Archiv der Kategorie: Gegessen

Hej Kopenhagen: Essen, trinken, (ein bisschen) einkaufen

Ach Kopenhagen, das war schön mit dir! Eine tolle Stadt mit vielen sehenswürdigen Ecken, auf die ich aber ein anderes Mal eingehen will.

Heute nehmen wir uns in erster Linie mal die kulinarischen Genüsse vor, mit einem kleinen, aber wirklich eher kleinen, Ausflug in die Konsumwelt. Starten wir doch mal mit dem Essen: Bei Dänemark denken ja bestimmt die meisten (mich eingeschlossen) an Hot Dogs. Und tatsächlich stehen die Pølser-Wagen an sehr vielen Ecken. Und natürlich schmecken die Hot Dogs sehr gut – wir haben das mehrfach getestet.

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Ebenfalls „typisch dänisch“: Softeis. Ein ausgezeichnetes Softeis bekommt man bei Vaffelbageren in Nyhavn. Dort werden nicht nur „normale“ Waffeln selbst hergestellt, sondern auch die Eiswaffeln. Und das mittelgroße Eis hat gefühlt die Größe eines Kinderkopfs und schmeckt hervorragend.

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Riesen-Softeis mit Lakritz-Streuseln, oder: Bitte sprechen Sie in das Softeis-Mikrofon!

Natürlich kann man in einer Weltstadt wie Kopenhagen aber auch sehr gut international speisen. Zum Beispiel türkisch bei Pasha Kebab in Vesterbro. Das Lokal ist mehr eine Mischung aus Imbiss und Restaurant, also jetzt nichts für einen stundenlangen gemütlichen Abend, aber das tut der Qualität des Essens keinen Abbruch. Und: Schräg gegenüber, auf der anderen Seite des Enghave Plads, ist mit Beat København ein wunderbarer Plattenladen beheimatet. Der Besuch lohnt bei beiden unbedingt!

Köstliches Smørrebrød und anderes kann man im Cafe Auto in Nørrebro frühstücken – sowieso ein Stadtteil, der (nicht nur) kulinarisch einiges zu bieten hat. Zum Beispiel das äthiopische Restaurant Ma’ed, das sogar auf der gleichen Straße liegt. Oder das Cafe Stefanshus, in dem man abends sehr gut ein Bier trinken gehen kann. Noch schöner kann man letzteres in der Blågårds Apotek, die eine tolle Bier- und generell Getränkeauswahl in schöner Atmosphäre bietet.

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Köstliches Craft Beer in der Blågårds Apotek

Selbstverständlich gibt es auch in Kopenhagen leckere Burger. Richtig gut war es bei Tommi’s Burger Joint, einem isländischen Burgerbrater, der aber auch schon in anderen Teilen Europas zu finden ist (natürlich auch in Berlin…). In Kopenhagen residiert der Burger Joint in Kødbyen, einem Komplex von ehemaligen Schlachthallen, in dem nun schicke Restaurants und Büros zu finden sind.

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Die Speisekarte in Tommi’s Burger Joint. Gibt’s aber zum Glück auch nochmal in kompakter Form…

Ach ja, und dann gibt es ja auch noch den Copenhagen Street Food Market. Hier findet man nun wirklich sehr viel, was das Herz bzw. der Magen begehrt. Und das wieder einmal in toller Atmosphäre.

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Copenhagen Street Food vom Wasser aus gesehen – die Halle liegt auf einer ehemaligen Lagerinsel für Papier.

Wem dort doch noch etwas fehlen sollte, der wird aber bestimmt in den Torvehallerne fündig. In diesen beiden Markthallen gibt es vom frischen Fisch bis zu Wein und Süßspeisen alles, und drumherum einen Outdoor-Markt und noch mehr Street Food.

