Konzertbesuche: Manien, Ohnmachtsanfälle und andere Beklopptheiten

Gehste auf Konzerte, kannste was erleben. Logisch, sonst würde ja keiner hingehen. Du erlebst aber eben nicht immer nur einen tollen Auftritt einer Band, die du magst. Das wäre ja auch zu schön.

Nein, du erlebst auch lustige, kuriose, ärgerliche und nervtötende Dinge von und mit Menschen. Beim wirklich schönen Konzert von Element of Crime in der Bochumer Jahrhunderthalle (die trotz all ihrer Schönheit für Konzerte nicht wirklich eine gute Location ist) war wieder mal von fast allem was dabei. Waren ja schließlich auch etliche tausend Leute da.

Fangen wir doch mit dem typisch nervigen Evergreen an. Gleich geht es los, die Vorband spielt das letzte Lied. Wir stehen ziemlich mittig im Saal, ich freue mich auf das, was kommt und habe verhältnismäßig gute Sicht auf die Bühne. Und zack – drängelt sich eine Gruppe Hipster von der Seite genau in die Reihe vor uns. Alles soweit kein Thema – nur bleibt natürlich der eine Typ genau vor uns stehen, über den ich nicht drüber gucken kann. Aber wirklich exakt, das muss man ihm lassen. Mit 1,87m hab ich wirklich keine großen (höhö) Probleme damit, aber der ist nochmal locker einen halben Kopf größer. Als wenn das nicht reicht, hat sein (wenigstens kleinerer) Freund neben ihm auch noch einen Rucksack dabei. Auf den Schultern! Was kann so wichtig sein, das ich es während des Konzerts in einem Rucksack dabei haben muss und weswegen ich den doppelten Platz inmitten einer dicht gedrängten Menge beanspruche? (Die Jacke war es nicht, die hatte er noch am Leib)

Was mich gleich zur nächsten Frage führt: Wie halten die Leute das aus, komplette Konzerte in Winterjacke zu bestreiten? Mir ist meistens schon im T-Shirt irgendwann ziemlich bald zu warm, in voller Wintermontur würde ich wahrscheinlich nach einer Viertelstunde schweißüberströmt zusammenklappen.

Apropos zusammenklappen: Kennt man ja sonst eher von jüngeren Mädchen, die sich vor lauter Aufregung über ihren Schwarm mal kurz in die Ohnmacht verabschieden. Bei EoC übernahm das gestern eine Frau um die 50. Wobei sie vor- und nachher nicht einen übermäßig aufgeregten Eindruck gemacht hat. Am Hüftschwung von Sven Regener kann es also nicht gelegen haben. Zumal der eher was von Joe Cocker hatte. Also der Hüftschwung, nicht der Regener an sich. Aber es war warm, relativ eng – und natürlich hatte sie ihre Jacke an. An der Garderobe haben wir übrigens 1,50€ bezahlt. Für beide Jacken zusammen.

Hinter der Zusammenklapp-Frau stand aber mein heimlicher Favorit des Abends. Eine Gruppe von drei oder vier Frauen, offensichtlich sehr gut vertraut mit dem EoC-Werk. Eine von ihnen stieß nach nahezu jedem beendeten Lied ein gepresstes, aber gut hörbares „Yes!“ hervor. Scheinbar fiel jedes Mal eine große Last von ihr ab. Das wirkte schon ziemlich manisch. Immerhin hat sie aber keine Liste abgehakt.

Schön war auch, als sie sich gegen Ende des regulären Sets (es folgten noch drei Zugaben) beschwerte: „Boah, nur eine Stunde (stimmt nicht, war etwas länger)! Die haben auch schon zweieinhalb Stunden gespielt. Die werden ja immer kommerzieller!“ Echt mal, Frechheit! Da spielt eine Band für knapp 40 Euro vor mehreren tausend Zuschauern, und dann fangen die auch noch an, kommerziell zu werden! Quasi die U2 der deutschen Musikszene… Bah!

Aber so ist das eben. Eigentlich ein ganz normaler Konzertabend. Außer, dass so gut wie gar nicht „im Takt“ mitgeklatscht wurde.

DSC00283

DSC00282

Schattenspiele mit Element of Crime und der Jahrhunderthalle

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s