Die Alltag und Kultur Awards 2014: Bücher

Der seit etwas mehr als einem Jahr in meinem Besitz befindliche eBook-Reader trägt nicht nur dazu bei, dass ich, zumindest gefühlt, 2014 so viele Bücher gelesen habe wie schon lange nicht mehr; auch die Bandbreite der Bücher hat sich erweitert. Denn mal ehrlich: Bei gedruckten, „klassischen“ Büchern war ich schon wählerischer, was den Kauf anging. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich jetzt jeden Dreck kaufe, der als eBook veröffentlicht wird. Aber einerseits sind eBooks oft wesentlich günstiger, so dass die „Hemmschwelle“ für einen Kauf deutlich sinkt, und andererseits gibt es viele Literaturklassiker – dem Project Gutenberg sei beispielsweise Dank – sogar völlig kostenlos. So habe ich einige Bücher wieder gelesen oder endlich einmal gelesen, vor denen ich schon öfter in der Buchhandlung stand und dachte: „Eigentlich müsstest du das mal lesen“. „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann zum Beispiel, oder den „Hobbit“ von Tolkien. Check.

In dieser Liste finden sich also bei weitem nicht nur Bücher, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden. Da bin ich nicht sonderlich auf dem neuesten Stand, auch wenn einige dabei sind. Anspruch auf Vollständigkeit erhebe ich auch nicht, gut möglich, dass mir hier ein Buch durchgeht, selbst wenn es mir gut gefallen hat. Ein Ranking gibt es außerdem auch nur für meine absoulten drei Favoriten, die dann folgenden sind nichtsdestotrotz alle äußerst empfehlenswert. Here we go:

  1. Robin Sloan – Mr. Penumbra’s 24 Hour Bookstore
  2. John Williams – Stoner
  3. Alan McGee – Creation Stories
  • T.C. Boyle – San Miguel
  • Wolfgang Herrndorf – Arbeit und Struktur
  • Wolfgang Herrndorf – Bilder deiner großen Liebe
  • Margaret Atwood – Trilogie: Oryx and Crake; Year Of The Flood; MaddAddam
  • Thomas Kistner – FIFA Mafia
  • Nick Hornby – Funny Girl (zugegeben: Ich bin noch nicht ganz durch, aber wie ich Hornby kennen und lieben gelernt habe, wird er es auf den letzten paar Seiten schon nicht versemmelt haben!)

Mittelmaß bis mies

Es gibt allerdings auch einige Bücher, die ich mit teilweise hohen Erwartungen gelesen habe und die diesen dann leider nicht gerecht geworden sind. Die bereits genannten Buddenbrooks gehören auch irgendwie in diese Kategorie. So richtig fesselnd fand ich das Leben der Lübecker Gesellschaft auf Dauer dann doch nicht.

Was ich sehr schade finde: Auch „Am Ende kackt die Ente“ von Frank Buschmann gehört dazu. Den mag ich ja eigentlich gerne, aber das Buch hätte dann doch ein bisschen mehr Struktur und weniger impulsive Buschi-Plaudereien gebraucht. Dazu kommen z.T. grobe handwerkliche Schnitzer: Dass man „Steven“ King nicht richtig schreibt, naja okay, auch wenn das vom Lektorat eigentlich ausgebügelt werden sollte. Könnte man kennen. Aber dass im Buch eines Sportreporters (!) der Name MATZ (!!!) Hummels auftaucht – das ist einfach nur traurig und schlampig. Vielleicht habe ich auch einfach die hastig fertig gestellte Erstauflage erwischt. Allerdings hatte ich generell den Eindruck: Mehr Zeit hätte dem Buch gut getan, sowohl von der Seite des Autoren als auch in Sachen Lektorat. So sind einige schöne Geschichten drin, vieles kratzt aber nur an der Oberfläche. Und Fehler wie die genannten trüben einfach den Gesamteindruck noch mehr.

Richtiggehend mies fand ich „Woanders is auch Scheiße“ von Tim Sohr. Darüber habe ich mich aber schon gebührend ausgelassen. Unter dem Link findet sich übrigens auch eine kurze Zusammenfassung von Platz 1&2 meiner Buchcharts!

Auf eine andere Art ein wenig enttäuschend waren Bücher, die ich als Jugendlicher sehr mochte. Das siebenteilige Epos „Der dunkle Turm“ sowie „Needful Things“ von Stephen King. Den „Turm“ mag ich immer noch, aber wenn ich ihn heutzutage zum ersten Mal lesen würde, wäre ich vermutlich nicht so begeistert wie damals. Bei „Needful Things“ ist es noch extremer. Ich glaube, das habe ich dieses Mal nur zu Ende gelesen, weil es recht leichte Kost war und daher gut zum Lesen vor dem Einschlafen geeignet…

Mehr gibts aber nicht zu meckern. Zwischen den „Extremen“ lagen noch etliche gute und okaye Bücher, die ich hier jetzt nicht auch noch aufzählen will. Und die Leseliste für 2015 ist auch schon wieder ordentlich bestückt. Was wäre die Welt nur ohne Bücher?

 

 

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