Journal de Paris, Jour 4

Der vierte Tag begann wie immer mit einem Blick gen Himmel – das Wetter sah wieder etwas mehr nach Regen aus, sollte sich aber im Laufe des Tages doch als zumindest trocken erweisen. Sehr gut!

Einem Besuch des Markts auf dem Boulevard de Belleville stand also nichts im Wege. Den hat wiederum unser Reiseführer empfohlen, und auch dieser Tipp erwies sich als Volltreffer. Dort als Basar angekündigt, entpuppte sich das geschäftige Treiben eher als „klassicher“ Wochenmarkt.

Der Markt in Belleville

Der Markt in Belleville

Ich mag Märkte ja sehr. Und klassisch ist natürlich relativ: Nach Maniok, Süßkartoffeln in Melonengröße und anderen Köstlichkeiten aus aller Welt muss man auf unseren Märkten wohl lange suchen. Und nach Msemen. Was das ist? Ein marokkanischer Pfannkuchen, an dem ich nicht vorbeigehen konnte. Und an dem ich einiges zu kauen hatte. Sehr reichhaltig, aber lecker! Der Markt war auf jeden Fall ein Erlebnis für alle Sinne. Kann ich jedem Paris-Besucher absolut empfehlen.

Von dort aus war es dann nur noch ein Katzensprung zum Père Lachaise. Das ist einer der großen Friedhöfe im Pariser Stadtgebiet, und dank des Grabs von Jim Morrison wahrscheinlich der meistbesuchte. Als wir am späten Vormittag dort ankamen, waren zum Glück noch recht wenig Leute dort unterwegs. Und so wanderten wir über das weitläufige, wunderschön angelegte Gelände, vorbei an den zum Teil beeindruckend konstruierten Grabstätten berühmter (Balzac, Chopin, Voltaire, Edith Piaf) und – zumindest für uns – weniger bekannter Persönlichkeiten und Familien, die Paris geprägt haben oder dort lebten. Obwohl natürlich klar als Friedhof erkennbar, wirkte es oft wie ein Park, weil sich die Natur an vielen Stellen ihren Weg bahnt.

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Auf mehr als eine Handvoll Leute trafen wir tatsächlich nur an den Gräbern von Piaf, Oscar Wilde und eben Jim Morrison (an dem auch ein Zaun die Leute nicht davon abhält, unmittelbar daneben zu posieren). Ein interessanter Ausflug, der mich allerdings etwas zwiegespalten zurückließ: Einerseits war ja auch ich als Tourist dort hin „gepilgert“, und natürlich schaut man sich dann auch die Gräber der Prominenten an. Andererseits konnte ich mir auch lebhaft vorstellen, wie unendlich nervig das für Menschen sein muss, deren Angehörige rein zufällig neben Jim Morrison begraben liegen und da mittags schon Leute mi Bierdosen am Zaun stehen. Alles nicht so einfach.

Mit der Metro machten wir uns anschließend auf die Reise zum Tour Montparnasse. An dem waren wir zwei Tage zuvor schon einmal vorbeigekommen, angesichts des schlechten Wetters hatten uns die 15 Euro für die Auffahrt allerdings abgeschreckt. An diesem Tag aber nicht, und so ging es mit dem schnellsten Aufzug Europas in knapp 40 Sekunden auf ca. 210 Meter Höhe. Dann noch ein paar Treppenstufen und schon steht man auf einer Dachterrasse mit einer Wahnsinnsaussicht.

Der Blick vom Tour Montparnasse

Der Blick vom Tour Montparnasse

Die Terrasse ist mit Plexiglasscheiben umgeben (sonst wäre man beim stark aufkommenden Wind weggeflogen), die wiederum kleine Schlitze haben, damit man Fotos ohne störende Scheibeneffekte machen kann. Toll! Noch dazu war es fast leer da oben, so dass man in aller Ruhe schauen, genießen und fotografieren konnte. Kann ich nur empfehlen!

Eiffelturm, Arc de Triomphe, Invalidendom und noch viel mehr

Eiffelturm, Arc de Triomphe, Invalidendom und noch viel mehr

Und weil es so schön da oben war, sind wir noch ein Stündchen in der Cafeteria sitzen geblieben. Aus dem Fenster auf die Stadt gucken, Postkarten in die Heimat schreiben, ein bisschen stärken. Très bien!

Wiederum mit der Metro ging es zurück auf die andere Seine-Seite, genauer zum Centre Pompidou. Auch wenn wir hier ebenfalls nicht hinein gegangen sind (es wäre noch nicht einmal eine Schlange vor der Tür gewesen, es war aber auch schon recht spät), zumindest von außen wollten wir uns dieses außergewöhnliche Gebäude mal angucken. Von weitem sieht es ja fast ein bisschen aus wie ein gigantisches Baugerüst. Aus der Nähe ist es beeindruckend und ein bisschen kurios. Schön ist auch der benachbarte Platz inklusive des Stravinski-Brunnens mit Figuren der Künstler Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Da sich auch die Sonne mal wieder zeigte, konnte man sich dort prima hinsetzen und Leute und Umgebung beobachten.

Stravinski-Brunnen, Centre Pompidou und das Drumherum

Strawinsky-Brunnen, Centre Pompidou und das Drumherum

Nach einem kleinen Spaziergang durch das umliegende Viertel speisten und tranken wir köstlich in einem Irish Pub (empfehlenswert!) und machten uns dann noch einmal auf den Weg zum Eiffelturm. Denn den sollte man schließlich auch einmal im Dunkeln, also beleuchtet, gesehen haben. Sieht nämlich wirklich toll aus, wenn man sich mal den Scheinwerfer an der Spitze wegdenkt. Und zwischen 22 Uhr und 22.05 Uhr sollte man auch hartgesotten sein, speziell als Epileptiker vielleicht lieber wegsehen. Dann blinkt der Turm wie sonst nur die Leuchtreklame im Fenster eines schangeligen Callshops. Aber an sich sieht der beleuchtete Turm wirklich wunderbar aus. Fotos davon gibt es hier keine, aus Gründen. Findet man aber bestimmt irgendwo. Noch besser ist natürlich, man fährt selbst hin.

Wenn schon kein Foto vom beleuchteten Eiffelturm, dann wenigstens eins vom Besuch auf dem Tour Montparnasse.

Wenn schon kein Foto vom beleuchteten Eiffelturm, dann wenigstens eins vom Besuch auf dem Tour Montparnasse.

Und mit diesem schönen Anblick endete unser vierter Tag in Paris. Bevor es aber am nächsten Tag wieder in die Heimat ging, war noch ein bisschen Zeit für einen weiteren Streifzug. Demnächst mehr an dieser Stelle.

 

 

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