Gehört und gesehen: The New Pornographers im Gebäude 9, Köln

Zum Abschluss des Konzertjahres 2014 ging noch ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Endlich einmal die New Pornographers live sehen.

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Die begleiten mich jetzt schon eine ganze Weile, und bisher hat mich noch jede Platte vollends überzeugt. Kurioserweise läuft die Band trotzdem immer ein bisschen unter dem Radar – obwohl sie ganz klar in diese Kategorie gehört, würde mir wahrscheinlich ihr Name bei der Frage nach den Lieblingsbands erst nach einigem Überlegen einfallen. Dabei ist das eine Band, die ich nahezu immer hören kann und deren Musik Freude und zum Teil regelrecht Euphorie beim Hören auslöst. Oder bei nachdenklichen, traurigen Songs eben das Äquivalent. Auf jeden Fall lässt sie mich nie unberührt.

Dass es so lange mit einem Konzertbesuch gedauert hat, liegt sicher auch in der Tatsache begründet, dass diese Band relativ selten in Europa tourt, und wenn, dann nicht besonders ausführlich. Sieht man sich ihre Zusammensetzung genauer an, ist das auch nicht allzu verwunderlich. Mehrere Mitglieder der Band haben erfolgreiche Solokarrieren – auch schon vor Gründung der Band – oder sind in anderen Projekten engagiert. Bei aktuell acht Bandmitgliedern ist es da schon schwierig, ausreichend Termine für eine gemeinsame Tour zu finden. Die ist entsprechend auch nicht allzu lang – umso besser also, dass sie ins Kölner Gebäude 9 führte! Bis auf Sängerin Neko Case waren dann auch tatsächlich alle mit von der Partie. Und ganz ehrlich: Kathryn Calder „ersetzt“ ihre Gesangsparts so gut – ich hätte gar nicht gemerkt, dass da ein weibliche Stimme „fehlt“.

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Und wow, das war ein großartiger Auftritt. Voller Energie, mit dichtem, tollen Sound und vielen Hits aus den sechs Alben, in die sich auch die Songs der aktuellen Platte hervorragend einfügen. Sieben Leute auf der Bühne, zweimal Gitarre, zweimal Keyboard und oft mehrstimmiger Gesang ergeben einen wahnsinnig dichten, druckvollen Sound, was die Songs noch dynamischer macht, als sie oft ohnehin schon sind.

Dabei wirkt die Band auf der Bühne sympathisch schluffig, obwohl musikalisch natürlich alles sitzt: Dan Bejar geht bei den Songs, bei denen er nichts zu tun hat, jedes Mal von der Bühne und guckt, wenn er wieder zurück kommt, erstmal schön verwirrt in die Gegend. Und was mir vorher auch noch nie aufgefallen ist: A.C. Newman lispelt hier und da mal ein bisschen. Hat man ja bei Leadsängern auch eher selten. Es gibt kein übertriebenes Gehabe, keine langwierigen Ansprachen, kein unnützes Auftakeln. Alle sehen so aus, als hätten sie fünf Minuten vorher noch lässig auf der Couch gesessen. Lässig und dennoch energiegeladen – muss man auch erstmal hinkriegen.

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Die Setlist tut dann ihr übriges, um mich restlos zu begeistern. Über „Mass Romantic“, „Jackie, Dressed in Cobras“, “A Drug Deal Of The Heart” oder “All The Old Showstoppers” und viele weitere kommt die Band zur Zugabe – und vielleicht liegt das noch am Nachklang der freitagabendlichen Euphorie, aber das war möglicherweise eine der besten Zugaben, die ich bisher erleben durfte. „Sing Me Spanish Techno“ UND „The Bleeding Heart Show“! Mann! Gerade letzteres ist schon auf Platte der Wahnsinn, live hat es das Potenzial für Gänsehaut und Tränen in den Augen. Ich war, bin immer noch, verzückt.

Eine lobende Erwähnung sollte trotz aller New-Pornographers-Euphorie auch die Vorband Mini Mansions bekommen: schräge Outfits, interessante Instrumentierung (Keyboards, Schlagzeug, Bass) und, zumindest live, ziemlich coole Songs. Dazu eine eigene Leuchtreklame! Das hat Spaß gemacht und war ein guter Einstieg in diesen hervorragenden Abend.

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2 Gedanken zu „Gehört und gesehen: The New Pornographers im Gebäude 9, Köln

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