Way Back When: Der Samstag

Am Samstag ging der Festivaltag schon am frühen Nachmittag los. Also zumindest im weitesten Sinne. Denn im Rahmen des Way Back When wurde ein geführter Rundgang durch das Unionviertel a.k.a. Neue Kolonie West angeboten, in dem ja bis auf das Domicil auch alle Veranstaltungsorte des Festivals lagen. Los ging es bei Heimatdesign und der Ständigen Vertretung.

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Im Kunstverein kann man sich anhören, wie NATO-Stacheldraht klingt. Passt auf ganz entfernte Weise ja auch in den Rahmen eines Musikfestivals. Irgendwie.

Weitere Anlaufstellen waren der Kunstverein, das Westentor sowie die  44309 Street Art Gallery und der schöne Plattenladen Black Plastic an der Rheinischen Straße. Von dort aus ging es die Adlerstraße hinunter. Auf dieser und in den Nebenstraßen finden sich zahlreiche kleine Geschäfte, Ateliers, Galerien und kreative Geister. Nach der Besichtigung der Hinterhofgalerie in der Adlerstraße klinkten wir uns aus (die Führung, die übrigens sehr empfehlenswert ist, ging noch weiter – das holen wir bestimmt mal nach), um rechtzeitig zum Festivalstart wieder zurück im FZW zu sein – allerdings nicht ohne uns vorher mit leckerem Thai Food zu stärken.

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Die Künstler, die in der Street Art Gallery ausgestellt werden, machen natürlich auch echte Street Art. Und zwar im Viertel rund um die Galerie. Gutes Konzept!

Die erste Band am Samstag war für uns The Rival Bid – die Dortmunder Band hatte ein Heimspiel und wusste das durchaus überzeugend zu nutzen. Nach deren Set ging es schnell rüber in die Halle zu Big Deal. Deren Show war zwar ziemlich reduziert, man könnte auch sagen bewegungsarm, aber die Musik hat mir richtig gut gefallen – nach einer 7“ von den Rifles und einer Download-Card von den Delta Riggs (physische Tonträger hatten die Reise aus Australien verständlicherweise nicht mitgemacht) mein dritter Musikkauf des Festivals. Quasi einer aus jeder Musikgeneration…

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Big Deal: viel rumstehen, viel Gitarre. Hervorragend!

Wye Oak waren dann im Anschluss eher nicht so unser Ding, so dass wir wieder gen Club zogen und uns von Spring Offensive verzaubern ließen. Die Stilrichtung der fünf Engländer ist schwer zu beschreiben, aber die Songs gingen sofort ins Herz und ins Tanzbein. Mit der Akustiknummer inmitten des Publikums hatten sie dann endgültig unser aller Zuneigung gewonnen – toller Auftritt und eine weitere Entdeckung des Wochenendes. Leider haben wir es vertrödelt, das Album zu kaufen. Dieser Fauxpas wurde aber bereits korrigiert.

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Spring Offensive mischen sich unters Publikum. Sehr sympathisch und sehr gute Musik.

Den Rest des Abends verbrachten wir dann wieder in der Halle des FZW, zunächst mit Fanfarlo. Die hatten ebenfalls viele schöne Songs im Gepäck, aber so richtig aus den Socken reißen konnten sie mich damit nur bedingt. Ein schöner Auftritt war es aber allemal. Der letzte Auftritt gehörte schließlich Johnossi. Die hatten wir uns vor nicht allzu langer Zeit an gleicher Stelle angesehen und waren, sagen wir es mal nett, mäßig begeistert. Das war irgendwie zu routiniert, zu lustlos. Am Samstag war es besser. Von der mittlerweile geöffneten Empore aus hatten wir einen guten Blick über die ziemlich volle Halle und auf die Bühne. Und die Schweden boten einen würdigen Abschluss und spielten ein Set, das vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Man merkte, dass viele Fans extra dafür gekommen waren – den Tagestickets sei Dank. Hat sich aber auch gelohnt.

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John und Ossi vor begeistertem Publikum

Fazit: Dortmund kann Festival, das war ohnehin klar. Aber dieses Festival ist (nicht nur) für die Stadt und ihre Kulturszene eine Bereicherung. Denn auch von außerhalb waren viele Besucher da und wurden überzeugt. Und für eine Erstausgabe ist da schon sehr viel sehr gut gelaufen. Klar, man wird es nie allen Besuchern rechtmachen können, alle Bands kann man sowieso auf keinem Festival sehen, und bei einem Clubfestival gibt es auch immer das Risiko, dass man irgendwo nicht mehr rechtzeitig rein kommt. Und es muss ja auch noch Raum für Verbesserungsmöglichkeiten geben. Aber insgesamt kann ich nur sagen: Es war ein tolles Wochenende mit vielen richtig guten Konzerten in entspannter Atmosphäre. Ich hoffe, dass sich dieses Festival in der Dortmunder Konzertlandschaft etabliert und dass die Macher auch weiterhin ein so gutes Händchen beim Booking beweisen wie bei der Premiere. Bis zum nächsten Jahr, Way Back When. Ich würde mich freuen!

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Tschüss Way Back When. Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

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