Das Fairphone im „Langzeittest“

Seit ungefähr 15 Monaten nutze ich jetzt das Fairphone, genauer gesagt ein Modell aus dem zweiten Batch des allerersten Fairphones. Eine erste Bilanz hatte ich seinerzeit nach einigen Wochen der Nutzung gezogen – Zeit für eine Langzeitbilanz unter ähnlichen Kriterien. Wobei natürlich die Gewichtung etwas anders ausfällt als bei der „Neuvorstellung“ damals.

Das Wichtigste zuerst: Auch nach mehr als einem Jahr besteht das Fairphone souverän den Alltag. Und das, obwohl ich aufgrund diverser „Horrorgeschichten“ bisher davor zurückscheue, das zur Verfügung stehende Android-Update durchzuführen. Wird aber nachgeholt, wenn demnächst mal wieder mehr Zeit zur Verfügung steht. Funktioniert trotzdem alles nahezu tadellos – nahezu, weil das Phone ab und zu mal eine Phase hat, in der es sich selbstständig herunterfährt und neu startet. Gerne auch mehrmals am Tag. Das nervt, kommt aber zum Glück selten vor.

Davon abgesehen gibt es keine großen Beanstandungen an Soft- und Hardware. Sicher, die Reaktionszeit beim Starten einer App ist ab und an etwas länger geworden, was aber mit Sicherheit auch daran liegt, dass wesentlich mehr Speicher beansprucht wird als „damals“. Vor allem, wenn Updates für Apps laufen, sollte man außerdem nichts Dringendes mit dem Telefon erledigen müssen. Das ist aber verschmerzbar und sicher auch bei anderen Smartphones dieser Ausstattungskategorie nicht anders.

Erfreulich ist dagegen die Akkuleistung. Auch hier gibt es einige Erfahrungsberichte, die von defekten oder schnell schwächer werdenden Akkus erzählen – meiner hält nach wie vor die Stellung, so dass man immer noch gut durch den Tag kommt, wenn man das Fairphone nicht übermäßig beansprucht. Einziger minimaler Kritikpunkt: Die Anschlussbuchse für das Micro-USB-Kabel ist meiner Meinung nach recht groß, so dass nicht jedes Ladekabel auch passt und erkannt wird – ergo lädt auch der Akku dann nicht auf. Da muss man ggf. ein bisschen suchen und probieren, bis man das richtige Kabel gefunden hat, das nicht zu locker sitzt.

Von der Kamera darf man natürlich auch weiterhin keine Wunderdinge erwarten. Aber das ist ja nichts neues, und außerdem erfüllt sie ja ihren Grundzweck. Unterm Strich bleibt also festzuhalten: Das Fairphone kann – zumindest mich – auch nach mehr als einem Jahr als sehr gute Alternative zu „herkömmlichen“ Smartphones überzeugen. Es tut, was es tun soll, und das sehr verlässlich.

Wer übrigens aktuell darüber nachdenkt, ein möglichst fair hergestelltes Smartphone zu kaufen, hat Glück: Ein ganz neues Fairphone steht zurzeit in den Startlöchern. Hätte ich gewusst, dass das schon gut ein Jahr nach meinem Kauf rauskommt, hätte ich mich wohl dafür entschieden und das Jahr irgendwie überbrückt. So habe ich nur kurz gezuckt (und mich auf die Interessentenliste setzen lassen), werde aber jetzt nicht schon wieder ein neues Fairphone kaufen. Erstens ist das um einiges teurer – was sich unter anderem durch die wesentlich verbesserte Technik sowie ein erstmals eigenständiges Design sehr gut erklären lässt –, und zweitens würde das einen Kerngedanken des Fairphone-Ansatzes konterkarieren: ein nachhaltiges Smartphone zu schaffen, das nicht schnell wieder weggeworfen wird, wenn es etwas neues gibt, sondern im Zweifel repariert werden kann und möglichst lange halten soll. Ein Smartphone sollte schließlich kein Wegwerfartikel sein. Und falls mal etwas kaputt sein sollte: Für die meisten Fälle gibt es den passenden Ersatzartikel. Und, nicht ganz unwichtig, Hilfe beim Einbau.

Das Fairphone wird also auch weiterhin und noch möglichst lange mein täglicher Begleiter bleiben. Solange, bis es dann vielleicht doch einmal ersetzt werden muss. Damit darf es sich aber gerne noch Zeit lassen!

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