Ein Benehmen wie eine offene Hose

Heute las ich bei Twitter – genauer gesagt bei @staudner, soviel Zeit muss sein* ­- dass eben jener heute zum ersten Mal vor Gericht als Zeuge aussagen musste. Das erinnerte mich unweigerlich an den Tag, an dem ich das erste – und bislang auch einzige – Mal als Zeuge vor Gericht erscheinen musste und die damit verbundene Anekdote.

Eigentlich war mein dortiger Auftritt ziemlich unnötig, da ich bereits bei der schriftlichen Befragung sehr deutlich dargestellt hatte, vom zu bezeugenden Unfall absolut nichts mitbekommen zu haben, weil ich erst zum Unfallort kam, als schon der Rettungswagen vor Ort war. Nur durch das Blaulicht waren wir überhaupt darauf aufmerksam geworden. Trotzdem lud mich das Amtsgericht meiner Heimatstadt als Zeugen vor. Und zahlte mir brav eine Aufwandsentschädigung für die ca. 850km, die ich zu der Zeit für die Hin- und Rückfahrt zurücklegen musste.

Vor Gericht wiederholte ich dann ganz seriös, dass ich erst nach dem Unfall zum „Tatort“ gekommen war und daher nichts vom eigentlichen Unfall gesehen haben konnte. Meine Aussage war dann auch nach wenigen Minuten erledigt – reichlich viel Aufwand für nahezu null Ertrag, den das Gericht da betrieben hat.  Nach dem Verlassen des Gerichtssaals machte ich allerdings eine Entdeckung, die meiner Seriösität einen ziemlichen Schlag versetzte: Der Reißverschluss meiner Hose stand gut sichtbar und sperrangelweit offen. Da der vorsitzende Richter freie Sicht hatte, ist anzunehmen, dass er entweder sehr kurzsichtig oder sehr rücksichtsvoll war, sich nichts anmerken zu lassen. Wie auchi mmer, ich fand es im Nachhinein doch etwas unangenehm. Ich kann also jedem nur empfehlen, vor der Zeugenaussage ruhig noch einmal einen Blick in Richtung Schritt zu werfen. Es kann nicht schaden! Aber immerhin war der Gürtel geschlossen – nicht dass ich vor Gericht noch komplett die Hosen runtergelassen hätte…

*vor knapp acht Jahren war @staudner witzigerweise mal für einige Wochen mein Chef, als ich ein Praktikum absolvierte. Bei Twitter bin ich auf Zufall auf seinen Account gestoßen – witzige und kluge Tweets, folgen lohnt sich! – und habe auch erst später gemerkt, um wen es sich handelt. Die (digitale) Welt ist eben klein…
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