Archiv der Kategorie: Empfehlung

Nachtschicht auf Hansa

Zu Weihnachten habe ich eine Taschenlampenführung auf der Kokerei Hansa geschenkt bekommen. Und warum lange warten, wenn das Wetter am ersten Freitag des Jahres wider Erwarten gut ist?

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Die Führung hat rund 2,5 Stunden gedauert und man erfährt sehr viel über die Arbeit auf der Kokerei. Und im Dunklen ist es natürlich ein besonderes Erlebnis, über das Gelände und durch die imposanten Gebäude zu streifen. Ein Großteil davon wird dabei zudem in schickem Blau erleuchtet. Ein eindrucksvoller Anblick und ein lohnenswerter Ausflug!

Einen schönen Panoramablick auf Dortmund gibt es ebenfalls:

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In der Kompressorenhalle:

cof

Feierabend!

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Die Alltag und Kultur Awards: Bücher 2017

Mit einem Ranking für Bücher tue ich mich immer schwer. Denn das „Themenspektrum“ der gelesenen Bücher ist ziemlich groß, wodurch sich die einzelnen Werke kaum vergleichen lassen. 2017 waren zwar hauptsächlich Romane unter meinen gelesenen Büchern, aber auch einige (Auto-)Biographien und im weiteren Sinne Sachbücher.

Einen klaren Favoriten kann ich dennoch nennen. Über die Anziehungskraft und Qualität von Hanya Yanagihara’s Roman „A little life“ habe ich bereits im Frühjahr (?) ausführlich und begeistert berichtet, und daran hat sich auch im Rückblick nichts geändert. Tatsächlich spukt mir die Geschichte immer noch ab und zu im Kopf herum. Klar, es ist ein vielerlei Hinsicht gewaltiges Buch, weshalb man es vielleicht nicht öfter mal zur Hand nimmt – aber schon lange hat mich kein Buch mehr so nachhaltig beeindruckt.

Ganz anders und sehr schön ist Tobi Katzes neues Buch „Immer schön die Ballons halten“. Nun gut, man nenne mich befangen – schließlich kenne ich Tobi persönlich. Und gerade dann hofft man ja umso mehr, dass das neue Buch wieder toll wird. Das hat er auf jeden Fall geschafft! Es ist nachdenklich, lustig, traurig und ich konnte einige  Situationen, in die die Hauptdarstellerin gerät, sehr gut nachempfinden. Und nicht zuletzt ist Tobi der einzige mir bekannte Schriftsteller, der das wunderbare Wort „Schlonz“ verwendet. Allein schon dafür lohnt sich die Lektüre des Buchs!

Darüber hinaus habe ich „Grant & I“ vom von mir sehr geschätzten Robert Forster sehr gerne gelesen. Er beschreibt in dieser Autobiographie den Weg der großartigen Go-Betweens, die irgendwie immer kurz vorm Durchbruch standen, diesen aber nie wirklich erleben durften, und das Zusammenleben mit seinem Freund und Bandkollegen Grant McLennan. Das alles ist toll und sehr warmherzig geschrieben – angesichts der Songs von Forster eigentlich auch kein Wunder.

Eine etwas andere Art „Musikerbiographie“ ist „Meet me in the bathroom“ von Lizzy Goodman. Anhand von Zeitzeugen-Zitaten rekonstruiert sie die Jahre 2000-2011 (ungefähr) der New Yorker Musikszene – der Schwerpunkt liegt dabei auf den Strokes, die alles mehr oder weniger ins Rollen brachten. Eine sehr kurzweilige Herangehensweise an ein (für New-York- und besonders Musikfans) spannendes Thema. Apropos Musik: Da ist auch „I was britpopped“ von Jenny Natasha und Tom Boniface-Webb sehr empfehlenswert. Eine Art Enzyklopädie des Britpop, also genau das richtige für mich!

