Gehört und gesehen: Matt Wilde feat. Sönke Torpus

Matt Wilde ist bzw. war der Sänger und Bandleader von Young Rebel Set – einer dieser Bands, die ich (womöglich durch den Grand Hotel Van Cleef Newsletter) entdeckt und auf dem Haldern Pop dann ganz schnell lieben gelernt habe. Dort haben sie vor einigen Jahren den Samstag auf der Hauptbühne eröffnet, und ich habe seitdem nicht mehr erlebt, dass unmittelbar nach dem Konzert fast alle, die dabei waren, zum Merchandise stürmten und den Stand leer kauften. So gut war es. Und dabei gab es nur T-Shirts und eine EP.

Diesen hohen Standard konnten YRS in ihrer (leider kurzen) Karriere zum Glück halten. Tolle Platten, sensationelle Liveshows. Dass das nicht ewig so weiter gehen würde, war aber irgendwie auch klar. Schon bei der ersten größeren Tour hatte Matt Chipchase a.k.a. Matt Wilde arge Stimmprobleme*. Und wenn Thees Uhlmann das Touren mit YRS als „rollenden Irish Pub“ bezeichnet, war das wahrscheinlich so körperlich anstrengend wie es klingt.

Nun sind Young Rebel Set also Geschichte – aber zum Glück macht Matt Wilde weiter. Mit neuen Songs und (vorerst?) neuer, kleiner, akustischer Tour. Unterstützt wird er dabei zurzeit von Sönke Torpus, Mastermind von Torpus & The Art Directors. Zwei Männer, zwei Gitarren, viel Spaß, sowohl untereinander als auch in der Interaktion mit dem Publikum. Das Set ist eine Mischung aus YRS-Songs und neuem Material, das dem wohlbekannten in nichts nachsteht. Der Mann versteht es einfach, großartige Geschichten in tolle Songs zu packen. Das Publikum in der Zeche Carl in Essen ist entsprechend und zu Recht euphorisch. Erst nach mehreren Zugaben ist dann doch irgendwann Schluss. Bei der zweiten Zugabe kommt zunächst Sönke Torpus alleine auf die Bühne und (Entschuldigung für den Ausdruck, aber er passt einfach) schmettert zwei seiner Songs, die ebenfalls aus gutem Grund gefeiert werden. Notiz an mich: Mal ausführlicher reinhören! Nachdem dann aber auch wirklich alles gespielt ist und sogar noch ein junger Musiker, den sie am Abend zuvor in Köln kennengelernt hatten, zum Singen mit auf die Bühne gebeten wird, entlässt das Publikum die beiden etwas widerwillig in den Feierabend und wir verlassen erschöpft und glücklich den Ort des Geschehens. Mehr braucht es ja auch nicht. Ein aufmerksames, übersichtliches Publikum, gute Songs, Gitarren. Perfekt!

Da passt im Übrigen auch der Auftritt von Ben Hermanski als Support Act hervorragend rein. Noch ein Mann mit Gitarre, der schöne Songs mit schönen Stories zu bieten hat. Einfach ein rundherum gelungener Abend.

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*Auch an diesem Abend ist die Stimme wieder ziemlich rau und belegt, wofür sich Wilde sogar „entschuldigt“. Und eigentlich war das bei den Konzerten, die ich von ihm gesehen habe, immer so. Drücken wir die Daumen, dass die Stimmbänder das noch lange mitmachen! Aber vielleicht sind Bier und Zigaretten dabei ja auch genau das richtige. 😉

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2 Gedanken zu „Gehört und gesehen: Matt Wilde feat. Sönke Torpus

  1. Nummer Neun

    Bei dem Konzert, bei dem ich war, standen am Ende einige Bierflaschen und Whiskey-Gläser an seinem Platz. Und die Aussprache wurde im Laufe des Abends immer undeutlicher 🙂

    Antwort
    1. alltagundkultur Autor

      Rock’n’Roll ist halt noch nicht tot… 😉
      Und so richtig deutlich waren die Ansagen doch auch zu Beginn nicht – wobei ich ja den Dialekt sehr mag!

      Antwort

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