Riga: die Altstadt

Teil 2 der Reiseberichterstattung über Riga – nach den „Outtakes“ arbeiten wir uns sozusagen von innen nach außen.

Die Altstadt von Riga ist sicher der Hauptmagnet für Touristen. Immerhin ist sie UNESCO-Weltkulturerbe. Und sie ist ja auch wirklich zauberhaft. Wenn man nicht ab und an mal nach unten schauen müsste (Kopfsteinpflaster!), könnte man den Blick eigentlich permanent nach oben richten und sich die zahllosen schönen, alten Häuser in den zum Teil sehr engen Gassen und Straßen ansehen.

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Und zu so vielen Häusern gibt es eine (mitunter kuriose) Geschichte. Wie zu dem Haus mit den beiden buckelnden Katzen auf dem Dach. Das hat seinerzeit ein reicher lettischer Händler gebaut, der nicht in die Gilde aufgenommen wurde. Auf das Dach montierte er zwei Katzen, die der gegenüber liegenden Gilde den Hintern zuwandten. Übersetzt: Wenn ich schon nicht mitmachen darf, sollt ihr mir den Buckel runterrutschen. Immerhin konnte die Gilde erreichen, dass er die Katzen anders ausrichten musste – die schöne Idee aber bleibt bestehen.

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Die Gilden selbst – vor allem die Kleine Gilde – sind natürlich ebenfalls Schmuckstücke. Wie auch das Schwarzhäupterhaus, das übrigens nach Originalvorbild komplett rekonstruiert wurde und vor dem eine Roland-Statue steht (nicht im Bild). Denn: Riga ist bzw. war eine Hansestadt. Viel kurioser ist, dass es auch eine Statue der Bremer Stadtmusikanten in der Altstadt gibt. Das hat allerdings eher damit zu tun, dass Bremen beim Bau der Stadt ein wenig Pate stand – immerhin gehörte Riga eine Zeit lang zum Erzbistum Bremen. Und bekanntlich hatte so etwas ja früher bedeutende Auswirkungen auf die Stadtgestaltung.

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Und so schlendert man durch hübsche Gassen, über schöne Plätze, vorbei am Dom, am Schwedentor oder am Pulverturm und freut sich an den vielen Häusern, Denkmälern und sonstigen Sehenswürdigkeiten. Erfreulich ist auch, dass es wenig „nervige“ Läden und/oder Gastronomie gibt, sondern alles einigermaßen dezent und stimmig in seine Umgebung eingebettet ist. Oder an den Rand der Altstadt verfrachtet wurde. Dort stehen aber nicht nur Einkaufszentren, beileibe nicht, sondern dort finden sich schöne angelegte Parkflächen, die eine Art Übergang von der Alt- zur Neutstadt bilden. Und dort findet man auch das lettische Freiheitsdenkmal, das eine lesenswerte Geschichte hat, sehr feine Anekdote inklusive.

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Lohnenswert, wenn auch für Rigaer Verhältnisse recht teuer, ist auch die Auffahrt auf den Turm der Petrikirche. Von dort oben kann man sich die Altstadt prima aus der Vogelperspektive ansehen – und immerhin wird man für sein Geld ja auch von einer auf dem Tablet spielenden Liftwoman per Fahrstuhl nach oben gebracht.

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Von dort oben sieht man auch die Daugava, an deren Ufer die Altstadt grenzt, leider aber durch eine mehrspurige Straße davon abgetrennt ist. Trotzdem lohnt sich der Weg hinüber (also in diesem Fall über die Straße – zum Weg über den Fluss ein anderes Mal mehr), denn dort wartet die Statue des Lielais Kristaps – und allein schon seine Geschichte sollte man sich nicht entgehen lassen. Die ist nämlich wirklich schön, wie ich finde.

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Ein weiterer Vorteil der Altstadt neben der ganzen Schönheit: Sie ist sehr kompakt, so dass man problemlos mehrmals kreuz und quer hindurchspazieren kann, ohne danach unter akuten Plattfüßen zu leiden. Trotz Kopfsteinpflaster. Und man kann in vielen schönen Cafes auch ganz wunderbar mal eine Pause einlegen. Ein entspannter Touristenmagnet – das lobe ich mir!

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(„Dank“ eines Defekts, der meinen PC rund 2,5 Wochen außer Gefecht gesetzt hat, und zahlreicher anderer Ablenkungen gab es, mit dem spontanen Ausbruch gestern, hier schon sehr lange nichts mehr zu lesen. So ist auch die Lücke in der Reiseberichterstattung leider ganz schön groß geworden. Ich hoffe, es geht in Zukunft wieder zügiger weiter.)
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