Ein großes Lesevergnügen ist „Saturday Night Biber“ von Anja Rützel, deren Texte ich ja sowieso gerne lese. Rützel ließ sich zur Biber-Beraterin ausbilden, berichtet von ihrer Freundschaft zum Ameisenbär Ernst-Einar oder erklärt, warum Schabi Alonso und der Schab von Persien ideale Haustiere sind. Nicht-alltägliche Tiergeschichten, nach denen man sich sowohl klüger als auch bestens unterhalten fühlt!

Sehr gut gefallen hat mir auch das viel gelobte „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante. Da werde ich bald mal in die Fortsetzung einsteigen. Eine spannende und auch ziemlich traurige Geschichte, gerade weil sie keine Fiktion ist, war auch das Buch „Football Leaks“ von Rafael Buschmann und Michael Wulzinger über die Machenschaften rund um das Geschäft Fußball.

Toll war auch wieder einmal T.C. Boyle, selbst wenn „The Terranauts“ nicht sein bestes Buch ist. Ähnlich ging es mir auch mit „The Handmaid’s Tale“ von Margaret Atwood; hat mir gut gefallen, aber die MaddAddam Trilogie fand ich noch besser. In Reihenfolge des Lesens kommen abschließend noch weitere Bücher, die ich 2017 mit Genuss gelesen habe. Don Winslow: „The Power of the Dog“, „The Cartel“; Robert Seethaler: „Die weiteren Aussichten“; Bill Bryson: „The Road to Little Dribbling“; Ronald Reng: „Mroskos Talente“; Jonathan Safran Foer: „Here I Am“; Axel Hacke: „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“. Erfreulicherweise kann ich mich an kein Buch erinnern, dass mir überhaupt nicht gefallen hat. Das spricht für eine gute Vorauswahl!

Als letztes Buch habe ich 2017 eines des aktuellen Literaturnobelpreisträgers Kazuo Ishiguro angefangen und lese (natürlich) immer noch daran. Bis jetzt kann ich über „The Remains of the Day“ noch nicht allzu viel sagen, außer: Ich kann nach einigen Seiten ganz gut einschlafen… Mal sehen, was da noch kommt.

Die Alltag und Kultur Awards: Alben 2017

Dieses Jahr gibt’s mal was Neues. Statt wie immer die besten Alben in mehr oder weniger geordneter Abfolge aufzuzählen, habe ich sie diesmal in thematische Gruppen aufgeteilt. Tatsächlich sind 2017 für mich sehr viele gute Alben erschienen, daher passte der Ansatz ganz gut – zumindest in meinem Kopf. Entsprechend habe ich in diesem Jahr auch wirklich viele Alben in verschiedenen Formaten gekauft (knapp 40, natürlich nicht nur neue), das ist ja auch ein gutes Zeichen dafür.

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„Alte Helden“

Fangen wir mal mit dem schwierigsten an, der Definition für diese Gruppe. Sind z.B. Kettcar oder The National „alte Helden“? Irgendwie ja schon. Aber ich hab mal für mich entschieden: Hier kommen nur KünstlerInnen rein, die seit mehr als 20 Jahren am Start sind.

Sogar mehr als 20 Jahre Zeit mit einem neuen Album haben sich beispielsweise Slowdive gelassen. Und die gleichnamige Neuerscheinung musste bei mir erst ein bisschen wachsen (und ich musste die Band erst einmal – endlich! – live sehen), aber „Slowdive“ ist definitiv unter den Top-Alben in diesem Jahr. Lange auf sich warten lassen haben auch die reformierten Ride – und auch hier gilt: neues Album, super Album. Vielleicht ein paar wenige schwächere Songs drauf, dafür aber auch echte Knaller. Gilt genauso für The Jesus and Mary Chains „Damage and Joy“.

