Über den Wolken – wandern am Moselsteig

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Na gut, ganz so hoch hinaus ging es dann doch nicht. Aber bei so manchem Anstieg während unseres Wanderwochenendes am Moselsteig hatte man klammheimlich das Gefühl: Viel weiter kann es jetzt bis „ganz oben“ auch nicht mehr sein. Besonders, wenn ein solcher Anstieg bei – einem nächtlichen Gewitter sei Dank – saunaartiger Luftfeuchtigkeit oder direkt nach der mittäglichen Stärkung erfolgt. Aber ohne Fleiß eben kein Preis*, in diesem Fall schöne, sehr abwechslungsreiche Wanderwege oberhalb der Mosel, herrliche Ausblicke, tolle Natur und, bei einem solchen Ausflug ganz wichtig, Ruhe! Andere Menschen außer unserer feinen Wandergruppe haben wir, von den Start-, Ziel- und Rastorten mal abgesehen, nämlich kaum getroffen.

Blick auf Cochem und die Mosel

Blick auf Cochem und die Mosel

Unser „Basislager“ haben wir in Treis-Karden aufgeschlagen**. Nur logisch finde ich übrigens, dass der heilige Castor neben dem so genannten Moseldom über den Ort wacht. Nach so einem Wandertag qualifizieren sich die qualmenden Socken ja doch eher für den dauerhaften Verschluss in Containern…

St. Castor neben dem Moseldom

St. Castor neben dem Moseldom

Aber ich schweife ab. Nach der Ankunft am Freitagabend und einem ersten Test des örtlichen Weißweins ging es am Samstagmorgen zunächst mit der Bahn nach Cochem, um von dort besagten Aufstieg zum Moselsteig in Angriff zu nehmen. Ja sicher, man hätte auch mit einer Seilbahn hochfahren können. Gerade wegen besagter Saunaatmosphäre. Hätte, hätte… Haben wir nicht und sind stattdessen ordentlich bergauf gestiegen, um mit einem Blick über Cochem und Umgebung belohnt zu werden. Und von dort an war der Weg dann auch sehr angenehm zu laufen. So angenehm, dass wir irgendwo falsch abgebogen sind (auch acht Augenpaare reichen anscheinend nicht immer aus, um die Beschilderung im Blick zu haben) und noch eine Extraschleife gedreht haben. Machte aber nix, so oder so kamen wir gegen Mittag in Klotten am Ufer der Mosel an und gönnten uns eine Pause.

Nur nicht den Kopf verlieren!

Nur nicht den Kopf verlieren!

Das „Problem“ anschließend: bereits beschriebener zweiter Aufstieg, denn von der Mosel mussten wir ja was? Richtig, wieder rauf auf die Felsen. Hilft ja nix. War dann aber auch der letzte steile Anstieg, danach ging es über Stock und Stein, Feld und Wald, Bach und Wiese sowie durch herrliche Weinberge oberhalb der Mosel entlang bis nach Pommern.

Weinberg an Mosel

Weinberg an Mosel

Ja genau, Pommern. Dort gibt es neben einer Sonnenuhr mitten in den Weinbergen auch einen Bahnhof, von dem aus wir das letzte Stück zurück nach Treis-Karden mit dem Zug zurücklegten. Es galt schließlich noch die Weinstube Knaup in Augenschein zu nehmen, bei der wir uns am Vorabend schon mit Riesling to go versorgt hatten. Und auch das Essen dort kann sich wirklich sehen lassen – falls mal jemand in der Gegen ist: Hingehen lohnt sich!

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Da der folgende Sonntag leider auch schon wieder der Abreisetag war, fiel die Wanderung naturgemäß deutlich kürzer aus und wie begnügten uns, von unserer Herberge aus ins benachbarte Müden (ein Ortsname wie für mich gemalt) zu wandern. Wenn das überhaupt möglich ist, war der Weg noch abwechslungsreicher, ja regelrecht abenteuerlich, da man sich zum Teil nur mithilfe eines glücklicherweise an den Pfadesrand montierten Stahlseils vorwärts bewegen konnte. Wir todesmutigen Hochgebirgskletterer!

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Was man eben auf gut fünf Kilometern so alles erleben kann… In Müden angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem Lokal, das unseren Hunger und Durst stillen konnte. Aber: entweder voll oder geschlossen. Was ein Glück, dass gerade Feuerwehrfest im Dorf war. Da gabs was auf die Gabel und ins Glas, Gott sei Dank nur sehr dezente Schlagerbeschallung und einen Platz in der Sonne. Und das war es dann auch schon, unser kurzes Wanderwochenende an der Mosel. Schön wars, toll dass das so kurzfristig geklappt hat. Wirklich eine empfehlenswerte Region!

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*Generell finde ich ja ohnehin die Abstiege oft anstrengender als das Bergauflaufen.

**Genauer gesagt in der Pension Quickert, wo man für kaum zu fassende 25 Euro nicht nur gut schläft, sondern auch lecker frühstückt und ausnehmend nett empfangen wird. Und jeder wird persönlich nach seinen Frühstücksvorlieben gefragt! Außerdem wird es ab drei Nächten noch günstiger und man bekommt dann obendrein noch eine Flasche Wein geschenkt. Und nein, dieser Post wird nicht von der Pension gesponsert!

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Ein Gedanke zu „Über den Wolken – wandern am Moselsteig

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