Man sieht: Kopenhagen hat viel für den Genuss zu bieten. Man sieht auch: Ich wäre ein lausiger Foodblogger. Die tollsten Speisen und Lokale habe ich entweder gar nicht oder nur unzureichend fotografiert…  Und wer jetzt anmerkt: Von Einkaufen war jetzt aber nicht viel zu lesen: stimmt. Außer dem Plattenladen haben wir eigentlich nur dem Kaufhaus Illum und dem sehenswerten Hay House einen längeren Besuch abgestattet. Andere Läden waren eher Verlegenheitsbesuche während eines längeren Regenschauers oder ein Zufallsfund wie der Lagerverkauf von Wood Wood in Nørrebro. Ansonsten hat Kopenhagen zwar viele Shoppingmöglichkeiten zu bieten, aber wir waren zu sehr mit den anderen Attraktionen beschäftigt. Neben essen und trinken natürlich…

Rückblick auf und Premieren in 2016

Was ist, wenn es nicht an 2016 liegt, sondern daran, dass unsere Idole mittlerweile in einem Alter sind, in dem das Sterben immer wahrscheinlicher wird? Das ist die sinngemäße Zusammenfassung eines Tweets, den ich neulich gelesen habe und der natürlich den Nagel auf den Kopf trifft. Als Generation zwischen 25 und 45 sind unsere (Kindheits-)Idole nun einmal meistens ca. 20+ Jahre älter als wir – mal ausgenommen aktuelle Sport- und Showbusinessstars. Und das erhöht die Wahrscheinlichkeit – na Sie wissen schon… Einem Jahr dafür die Schuld zu geben ist fast noch absurder, als jemanden nach seiner Herkunft zu beurteilen und in eine Ecke zu stellen. Auch wenn es natürlich das Einfachste ist. Wie es ja überhaupt (nicht erst) in 2016 immer mehr in Mode zu kommen schien, alles immer möglichst einfach darzustellen und gegeneinander auszuspielen. In dieser Hinsicht, so ganz allgemein, war das vergangene Jahr ein eher besorgniserregendes.

Für mich ganz persönlich war 2016 dagegen kein schlechtes Jahr. Im Gegenteil. Ich habe unter anderem

  • tolle (neue) Orte gesehen und kennengelernt. Neu waren z.B. Riga (wunderschön), das Ahrtal (ebenso) oder die dänische Halbinsel Als, und dort insbesondere Nordborg-Købingsmark (dito!), und noch einige Orte mehr;
  • habe mit vielen lieben Menschen freudige Anlässe wie Hochzeiten oder Geburtstage gefeiert, schöne Sachen unternommen oder einfach nur nett zusammengesessen;
  • habe neue Dinge gemacht, ausprobiert und erlebt: zum Beispiel mit einem Alpaka spazieren gehen – das kann ich vorbehaltlos empfehlen, es war wunderbar herrlich; möglich ist das bei Daniels kleiner Farm in Castrop-Rauxel.
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Mein Alpaka-Freund Hurricane 😉

  • Ich war als Zuschauer bei einem Profi-Darts-Turnier der Professional Darts Corporation (PDC), was Spaß gemacht hat und interessant war.
  • Ich habe bei der Trilogy Challenge mitgemacht, eine weltweite Disc Golf Turnierserie, die in Lünen von den Ruhrpott Putters hervorragend organisiert wurde. Freue mich schon auf die nächste Ausgabe!
  • Ich war beim Weihnachtsflair auf Schloss Bodelschwingh und beim milttelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt im Fredenbaumpark, was beides sehr schön und atmosphärisch war.
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Tolle Atmosphäre: Der Lichter Weihnachtsmarkt

  • Ich hatte viele schöne Konzertmomente mit bekannten Helden und neuen Bands. Neu dabei waren z.B. die fantastischen Who Killed Bruce Lee, das grandiose Ukulele Orchestra of Great Britain, Otherkin, Yak, Motorama oder Jungle By Night.
  • Es gab tolle Bücher und Lesungen, Museumsbesuche, neue Alben und feine Ausflüge, einige gute Filme und schöne Ausstellungen. Es gab sogar eine Sneaker Convention, was auch in vielerlei Hinsicht interessant war. Und auch eine Premiere. Genauso wie das Eintauchen in die Welt der Streamingdienste (als wahrscheinlich einer der letzten Menschen…): Hallo Netflix, hallo DAZN!

Es gab also viel neues zu tun und entdecken. Und das ist gut so. Wie schrieb Frau Nessy so treffend: „Man sollte immer ausreichend Dinge zum ersten Mal tun.“ Sehe ich genauso, halte ich genauso. Die ersten Dinge dazu sind für 2017 schon gebucht und geplant, und oft kommt ja auch spontan noch das eine oder andere dazu. Und ich freue mich drauf.