Und jetzt mal ans Eingemachte: Kommen wir zu den Gebrüdern Gallagher! Die haben ja beide in diesem Jahr eine Soloplatte an den Start gebracht. Schon klar, Noel gemeinsam mit den High Flying Birds, aber das trägt ja ganz klar seine Handschrift. Aber fangen wir mal mit Liams Werk „As you were“ an. Das war und ist überraschend. Überraschend gut. Was so ein bisschen Hilfe beim Songwriting doch ausmacht. Und die Stimme ist auch wieder da, wo sie hingehört. Bis auf ein, zwei schwache Nummern ist das wirklich gut, einige echte Highlights sind auch dabei. Da musste sich Noel schon strecken, um das zu übertreffen…

… und das hat er auch geschafft. Und zwar genau mit dem gegenteiligen Konzept zu Liam. Der – und um das gleich deutlich zu sagen: ich finde das super – ist sich selbst so treu geblieben wie nur möglich und hat Songs gemacht, die man so oder so ähnlich von ihm erwarten konnte.  Was ich aber auch gut finde: Dass Noel ein Album gemacht hat, mit dem möglicherweise viele Oasis-Fans fremdeln, das nicht so klingt wie seine Vorgänger und vielleicht auch nicht so, wie man es erwartet hätte. Da gibt es auf einmal fröhliche Glamrock-Tanznummern oder Ausflüge ins Psychedelische und Krautige. Und es klingt großartig, weil die Songs (natürlich) großartig sind. Ich finde das „Who built the moon?“ mit jedem weiteren Durchgang immer besser und besser.

 

Du musst es laut anhören

Prinzipiell gilt das natürlich für alle Alben. Aber bei manchen eben ein bisschen mehr. So wie bei Royal Blood zum Beispiel. Die machen mit  „How did we get so dark?“ (zum Glück) genau da weiter, wo sie beim ersten Album aufgehört haben. Das machen die Japandroids auf „Near to the wild heart of life“ auch. Und doch kann man bei beiden auch eine leichte Entwicklung des Sounds feststellen. Aber zum Guten, ohne dass sich die Musik von dem entfernt, was sie ausmacht. Auf gewohnt hohem Niveau laut sind auch die Sleaford Mods, die weiterhin ohne Qualitätsverlust ihrem Unmut Luft machen. „English Tapas“ ist wütend, wahr und gut, und muss deshalb natürlich immer laut angehört werden.

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Neu entdeckt

Jen Cloher is more than just a singer-songwriter. She’s a mentor, a small business owner, a champion for quality up and coming artists and a strong voice of reason in a complex industry.” Mit diesen Worten wurde Cloher in Australien mit dem Double J Award ausgezeichnet. Von der „strong voice“ kann man sich aber auch in ihrer Eigenschaft als Sängerin überzeugen. Ich hatte das Glück, das bei einem spontanen Konzertbesuch tun zu können, bei dem ich auch gleich das Album gekauft habe. Ein echter Glückstreffer!

Genau wie Loyle Carner. Auf der Playlist des Haldern Pop ein bisschen reingehört, Gefallen gefunden und auf den „Stundenplan“ für das Festival geschrieben. Zum Glück! Das Konzert ist im Rennen für das beste des Jahres, und das direkt im Anschluss gekaufte Album „Yesterday’s gone“ ist schlichtweg grandios. Und obendrein ist Carner noch ein unglaublich sympathischer Kerl. Alles richtig gemacht!

Über Love A hatte ich schon des Öfteren gelesen, sicher auch mal den einen oder anderen Song gehört. Aber so richtig habe ich mich dann doch nicht mit ihnen beschäftigt. Hätte ich vielleicht mal machen sollen, dann wäre ich nicht erst 2017 auf die Qualität dieser Band gekommen. „Nichts ist neu“ ist ein Album voller dringlicher Songs – ich kann mit dem Begriff „wichtig“ in diesem Zusammenhang eigentlich nicht viel anfangen, aber er passt hier. Love A haben was zu sagen, und sie sagen es. Laut. Und gut!

 

Wiederholungstäter

Irgendwie sind sie zwar auch „alte Helden“ – aber vielleicht dann doch nicht ganz so alt, und oft auch nicht mit so langen Zeitspannen zwischen den Alben. Aber wenn sie ein neues Album rausbringen, dann ist es gut – so scheint es das Gesetz zu sein. Und weil sie sich daran halten, haben The New Pornographers (ab nächstem Jahr übrigens „alte Helden“…) mit „Whiteout Conditions“ wieder ein wunderbares Popalbum voller Hits und schöner Melodien veröffentlicht. Ein Händchen für Melodien hat auch Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen. „It’s okay to love DLDGG“ heißt das Album, und es ist nicht nur okay, sondern meiner Meinung nach ihr bisher ihr bestes, was schon was heißen will – man kann eigentlich gar nicht anders, als sie lieb zu haben!

