Gehört und gesehen: Life In Film, Blue Shell, Köln

Vom Januar in den Mai in den September – Life In Film haben lange auf sich warten lassen, bis sie bei ihrer Köln-Premiere im Blue Shell dann tatsächlich auf der Bühne standen. Erst musste das Album fertigwerden, dann kam eine USA-Tour dazwischen. Beides nachvollziehbar. Jetzt war der Drummer krank – aber noch eine Absage wollten sie dem deutschen Publikum dann wohl doch nicht zumuten und sorgten kurzfristig Ersatz, dem man es aber zum Glück überhaupt nicht anmerkte, dass sich er die Songs in zwei Tagen schnell draufgeschafft hat.

Entdeckt hatte ich die Band im Mai 2014 bei der Erstausgabe des Way Back When in Dortmund und war schon damals begeistert. Zu dem Zeitpunkt gab es nur wenige EPs, Anfang 2015 erschien dann das Debutalbum, das zwar vielleicht nicht in die Popgeschichte eingehen wird, aber eine Menge guter Songs, die nach einer gewissen Leichtigkeit klingen, ohne dabei oberflächlich zu sein. Einfach wirklich gute Gitarrenpopsongs.

Und genau die gab es auch live. Ohne viel Schnickschnack oder gewollt wirkendes Hipster-/Künstlertum, sondern sympathisch und nett. Und nett ist hier nicht die kleine Schwester von Scheiße, sondern gut! Die vier hatten Lust auf das und Spaß am Konzert, das sah man ihnen an und das übertrug sich auf das Publikum (die mittlerweile auf Konzerten leider wohl unvermeidlichen Selbstdarsteller mal ausgenommen). Und so wurde auch die unfreiwillige Pause, die entstand, weil der Bassist sein Bier über irgend ein Gerät gekippt hatte und ein Teil der Bühne somit ohne Strom war, zu einer entspannt-lustigen Plauder- und Jamsession. Und weil der Weg zur Bühne im Blue Shell mitten durch das Publikum führt, verzichteten die Briten auf den Gang von selbiger und hängten die Zugabe einfach direkt hinten dran. Das Set selbst war kurzweilig, ein Mix aus Album, EPs und einigen neuen Stücken, darunter auch, eher ungewöhnlich, eines als allerletzter Song. Kann man machen, wenn das Material so gut ist wie bei Life In Film.

IMG_20150916_223209

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung der Band. Das Hit-Potenzial ist in jedem Fall vorhanden – abwarten, was daraus wird. Und selbst wenn es irgendwann in Richtung öder Stadionrock geht, werden wir sagen können: Mensch, damals im Blue Shell vor einer Handvoll wenigen hundert Leuten, da war das ein richtig guter Abend mit Life In Film.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s