Gehört und gesehen: Way Back When, Dortmund (Samstag)

Der Fluch des Festivals (quasi) vor der eigenen Haustür: Zu meinen, man hätte ja noch Zeit und müsste nicht so früh los. Und dann kommt man am FZW an und stellt fest, dass ja doch bedeutend mehr Leute Wanda sehen wollten, als man selbst gedacht hatte. Und ärgert sich, dass man die ersten Takte verpasst hat.

Aber nur ganz kurz, denn wer bei Wanda lange schlechte Laune haben kann, findet auch Orang-Utan-Babys hässlich. Es war der Auftritt beim Way Back When, auf den ich mich am meisten gefreut hatte, und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn ich lieber etwas weiter vorne gestanden hätte, aber siehe oben.

"Ich will Schnaps!"

„Ich will Schnaps!“

Diese Band, vor allem Sänger Marco Wanda, ist geboren für die Showbühne! Lässt sich beispielsweise einmal schön vom Publikum durch die Halle tragen, um sich – „Ich will Schnaps!“ – einen zu genehmigen.

In Kombination mit großartigen Songs (das Album läuft bei mir seit Monaten in Dauerrotation), Wiener Schmäh und selbstbewusstem Stenz-Charme ergibt das eine exzellente, schweißtreibende Stunde Konzert mit Dauergrinsen im Gesicht. Erwartungen mehr als erfüllt, das war ein Highlight! Ich freue mich schon auf das Wanda-Konzert im November im FZW.

Raus mit viel Applaus. Wanda im FZW

Raus mit viel Applaus. Wanda im FZW

Die Befürchtung, nicht mehr rechtzeitig in die Location zu kommen, hatten wir eigentlich erst beim nächsten Act: The Slow Show in der Pauluskirche. Als wir aber nach kurzem Spaziergang dort ankamen, waren noch reichlich Plätze in den Kirchenbänken frei. Gut so, wenig später sollte das ganz anders aussehen. Die Band aus Manchester zog tatsächlich viele Leute an, was ja aber auch kein Wunder ist. Zumal ihre Musik einfach perfekt in die Pauluskirche passte, die ja ohnehin eine tolle Kulturlocation ist. Eigentlich sind Kirchen der ideale Ort für The Slow Show.

The Slow Show in der Pauluskirche

The Slow Show in der Pauluskirche

Das Konzert zog das Publikum von der ersten Sekunde an in seinen Bann. Wohltuend leise war es im Zuschauerraum, nur zwischen den Stücken brandete stürmischer Jubel auf, und nicht wenige hatten mit Sicherheit feuchte Augen. Großartig. Spätestens beim gemeinsamen Gesang – da stand das Publikum längst vor Begeisterung – lag die Gänsehautquote in der Kirche bei 100 Prozent. Das zweite Highlight dieses Abends. Ganz anders als Wanda, aber genauso überragend.

Dieses Niveau zu halten, das hätten wohl nur ganz wenige geschafft. Fink im FZW schafften das nicht. Das will ich ihnen noch nicht einmal anlasten, es war eine nahezu unlösbare Aufgabe, die Spannung nach diesen beiden Galaauftritten noch hoch zu halten. Aber erschwerend kommt hinzu, dass mir die Musik nicht allzu viel gibt. Obwohl da ein Brite mit Gitarre im Mittelpunkt steht, werde ich mit den Songs nicht warm. Mehr als ein „ganz okay“ bleibt da leider nicht als Gesamtfazit. Aber hey – nach einem Abend mit Wanda-Wahnsinn und The-Slow-Show-Schönheit will ich mich nun wirklich nicht beschweren!

Fink im FZW

Fink im FZW

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