Genau wie Pete Fij (früher Adorable, Polak) & Terry Bickers (früher The House of Love), deren zweites Album „We are millionaires“ heißt (was wahrscheinlich eine Lüge ist) und wie schon der Erstling traumhafte, melancholische und auf das wesentliche reduzierte Songs enthält. Nicht reduziert, aber oft auch melancholisch sind ja auch The National, die in Sachen Albumqualität ebenfalls eine verlässliche Größe sind. So auch diesmal mit „Sleep Well Beast“.  Lange nichts zu hören war bis zu diesem Jahr von LCD Soundsystem. Eigentlich völlig logisch, weil sich die Band 2011 aufgelöst hatte. Aber James Murphy hat es wohl noch mal in den Fingern gejuckt, und das war gut so. „American Dream“ ist ein tolles Comeback-Album geworden. Sich nicht aufgelöst, aber zumindest länger pausiert hatten auch Kettcar. Auch die haben zur aktuellen Situation was bedeutendes zu sagen, und tun das auf „Ich vs. wir“ sehr eindrücklich. Und ich war ehrlich überrascht, dass es mir so gut gefallen hat bzw. immer noch gefällt. Gut so!

 

Das ist ja alles schön und gut. Aber was ist denn jetzt das beste Album 2017 für dich?

Die Frage ist eigentlich nicht wirklich zu beantworten. Aber wenn ich mich für ein Album entscheiden müsste, dann wählte ich… Loyle Carner.

Die Alltag und Kultur Awards: Songs 2017

Die Songs des Jahres habe ich auf dem Blog sonst gar nicht unbedingt immer mit einem eigenen Artikel gewürdigt. Aber dieses Jahr mache ich das, denn es gab einfach wirklich viele, die für eine Best-Of-Liste in Frage gekommen sind. Die Auswahl für meine traditionelle Mix-CD zum Jahresende ist mir selten so schwer gefallen. Viele gute, prominente Kandidaten sind hinten rüber gefallen, z.B. Japandroids, Kettcar, Paul Weller, Arcade Fire oder Spoon.  Meine ausführliche 2017-Playlist gibt es bei Spotify. Da finden sich neben den hier erwähnten auch noch weitere tolle Tracks. Diese 21 haben es dann letztendlich auf die CD geschafft:

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Ein paar davon verdienen aus verschiedenen Gründen eine eigene Erwähnung. Das sind zum einen die Songs von Liam und Noel GallagherLiam, weil es einfach genau das ist, wofür man ihn liebt, ganz „klassisch-traditionell“ sein Ding.

Und Noel, weil es eben das genau nicht ist, sondern für Gallagher-Verhältnisse schon fast revolutionär anders, und dennoch (mindestens) genauso gut.

Dann wäre da Loyle Carner, dessen „No CD“, müsste ich mich auf einen Song festnageln lassen, mein Track des Jahres wäre.

Der (Tanz-)Hit des Jahres kommt von Portugal. The Man,

während der lässigste Song des Jahres von Ride stammt.

Ach, sie sind ja eigentlich alle wunderbar. Zum Schluss gibt es aber noch eine lobende Erwähnung für die schönste Song-Video-Kombination; die kommt von Erdmöbel und Judith Holofernes.

Also, lasst die Hoffnungsmaschine laufen, dass uns 2018 auch wieder mit so vielen schönen Tracks verwöhnt!

 

Die Alltag und Kultur Awards: Konzerte 2017

Auf den Spitzenplätzen

Loyle Carner (Haldern Pop) 2017 war bei mir das Jahr des Loyle Carner. Und das ging mit dem umwerfenden Konzert im rappelvollen Spiegeltent beim Haldern Pop so richtig los. Da habe ich ja schon einige Wahnsinnsshows gesehen, und dieser Auftritt gehört definitiv dazu!