Riga: Kulinarisches, Künstlerisches und Kurioses

Vorab und eigentlich das wichtigste: Riga ist absolut eine Reise wert. Eine tolle und schöne, trotz ihres Hauptstadtstatus entspannte Stadt, die viel zu bieten hat.

Aber dazu später mehr. Heute geht es erstmal um „Begleiterscheinungen“. Wie war das Essen, was gab es zu trinken, kleine, aber feine Straßenkunst und erstaunliche und witzige Dinge, die man quasi nebenbei sieht.

Essen

Starten wir mit dem Essen. In Lettland gibt es ganz köstliches dunkles Roggenbrot mit Kümmel (das aber nicht immer so verkauft wird wie oben links… Das war auf dem großartigen Markt in den Kalnciema Kvartals). Das passt auch hervorragend zu Sauerkraut und Wurst, ebenfalls auf besagtem Markt gegessen. Genauso wie auch dieses köstliche Stück Torte von dort stammt. Und natürlich gibt es in Riga auch gute Burgerschmieden – zum Beispiel Burger Story.

Drinks

Auch in Lettland wird schmackhaftes Bier gebraut. Sehr beruhigend, kann man ja im Vorfeld nie wissen. 😉 Weniger empfehlenswert ist hingegen die Cola-Limo unten links im Bild. Da ist die Verpackung eindeutig besser als das Getränk. Ein Verkaufsschlager ist dagegen ist der Riga Black Balsam. Und dass sich damit auch leckere Cocktails mixen lassen, habe ich am eigenen Gaumen erfahren dürfen!

Streetart

So, jetzt aber zurück auf die Straße. Da findet man, wenn man genau hinsieht, das eine oder andere kleine Kunstwerk.

Outtakes

Und dann ist da auch noch die Erkenntnis, dass Lettisch nicht nur eine interessante Sprache ist, sondern deren Schreibweisen einen auch manchmal zum Schmunzeln bringen. Dass es in Riga kuriose Ladennamen gibt und interessante Kennzeichen. Im Albert Hotel hängt ein witziger Spiegel (wichtige Info: größentechnisch liege ich bei Schwarzenegger und Sharapova), in unserem Hotel eine Origami-Anleitung, die ich spontan nachbasteln könnte. Die Funky Army ist stilvoll unterwegs, und auch in Lettland gibt es Fans des Haldern Pop.

Mehr aus Riga gibt es demnächst an dieser Stelle. Bis dahin: Prozit!

Journal de Paris, Jour 4

Der vierte Tag begann wie immer mit einem Blick gen Himmel – das Wetter sah wieder etwas mehr nach Regen aus, sollte sich aber im Laufe des Tages doch als zumindest trocken erweisen. Sehr gut!

Einem Besuch des Markts auf dem Boulevard de Belleville stand also nichts im Wege. Den hat wiederum unser Reiseführer empfohlen, und auch dieser Tipp erwies sich als Volltreffer. Dort als Basar angekündigt, entpuppte sich das geschäftige Treiben eher als „klassicher“ Wochenmarkt.

Der Markt in Belleville

Der Markt in Belleville

Ich mag Märkte ja sehr. Und klassisch ist natürlich relativ: Nach Maniok, Süßkartoffeln in Melonengröße und anderen Köstlichkeiten aus aller Welt muss man auf unseren Märkten wohl lange suchen. Und nach Msemen. Was das ist? Ein marokkanischer Pfannkuchen, an dem ich nicht vorbeigehen konnte. Und an dem ich einiges zu kauen hatte. Sehr reichhaltig, aber lecker! Der Markt war auf jeden Fall ein Erlebnis für alle Sinne. Kann ich jedem Paris-Besucher absolut empfehlen.

