Gehört und gesehen Spezial: Drei Männer mit Gitarre

Sonderausgabe der Konzertberichte-Rubrik: Heute mal drei Musiker auf einen Schlag. Das bietet sich ersten zeitlich an, zweitens auch thematisch. Denn allen drei Künstlern ist gemein: Im Mittelpunkt stehen ihre Songs und ihre Gitarre. Auch wenn Benjamin Booker zugegebenermaßen Unterstützung dabei hatte.

Die hatten die Herren Domingo und Ben Hermanski wiederum nicht. Und wo hätten eventuelle Mitmusiker auch hin passen sollen? Das wäre zwar irgendwie möglich gewesen, aber doch schwierig geworden, denn das Konzert bzw. Doppelkonzert fand hier statt. Und zwar buchstäblich, denn die beiden spielten in Fraukes Wohnzimmer vor handverlesenem Publikum.

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Domingo

Diese heimelige Atmosphäre passte auch ganz hervorragend zu den Folktracks der beiden Protagonisten. Geschichten, Gesang und Gitarre – mehr braucht es ja eigentlich auch nicht für gute Songs. Na gut, ab und an vielleicht noch eine Mundharmonika oder Backing Vocals, aber dann ist auch gut! Den Rest erzählt die Musik, nur unterbrochen von charmanten Ansagen und Plaudereien. Im Gegensatz zur klassischen Konzertlocation ist so ein Wohnzimmerkonzert ja wirklich eine Interaktion, die auch nicht mit dem eigentlichen Auftritt endet. Schöne Sache, und äußerst entspannt. Dass das nicht mit jedem Künstler, jedem Musikstil usw. funktioniert ist auch klar, aber in diesem Fall: perfekt.

Ben Hermanski

Ben Hermanski

(Werbeblock: Domingo kann man übrigens ganz hervorragend per Crowdfunding bei der Albumproduktion unterstützen und dabei neben feiner Musik auch noch feine „Extras“ erwerben. Ben Hermanski hat seine Crowdfunding-Kampagne schon erfolgreich abgeschlossen.)

Der dritte Mann mit Gitarre, Benjamin Booker, trat dann doch ganz „klassisch“ auf, auf der Bühne des FZW-Clubs. Und eben nicht alleine, sondern mit (einem wirklich großartigen) Schlagzeuger  und einem Bassisten. Stand bei Domingo und Ben Hermanski die ruhige Seite der Gitarrenmusik im Vordergrund, ging es bei Benjamin Booker etwas rauer zur Sache. Der Mann kommt vom Punk und hat den Blues, und diese Mischung hat zwar auch ihre ruhigen Momente, aber oft wird es dann doch laut und wild. Ein bisschen zumindest, denn in Wirklichkeit hat Mr Booker das alles unter Kontrolle, auch wenn er an diesem Abend des öfteren sehr entrückt wirkte. Man könnte vielleicht auch sagen bekifft. Tat aber dem Ergebnis keinen Abbruch, und das war großartig. Ein aufregender Ritt durch die Genres mit drei hervorragenden Musikern.

Benjamin Booker und Band. Manchmal wurden Schlagzeug und Bass auch gegen Mandoline und Geige getauscht.

Benjamin Booker und Band. Manchmal wurden Schlagzeug und Bass auch gegen Mandoline und Geige getauscht.

Richtig gut war im Übrigen auch die Vorband, Wild Smiles (Und schon wieder ein Mann mit Gitarre dabei). Schnörkellose Songs, auf den Punkt. Mal mehr Ramones, mal mehr Nirvana. Keine Neuerfindung des Rads also, aber eine sehr, sehr gute Weiterdrehung. Wild Smiles waren mir vorher völlig unbekannt, nachher habe ich ihr Album gekauft. So mag ich das mit den Vorbands! Und so wie an diesen Abenden mag ich das natürlich auch mit den Konzerten. Morgen wird es dann ein paar Nummern größer – morgen geht es zu Noel Gallagher…

Wild Smiles

Wild Smiles

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Ein Gedanke zu „Gehört und gesehen Spezial: Drei Männer mit Gitarre

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