Dezemberkonzerte fürs Herz (1): The Wave Pictures

Ganz generell bemerke ich in letzter Zeit ab und zu eine gewisse Konzertmüdigkeit. Wobei, nein, das stimmt so eigentlich nicht. Was ich bemerke ist eine Menschenmüdigkeit. Viele Menschen, die auf Konzerte gehen, strengen mich übermäßig an. Sie schaffen es zwar (noch?) so gut wie nie, mir das Konzert zu verderben, sind aber viel zu oft mehr als eine nervige Randerscheinung.

Aber keine Sorge, ich werde auch weiterhin tapfer dagegen halten. Erst recht, wenn es sich um Bands handelt, bei denen es eigentlich gar keine Frage ist, ob man zum Konzert geht. Erst recht nicht, wenn sie nur wenige Haltestellen/Kilometer von der eigenen Haustür entfernt auftreten.

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Schon seit Wochen habe ich mich darüber und darauf gefreut, die Wave Pictures im FZW zu sehen. Da machte es auch (fast) nichts, dass es am Abend zwei Stunden dauerte, bis sie die Bühne betraten. Vorher nämlich traten Dralms aus Kanada und Fai Baba aus der Schweiz auf. Während ich bei Dralms leider dachte „Da hätten wir auch ne Stunde später kommen können“ war Fai Baba schon eher nach meinem Geschmack. Aber natürlich waren wir (sowie augenscheinlich so gut wie alle anderen des überschaubaren Publikums) wegen dieser unglaublich sympathischen Band aus England gekommen, die pausenlos und scheinbar mühelos immer neue Songs und Alben aus den Ärmeln schüttelt. So viele neue, dass für die „alten Hits“ gar nicht so viel Zeit blieb. Weil aber die neuen Songs schon wieder so gut sind, war das nicht weiter tragisch, und zwischendrin wurde immer mal wieder einer eingeflochten. Das Publikum war zu Recht begeistert, und auch die Band schien sich wohlzufühlen. Während des Sets entledigte sich Sänger und Gitarrist David Tattersall seiner Schuhe und machte auf Socken weiter. War ja auch nahezu Wohnzimmeratmosphäre im Club des FZW.

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Ein wunderbares Konzert von einer wunderbaren Band. Schon verrückt eigentlich, dass sie immer noch so unbekannt sind. Liegt es daran, dass hier eben nicht die üblichen Popklischees bedient werden, sondern David Tattersall gerne mal Lieder über seine Katze und andere Alltäglichkeiten schreibt? Keine Ahnung, aber so lange mich und ihren erlesenen Fankreis weiterhin damit beglücken, soll mir alles recht sein. Ich freue mich aufs nächste Mal!

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