Slowdive (Way Back When) Erste Reihe, fast mittig, alle Sinne auf vollen Empfang und einfach genießen, in seiner ganzen lauten, epischen Schönheit. Umwerfend gut, ich krieg direkt wieder Gänsehaut.

Arcade Fire (Tanzbrunnen, Köln) Gänsehautmomente en masse inmitten von 12.000 Leuten und bei teilweise noch hellem Sommerhimmel. Endlich Arcade Fire live, endlich Rebellion (Lies) live (Oh! Mein! Gott!). Gigantisch gut!

Who Killed Bruce Lee (FZW, Dortmund) Ich sage es mal so: Wer zurzeit ne bessere Liveband für ein (relative) kleines Clubkonzert finden will, hat es schwer. Die Jungs von WKBL sind einfach sensationell gut!

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Slowdive

Dicht auf den Fersen

Jen Cloher (Maschinchen Buntes, Witten) Dazu habe ich bereits vor einiger Zeit alles gesagt. Begeistert bin ich aber immer noch!

Gurr (Way Back When) Konzerte, zu denen man aus Interesse geht und die einen dann voll aus den Latschen hauen, sind einfach schwer zu schlagen.

The Divine Comedy (Mojo, Hamburg) Da stimmte einfach alles. Sympathisch und charismatisch, wunderbare Popsongs

Portugal. The Man (Way Back When) Liefen jahrelang bei mir unter dem Radar. Wird mir nach diesem beeindruckenden Konzert sicher nicht mehr passieren. Versprochen!

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Jen Cloher

Die Verfolger

Locas in Love (Zeche Carl, Essen) Zehn Jahre Saurus – Grund genug, dieses tolle Album in Gänze auf die Bühne zu bringen. Und sowieso sind die Locas eine wunderbare Band, da lohnt der Konzertbesuch immer.

The Wave Pictures (Subrosa, Dortmund) Die sind immer Garanten für ein schönes Konzert. Einfach, weil sie selbst so viel Spaß dabei haben.

Die Höchste Eisenbahn (Haldern Pop) Die sind immer Garanten für ein schönes Konzert. Einfach, weil sie selbst so viel Spaß dabei haben. (Nein, das ist kein Copy-/Paste-Fehler, das gilt schlicht und einfach für beide Bands exakt gleich.)

Kate Tempest (Haldern Pop) Die Frau hat was zu sagen, und sie sagt es auf beeindruckende Weise. Keine leichte Kost, sollte man aber nicht verpassen.

 

Die gute Basis

Buster Shuffle (Trompete Bochum), Motorama (FZW, Dortmund), Sparkling (Cardinal Sessions Köln), Shame (Cardinal Sessions Köln), Paul Weller (Ringlokschuppen, Bielefeld), His Clancyness (Etepetete Festival), The Amazons (Haldern Pop), Nick Waterhouse (Haldern Pop), Idles (Haldern Pop), Warbly Jets (Way Back When), Jake Isaac (Way Back When)

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Paul Weller

Außer Konkurrenz

Rainald Grebe (Werk°Stadt, Witten), Helge Schneider (Philharmonie, Köln), The Ukulele Orchestra of Great Britain (Heinz-Hilpert-Theater, Lünen) Die waren alle auf ihre Weise sehr brillant, unterhaltsam und lustig.

Man sieht also: Das Konzertjahr 2017 war sehr ergiebig. Tolle Künstlerinnen und Künstler, die ich zum ersten Mal gesehen habe, viele wunderbare Acts, die immer wieder super sind. Und die ersten Tickets für das nächste Jahr sind natürlich auch schon gekauft. Es muss schließlich immer Musik da sein!

 

Nissa la bella – fell in love with a city

Da das Wetter draußen seit Tagen eher dazu einlädt, möglichst wenig vor die Tür zu gehen, wird es höchste Zeit, einen Blick über die immer noch leicht sonnengebräunte Schulter zu werfen und sich lächelnd an den diesjährigen Sommerurlaub zu erinnern.