Von dort aus war es dann nur noch ein Katzensprung zum Père Lachaise. Das ist einer der großen Friedhöfe im Pariser Stadtgebiet, und dank des Grabs von Jim Morrison wahrscheinlich der meistbesuchte. Als wir am späten Vormittag dort ankamen, waren zum Glück noch recht wenig Leute dort unterwegs. Und so wanderten wir über das weitläufige, wunderschön angelegte Gelände, vorbei an den zum Teil beeindruckend konstruierten Grabstätten berühmter (Balzac, Chopin, Voltaire, Edith Piaf) und – zumindest für uns – weniger bekannter Persönlichkeiten und Familien, die Paris geprägt haben oder dort lebten. Obwohl natürlich klar als Friedhof erkennbar, wirkte es oft wie ein Park, weil sich die Natur an vielen Stellen ihren Weg bahnt.

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Auf mehr als eine Handvoll Leute trafen wir tatsächlich nur an den Gräbern von Piaf, Oscar Wilde und eben Jim Morrison (an dem auch ein Zaun die Leute nicht davon abhält, unmittelbar daneben zu posieren). Ein interessanter Ausflug, der mich allerdings etwas zwiegespalten zurückließ: Einerseits war ja auch ich als Tourist dort hin „gepilgert“, und natürlich schaut man sich dann auch die Gräber der Prominenten an. Andererseits konnte ich mir auch lebhaft vorstellen, wie unendlich nervig das für Menschen sein muss, deren Angehörige rein zufällig neben Jim Morrison begraben liegen und da mittags schon Leute mi Bierdosen am Zaun stehen. Alles nicht so einfach.

Mit der Metro machten wir uns anschließend auf die Reise zum Tour Montparnasse. An dem waren wir zwei Tage zuvor schon einmal vorbeigekommen, angesichts des schlechten Wetters hatten uns die 15 Euro für die Auffahrt allerdings abgeschreckt. An diesem Tag aber nicht, und so ging es mit dem schnellsten Aufzug Europas in knapp 40 Sekunden auf ca. 210 Meter Höhe. Dann noch ein paar Treppenstufen und schon steht man auf einer Dachterrasse mit einer Wahnsinnsaussicht.

Der Blick vom Tour Montparnasse

Der Blick vom Tour Montparnasse

Die Terrasse ist mit Plexiglasscheiben umgeben (sonst wäre man beim stark aufkommenden Wind weggeflogen), die wiederum kleine Schlitze haben, damit man Fotos ohne störende Scheibeneffekte machen kann. Toll! Noch dazu war es fast leer da oben, so dass man in aller Ruhe schauen, genießen und fotografieren konnte. Kann ich nur empfehlen!

Eiffelturm, Arc de Triomphe, Invalidendom und noch viel mehr

Eiffelturm, Arc de Triomphe, Invalidendom und noch viel mehr

Und weil es so schön da oben war, sind wir noch ein Stündchen in der Cafeteria sitzen geblieben. Aus dem Fenster auf die Stadt gucken, Postkarten in die Heimat schreiben, ein bisschen stärken. Très bien!

Wiederum mit der Metro ging es zurück auf die andere Seine-Seite, genauer zum Centre Pompidou. Auch wenn wir hier ebenfalls nicht hinein gegangen sind (es wäre noch nicht einmal eine Schlange vor der Tür gewesen, es war aber auch schon recht spät), zumindest von außen wollten wir uns dieses außergewöhnliche Gebäude mal angucken. Von weitem sieht es ja fast ein bisschen aus wie ein gigantisches Baugerüst. Aus der Nähe ist es beeindruckend und ein bisschen kurios. Schön ist auch der benachbarte Platz inklusive des Stravinski-Brunnens mit Figuren der Künstler Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Da sich auch die Sonne mal wieder zeigte, konnte man sich dort prima hinsetzen und Leute und Umgebung beobachten.

Stravinski-Brunnen, Centre Pompidou und das Drumherum

Strawinsky-Brunnen, Centre Pompidou und das Drumherum

Nach einem kleinen Spaziergang durch das umliegende Viertel speisten und tranken wir köstlich in einem Irish Pub (empfehlenswert!) und machten uns dann noch einmal auf den Weg zum Eiffelturm. Denn den sollte man schließlich auch einmal im Dunkeln, also beleuchtet, gesehen haben. Sieht nämlich wirklich toll aus, wenn man sich mal den Scheinwerfer an der Spitze wegdenkt. Und zwischen 22 Uhr und 22.05 Uhr sollte man auch hartgesotten sein, speziell als Epileptiker vielleicht lieber wegsehen. Dann blinkt der Turm wie sonst nur die Leuchtreklame im Fenster eines schangeligen Callshops. Aber an sich sieht der beleuchtete Turm wirklich wunderbar aus. Fotos davon gibt es hier keine, aus Gründen. Findet man aber bestimmt irgendwo. Noch besser ist natürlich, man fährt selbst hin.

