Die Sache mit Morrissey im Colosseum Essen

Und gerade, als es zum Abschluss noch einmal richtig gut werden sollte, war es vorbei. Wegen der Selbstverliebtheit und Aufmerksamkeitsgeilheit von einer Handvoll Spasemacken war die Zugabe schon vorüber, bevor sie richtig angefangen hatte. Anstatt der ungetrübten Erinnerung an einen schönen Konzertabend bleibt an dieser also ein fader Beigeschmack kleben. Da ist auch die Tatsache, dass das im Prinzip eine schöne „Ich war dabei“-Geschichte ist, die man allein aufgrund ihrer Absurdität – ein bestuhltes Konzert in einem (Musical)Theater nach Bühnensturm abgebrochen! – noch in zig Jahren erzählen kann, nur ein schwacher Trost.

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Bis dahin war es ein feiner Abend – Morrissey in exzellenter Entertainerlaune mit toller Stimme und großen Gesten sowie seine hervorragende Band boten beste Unterhaltung. Gut, mir persönlich war die Setlist ein wenig zu unausgewogen, da haben sich im Mittelteil schon einige Längen ergeben. Ich werde halt auch mit dem aktuellen Album nicht so richtig warm, wobei ich „Neal Cassidy Drops Dead“ live super fand. Richtig gestört hat das alles natürlich nicht, aber für den wirklich perfekten Abend fehlte mir eine Kleinigkeit. Beim perfekten Dinner hätte ich wahrscheinlich 8 von 10 Punkten gegeben.

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Und dann eben diese Unerfreulichkeit beim Nachtisch. Denn man wusste von den vorhergegangenen Konzerten: In der Zugabe kommen nochmal zwei richtige Kracher. In Essen wäre es „Everyday Is Like Sunday“ und wohl „Asleep“ gewesen. Wären – denn nach wenigen Takten war ja alles vorbei. Und die beiden Songs hätte sicher nicht nur ich noch sehr, sehr gerne gehört. So haben fünf bis zehn Vollspacken 1500 Leute um einen großartigen Konzertabschluss gebracht und finden sich womöglich noch richtig toll dabei.

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Ich bin jedenfalls froh, dass das nicht das letzte Konzert des Jahres war – so ein Abbruch wäre ja ein sehr unbefriedigender Abschluss eines tollen Konzertjahrs gewesen. Umso mehr freue ich mich auf das morgige Konzert von The New Pornographers  – die Gefahr eines Bühnensturms dürfte da relativ gering sein. Erstens ist die Bühne im Gebäude 9 höher und damit schwerer zugänglich als im Colosseum, zweitens sind die Fans vielleicht nicht ganz so stürmisch (und zahlreich). Das Konzertjahr 2014 sollte also, wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, versöhnlich enden. So gehört sich das ja schließlich!

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