Beach

Die Reise ging dieses Mal nach Nizza. Im Gegensatz zu anderen Orten an der Côte d’Azur ist Nizza ein bezahlbares Pflaster, sowohl was die Unterkunft als auch die Ausgaben vor Ort angeht. Denn Nizza ist eine Großstadt, in der man natürlich auch den Reichtum der „French Riviera“ zu sehen bekommt, in der aber eben auch normale Leute leben und den Alltag bestimmen.

Stadt

Aus Touristensicht ist das ein sehr schöner Alltag. Der überwiegende Teil des Jahres ist sonnig und warm, man hat das wunderschöne, türkisfarbene Mittelmeer vor der Tür, und direkt dahinter schließt eine traumhafte Altstadt an; und auch die weitere Stadt, die wir gesehen haben, war . Dazu gibt es wunderbar leckeres Essen, köstlichen Roséwein und im Hinterland schöne Berglandschaften.

Essen

Da wir ja schließlich Touristen waren, haben wir all diese Vorzüge uneingeschränkt genossen. Na gut, im Hinterland waren wir nicht wirklich, was hauptsächlich daran lag, dass wir nur neun Tage dort waren. Aber ansonsten war das ein herrlich entspannter Urlaub. Viel Strand und Meer, zwei Ausflüge (nach Cannes und Antibes sowie nach Monaco) und Spaziergänge durch die Stadt, viel draußen sein. Ohne viel Plan, ohne Zwang in den Tag hinein leben, die Uhrzeit Uhrzeit sein lassen; eben einfach entspannen. Das geht unter anderem auch deshalb so gut, weil die Leute dort selbst entspannt sind. Liegt vielleicht am Meer und am schönen Wetter. Selbst die Touristen sind da nicht großartig negativ aufgefallen.

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Man sagt ja über Urlaub immer, dass er viel zu schnell vorbeigeht. Bei diesem hier war das tatsächlich noch akuter als sonst. Erstens weil er ohnehin recht kurz war; zweitens weil ich mich ein bisschen in diese Stadt verliebt habe und gerne noch viel mehr Zeit dort verbracht hätte. Nach Nizza komme ich bestimmt noch mindestens einmal zurück!

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Gehört und gesehen: Way Back When Festival 2017, Dortmund

Hurra, endlich wieder Way Back When! Das für uns komfortabelste Festival überhaupt. Mit der U-Bahn zum Venue, im eigenen Bett ausschlafen, und dann ist auch noch zeitgleich das Pfefferpotthastfest. Besser geht’s doch gar nicht! Weiterer schöner Nebeneffekt: Man trifft auch jede Menge bekannte und ebenfalls musikbegeisterte Gesichter vor Ort.

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Sieht nicht besonders schön aus, schmeckt aber umso besser: Pfefferpotthast

Dieses Jahr fiel das domicil als Veranstaltungsort raus, stattdessen war das View neu dabei. Kleiner Kritikpunkt: Man kommt nur mit dem Fahrstuhl hin und wieder weg, der nun mal eine begrenzte Kapazität hat. Das ist eher suboptimal. Ansonsten waren die Konzerte dort aber sehr in Ordnung. Das FZW ist in dieser Hinsicht sowieso über jeden Zweifel erhaben. Die Festivalorganisation ist ebenfalls beständig gut. Einzig schade war für uns die zeitliche Überschneidung von The Amazons und Warbly Jets (wobei ich The Amazons ja kürzlich noch in Haldern gesehen habe).

Aber jetzt mal Butter bei die Fische und zum Wichtigsten: zu den Konzerten. Die kommen jetzt in „geschmacklicher Reihenfolge“:

Slowdive: Ich würde nicht so weit gehen und Slowdive als eine meiner Top-Lieblingsbands bezeichnen. Dennoch standen sie auf meiner Liste der Bands, die ich noch sehen will, ziemlich weit oben. Einfach weil ich schon so oft von den beeindruckenden Livequalitäten gehört und gelesen habe. Und natürlich auch, weil ich die Musik sehr mag, ist doch klar. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Mit einer Mischung aus Begeisterung und Staunen stand ich in der ersten Reihe, quasi direkt unter Rachel Goswell’s Mikro, und nahm das mit allen Sinnen auf. Wow! Wirklich überragend. Nochmal wow!

