Gehört, gesehen und gefühlt: Haldern Pop 2016

Ach Haldern. Was habe ich, was haben wir im Vorfeld nicht diskutiert, gegrübelt, gehadert. Immer teurere Karten, viele Wiederholungen im Line-Up, immer weniger bekannte Bands, dazu letztes Jahr ein erschreckendes Erlebnis mit der Security, und überhaupt. Ein bisschen war es so, als würden wir nach Gründen suchen, vielleicht mal eine Pause einzulegen. Ein bisschen Abstand zu gewinnen.

Und dann: War es (natürlich!) doch wieder ein zauberhaftes Wochenende. Trotz Dauerregens am Donnerstag. Selbstverständlich ist unsere wunderbare Reisegruppe zu einem Großteil für das großartige Erlebnis verantwortlich – mit euch wäre auch ein Campingwochenende in Bottrop-Boy ein Spitzenwochenende. Aber auch das Haldern Pop hat sich in diesem Jahr – zumindest für mich – wieder viel Mühe gegeben. Fast so, als wollte es mich vom Gegenteil der oben genannten Gedanken überzeugen.

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Auch wenn das Line-Up nominell in der Tat zu den subjektiv schwächsten in meiner Haldernzeit gehörte und ich mich sehr ausführlich informieren musste: Es gab dann doch wieder einige Highlights. Ganz vorne waren dabei Yak, die das Spiegelzelt, die Anwesenden und meinen Gehörgang ordentlich durchgepustet haben. What a show! Und erfreulicherweise funktioniert das auch auf Platte ganz hervorragend. Toll waren auch St. Paul & The Broken Bones – stimmungsvoll, unterhaltsam und auch musikalisch gut. Ebenfalls schön: Minor Victories. Wie waren wir uns beim Konzert noch einig: Mit Shoegaze-Gitarren kriegt man uns immer. So auch diesmal. Gefallen hat mir auch das Konzert von Michael Kiwanuka, auch wenn ich da ein-zweimal gedacht habe, dass der Funken noch ein bisschen mehr überspringen könnte. Aber schön war es allemal. Positiv überrascht haben mich außerdem Algiers – da hatte ich im Vorfeld nicht besonders aufmerksam reingehört und war sehr angetan. Außerdem klasse: Ben Caplan & The Casual Smokers und Die Nerven.

Neben der guten Musik stimmten aber in diesem Jahr auch die Rahmenbedingungen. Nettes Securitypersonal, flüssige Einlasskontrollen, problemloser Zugang zum Spiegeltent, die gute Idee mit den Schließfächern, nochmals verbesserte Sanitäranlagen, Ruhe auf dem Campingplatz (letzteres ist natürlich immer ein bisschen Glückssache). Erwähnte ich schon die weltbeste Campinggruppe? Egal, kann man nicht oft genug erwähnen. Haldern ist eben mehr als ein Festivalwochenende. Haldern ist ein Gefühl.

Es passieren einfach immer wieder so wunderbare Dinge mit diesen besonderen Leuten auf diesem besonderen Festival. Schwimmen im See mit dem Donut und anschließendem Delirium-Tremens-Bier-Lachflash. Fachkundige Gespräche über abgefahrenste südkoreanische Noisemusik von Jambinai im Biergarten vor dem Spiegeltent und die natürlich vollkommen ernst gemeinte Feststellung, dass wir nie jemand die Geomungo schöner haben spielen sehen (googlet das Instrument einfach…). Und und und…

Also, bis nächstes Jahr, Haldern? Gut möglich. Ich kann mir einen August ohne Haldern mittlerweile nur noch sehr schwer vorstellen, egal, was im Vorfeld so passiert.

(Kurioserweise habe ich in diesem Jahr so wenig fotografiert wie nie zuvor, daher gibt es auch nur ein Bild in diesem Beitrag. Ich glaube, es ist während des Auftritts von Drangsal entstanden.)

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