Gänsehauterinnerungen

Als regelmäßiger Konzertgänger ertappe ich mich in schwachen Momenten manchmal – zum Glück nur sehr selten – beim Gedanken, wie viel Geld ich sparen würde, ginge ich nicht so oft zu Konzerten. Würde man noch die Tonträger- und Merchandise-Käufe dazu rechnen… Aber im Grunde ist das ja Quatsch. In sein Hobby investiert man ja nun einmal, und außerdem fallen mir auch viel, viel öfter gute Gründe ein, warum es genau richtig war und ist, auf Konzerte zu gehen.

Nämlich dann, wenn ich ein Stück von einer Band höre und ich sofort von einer Gänsehaut und einem Euphoriegefühl überzogen werde, weil ich mich genau daran erinnern kann, was es für ein großartiger Moment war, als genau dieser Song bei diesem bestimmten Konzert gespielt wurde. Weil in diesem Moment, der manchmal auch fast ein ganzes Konzert lang dauern kann, einfach alles stimmte.

So war das neulich, als ich das erste Album der Maccabees im Autoradio hörte. Schon alleine beim Schreiben daran fängt es wieder an zu kribbeln, wenn ich an dieses unfassbare Konzert denke, das sie 2007 beim Haldern Pop im Spiegeltent gegeben haben, bei dem scheinbar das ganze Zelt zu einer homogenen, euphorisch hüpfenden Masse wurde. Oder das Konzert von Lou Reed in Bonn am Abend vor unserem letzten Umzug. Was dieser äußerlich recht klapprig wirkende Mann an einem lauen Sommerabend da auf die Bühne gezaubert hat! Oder Carl Barat, für den wir an einem Dienstagabend von Dortmund nach Bielefeld gerast gefahren sind und der ein so dermaßen gutes Konzert gespielt hat, dass niemand mehr nach Pete Doherty gefragt hat. (Obwohl das Konzert der wieder vereinten Libertines im letzten Jahr dann doch auch in diese Kategorie gehört.) Oder Oasis im Wembleystadion. Ich meine: Oasis! IM WEMBLEYSTADION! Oder als der Sänger von The Blood Arm das komlette Gleis 22 zu seiner Bühne erklärt hat. Oder wir mit Eddie Argos zu Modern Art durch das Luxor gesprungen sind. Oder, oder, oder…

Wenn ich also diese speziellen Songs höre, die eine solche Gänsehauterinnerung auslösen, denke ich ausnahmslos jedes Mal: Es war schon verdammt richtig, genau in diesem Moment bei diesem Konzert gewesen zu sein. Es sind magische, glorreiche Momente, an die ich mich immer erinnern werde. Momente, die ein Lächeln hervorrufen und die man mit Geld nicht aufwiegen kann. Can’t buy me love!

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2 Gedanken zu „Gänsehauterinnerungen

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