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Slowdive

Gurr: Mitreißend! Die Platte hatte ich mir vor einigen Monaten gekauft und finde sie wirklich gut, aber dennoch war ich gespannt, wie das Ganze live wirken würde. Hinterher kann ich sagen: Das wirkt ganz großartig, ist noch ein, zwei Spuren lauter als auf Platte und scheint auch der Band viel Spaß zu machen. So viel lachende Gesichter auf der Bühne sieht man nicht oft – und davor waren es auch sehr viele. Der Extrabonus für mich: das Oasis-T-Shirt von Gitarristin und Sängerin Laura Lee. Das nächste Konzert ist schon so gut wie gebucht!

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Gurr

Portugal. The Man: Die aktuelle Single „Feel It Still“ ist einer meiner Ohrwürmer und Hits des Jahres. Davon abgesehen ging ich relativ „unvorbereitet“ in das Konzert (bei „Don’t Look Back In Anger“ als Zugabe konnte ich immerhin gut mitsingen…). Auch hier hatte ich viel Gutes über die Livequalität gehört und gelesen. Und es stimmte auch hier. Das war akustisch und auch optisch sehr beeindruckend. Und sehr viele Eindrücke auf einmal, aber es hat irrsinnig Spaß gemacht.

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Portugal. The Man

Richtig gut waren außerdem: Warbly Jets, die das View mit straightem, lauten Rock beschallten; Astronautalis, der es nach Portugal. The Man geschafft hat, das Euphorie- und Energielevel noch weiter hoch zu halten – alleine dafür Respekt; Fazerdaze, die schöne Indie-Gitarrenmusik machen, die ich mir immer anhören kann; und Jake Isaac, der mit seiner sympathischen Ausstrahlung schnell das ganze FZW im Griff hatte.

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Hatte den Laden im Griff: Jake Isaac

 

Gut gefallen haben mir auch J. Bernardt, Ilgen-Nur und Dan Croll (der leider das Pech hatte, dass während seines Sets im View immer mehr Leute abgewandert sind, um Roosevelt zu sehen). Ganz okay waren Client Liaison, die zwar musikalisch für mich nicht viel zu bieten hatten, dafür aber ne abgefahrene Show ablieferten, und Darjeeling, die wir aber zu Gunsten der Warbly Jets nach einigen Liedern wieder verließen.

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Leider nicht sehen konnte ich (und mit mir viele andere) denn Auftritt von Waxahatchee im FZW-Club. Da waren wir einfach zu spät dran und sind nicht mal in die Nähe der Tür gekommen.

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Sieger im Kostümwettbewerb: Client Liaison

Nicht warm werde ich live mit The Districts. Ich mag die Alben wirklich gerne, aber live holen sie mich einfach nicht ab. Ich finde die Posen des Sängers übertrieben und unglaubwürdig, und in meinen Augen/Ohren zerspielen sie die guten Songs zu oft. Sehr schade! Schade auch, dass ich mit Drangsal ein ähnliches Problem habe. Etwas abgeschwächt dadurch, dass mich die Musik auch nicht so 100% begeistert. Nach ein paar Songs haben wir uns also entschieden, stattdessen auf unseren Bauch zu hören und haben mit dem Olaf’s gleich mal die neue Gastronomie im FZW-Umfeld getestet. Und das ist sehr zu empfehlen – der Pulled Pork Burger war ein Gedicht (und wir waren mit dieser Idee auch nicht alleine). Eine Frage, die wir uns dabei aber  alle stellten: Warum gibt es auf dem Festivalgelände (also sinnigerweise am FZW) eigentlich keine Essensmöglichkeiten? Platz wäre doch da, und gut angenommen würde das mit Sicherheit! Es gibt also immer noch Raum für kleine Verbesserungen… Aber alles in allem war es wieder großartig! Ich freu mich auf jeden Fall sehr auf nächstes Jahr. Dann feiert das Festival 5-jähriges Jubiläum  (und wir mit ihm, als Besucher der ersten Stunde); die Tickets sind schon bestellt!

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