon eine gewisse Erwartung an den Abend, auch nachdem ich an anderer Stelle schon gutes über ihre Konzerte gelesen habe. Und doch war ich „immer noch“ überrascht, wie begeistert ich von dem war, was Francesco Wilking, Moritz Krämer, Max Schröder und Felix Weigt da auf die Bühne gebracht haben. Was einfach daran liegt, dass die vier Musiker auf der Bühne erstens irre sympathisch wirken und zweitens unheimlich Spaß haben. Das merkt man (auch wenn das bei Moritz Krämer oft so aussieht, als freut er sich mehr nach innen), das spiegelt sich in den Songs wieder, die fast alle noch ein bissche schwungvoller als auf CD daherkommen, und das schwappt auch auf das Publikum über. Da hatte Felix Weigt schon recht mit der Bemerkung, dass die Zeit wie im Fluge vergeht – auch wenn das eher auf den neuen, bandinternen Sport gemünzt war, wer es zwischen den Liedern am schnellsten schafft, die Instrumente zu wechseln. Das passierte nämlich ziemlich häufig, nur Max Schröder blieb hinterm Schlagzeug sitzen; alle anderen rotierten munter zwischen Keyboard, Gitarre, Bass und Synthies. Auch das ist eine Qualität der Band: Richtig gute Musiker zu sein, ohne dass das so krampfhaft muckermäßig rüberkommt.

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Was bleibt ist die Erinnerung an eine gute Stunde bester Konzertunterhaltung, viele tolle Stücke – auch von der hervorragenden „Unzufrieden“-EP –, an eine unglaublich gute Version von „Vergangenheit“ (natürlich ohne Judith Holofernes) und eine Band, die ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gesehen habe. Denn die deutsche Popmusik hat derzeit nur wenig zu bieten, was mit der höchsten Eisenbahn mithalten kann.

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