Auto fahren im Urlaub (mit Tempolimit-Plädoyer)

Bevor es an dieser Stelle um den eigentlichen Urlaub geht, ein paar Gedanken zum Reisen mit dem Auto.

Dortmund – München – Klenovica – Postojna – Ljubljana – Chiemsee – Dortmund. Dazu noch Ausflüge zu den Plitvicer Seen, nach Krk und in die Nachbarorte von Klenovica.. Macht unterm Strich: eine Menge gefahrene Kilometer in knapp zwei Wochen, geschätzt knapp 3000.

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Dabei bei der Abfahrt aus München feststellen, dass unsere „Europa“-Karte von TomTom was nicht enthält? Richtig, Kroatien! Da haben wir schon ein bisschen dumm aus der Wäsche geguckt. Aber nur kurz, denn wenn man mal ehrlich ist: Wozu braucht man schon ein Navi? Schon in Slowenien (das übrigens für unser TomTom sehr wohl zu Europa gehört) ist Rijeka ausgeschildert, und von dort aus war es dann tatsächlich sehr einfach, zum Urlaubsort zu finden. Auch wenn ich an der einzigen Stelle, an der die Beschilderung etwas verwirrend war, versehentlich auf die (mautpflichtige) Brücke Richtung Krk abgebogen bin. Und selbst die Fahrt zu den Plitivcer Seen ins Landesinnere war ein Klacks, die sind nämlich schon an der Adriaküste ausgeschildert. Sehr benutzerfreundlich, dieses Kroatien!

Wie überhaupt die Fahrerei angenehm stressfrei war – bis auf die Strecken auf deutschen Autobahnen. Die Staus in Bayern bei der Hin- und Rückfahrt waren natürlich Pech, aber insgesamt finde ich das Fahren auf deutschen Autobahnen wesentlich anstrengender als in allen anderen Ländern, in denen wir unterwegs waren. Und das liegt meiner Meinung nach zu einem großen Teil am (fehlenden) Tempolimit. Sowohl in Österreich als auch in Slowenien und Kroatien gilt auf den Autobahnen ein generelles Tempolimit von 130 km/h. Wie angenehm gering die Anzahl derjeniger ist, die einem drängelnd halb in den Kofferraum fahren. (Und wie unangenehm groß der gefühlte Anteil der deutschen Autofahrer an dieser kleinen Gruppe ist, besonders in Österreich) Wie entspannt sich 95% der Fahrer im Großen und Ganzen an die jeweiligen Limits halten! Und dann fährst du über die „Grenze“ nach Deutschland und hast gleich wieder die aggressiven Kompensationsspacken im Nacken. Und zwar auch auf Abschnitten, in denen ein Tempolimit herrscht. Weil man sich ja im „eigenen“ Land sicher genug fühlt, das trotzdem zu überschreiten, und weil man ja auf Autobahnen einfach Gas geben darf. In den anderen genannten Ländern hat man das Gefühl, das Limit hat sich im Unterbewusstsein der Fahrer verankert – und das meine ich durchweg positiv.

Da ich das Argument der „persönlichen Freiheit“, das viele Gegner eines Autobahn-Tempolimits in Deutschland ja gerne anführen, schon immer extrem dämlich fand, habe ich wieder einmal festgestellt: Ich bin klar für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen! 130 (faktisch fahren die meisten ja dann eh eher mindestens 140) ist ein angenehmes und vollkommen ausreichendes Reisetempo. Dauerhaft wesentlich schneller zu fahren ist doch zu „normalen“ Tageszeiten ohnehin kaum irgendwo drin. Und ja, umweltfreundlicher wäre es auch noch. Wie die Restkilometeranzeige unseres Autos eindrucksvoll bewiesen hat (und wie natürlich auch anderweitig belegbar ist), verlängert sich die noch mit der Tankfüllung fahrbare Strecke deutlich, wenn man einigermaßen konstant zwischen 100 und 140 km/h unterwegs ist. Also: Pro Tempolimit, dann macht der Urlaub mit dem Auto gleich noch mehr Spaß.

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3 Gedanken zu „Auto fahren im Urlaub (mit Tempolimit-Plädoyer)

  1. airsign

    1. Kann ich so voll unterschreiben!
    2. Verstehe eh nicht, wie man bei den derzeitigenBenzinpreise freiwillig schneller als 120 fährt, aber das zahlt bei den A6Fahrern wohl der Arbeitgeber.

    Antwort
  2. salid

    Ich erlebe das komischerweise jede Woche in Deutschland noch ein bisschen anders:
    Ein Großteil der Deutschen Autofahrer bewegt sich innerhalb eines Korridors von 130-160 km/h. In den beschränkten Teilen halten sich viele daran, mit maximal 10 km/h mehr (liegt aber auch daran wie stark so ein Tacho abweicht, da sind interessanterweise schonmal nur 5 km/h über GPS Signal drin, manchmal auch 15 km/h). Klar, es drängeln auch viele Deutsche, die es „eilig“ haben, aber die Ausländischen Kennzeichen (subjektiv vor allem Niederländer, Schweizer und Österreicher) drängeln dann mit im Schnitt 20 km/h drüber von hinten im Kofferraum – selbst in den super engen Baustellen wird draufgehalten was geht.

    Ansonsten bin ich ja auch seit Jahren für ein Tempolimit. Ich fahre gerne schnell, aber entspannter ist dieses 130 km/h Ding auf jeden Fall. Wenn man danna noch den Mittelspurblockierern beibringt, dass sie mit 90 km/h nichts dauerhaft auf der mittleren Spur zu suchen haben (oder das rechts überholen legitimiert), dann bin ich schon zufrieden.

    Antwort
    1. alltagundkultur Autor

      Stimmt schon, ein Gutteil der (deutschen) Autofahfer verhält sich ja im großen und ganzen recht vernünftig. Und die Leute aus dem benachbarten Ausland freuen sich wahrscheinlich einfach so sehr, dass sie ihre Autos mal richtig ausfahren können… 😉
      Rechts überholen (wie in den USA ja üblich) fänd ich im Übrigen auch unproblematisch. Dann können die Schleicher wenigstens fahren, wo sie wollen…

      Antwort

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