Wenn schon kein Foto vom beleuchteten Eiffelturm, dann wenigstens eins vom Besuch auf dem Tour Montparnasse.

Wenn schon kein Foto vom beleuchteten Eiffelturm, dann wenigstens eins vom Besuch auf dem Tour Montparnasse.

Und mit diesem schönen Anblick endete unser vierter Tag in Paris. Bevor es aber am nächsten Tag wieder in die Heimat ging, war noch ein bisschen Zeit für einen weiteren Streifzug. Demnächst mehr an dieser Stelle.

 

 

Journal de Paris, Jour 3

Ein Blick aus dem Hotelfenster am Montagmorgen verhieß gutes: Blauer Himmel war zu sehen – zwar gemischt mit einigen Wolken, aber immerhin! Eine deutliche Steigerung zum vorherigen Tag.

Daher war schnell klar, was wir als erstes ansteuern würden. Wiederum dank eines Tipps von Coco Lores (wie praktisch, wenn Freunde kurz vorher die gleiche Stadt bereist haben!) machten wir uns auf den kurzen Fußweg zu Galerie Lafayette. Die kann man sich ob ihrer beeindruckenden Architektur übrigens auch generell gut ansehen, auch wenn man keine Lust zum Shopping hat. Das i-Tüpfelchen aber ist ihre Dachterrasse im 7.Stock, die man kostenlos betreten kann und von der man einen tollen Panoramablick über die Dächer von Paris hat. Formidable! Und außerdem nicht überlaufen – wie bei einigen Attraktionen hatten wir auch hier ein gutes Timing und der große Andrang kam erst, als wir schon wieder auf dem Weg nach draußen waren.

Der Blick von der Galerie-Terrasse

Der Blick von der Galerie-Terrasse

Nachdem wir den Turm von der Terrasse aus schon ausgiebig betrachtet hatten, führte der Weg anschließend per Metro zum Eiffelturm. Bzw. zum Place du Trocadéro, von wo man einen tollen, weil etwas erhöhten, Blick auf das imposante Wahrzeichen hat. Hier war man natürlich nicht alleine, aber man konnte dennoch relativ ungestört einen Blick erhaschen und natürlich dutzende einige Fotos machen.

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von oben…

Nach dem obligatorischen Gang unter dem Turm hindurch (nicht hinauf – Thema „Schlange“…) in das anschließende Champs de Mars und einer kurzen, erstaunlich ruhigen Pause im Schatten des Turms stiegen wir wieder hinauf zum Trocadéro, um von dort aus in Richtung Arc de Triomphe zu laufen. Unterwegs machten wir Mittagspause in einer typischen, völlig untouristischen Brasserie (konnte man gut daran erkennen, dass wir tatsächlich die einzigen nicht-französischen Gäste waren – das muss man in Paris erstmal schaffen…). Lecker und nett!

... und von unten

… und von unten

Kurz darauf trafen wir am Place Charles de Gaulle ein – diesem unfassbaren Kreisverkehrchaos, in dessen Mitte der Arc dT thront. Gut, dass es einen Fußgängertunnel gibt, der in die Mitte führt, sonst würden viele Paris-Besucher wohl im nächsten Krankenhaus landen. Auch hier verzichteten wir aus bekannten Gründen auf einen Aufstieg, sondern sonnten uns stattdessen ein bisschen an der Seite des Bogens und beobachteten belustigt den vollkommen ungeregelt dahin wuselnden und hupenden Verkehr. Incroyable!

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Auf diesem Bild ist der Verkehr ziemlich zahm

Auf diesem Bild ist der Verkehr ziemlich zahm

Unser Weg führte uns anschließend weiter über die Avenue des Champs-Élysées – quasi die klassische Touristenroute. Und warum auch nicht? Bis auf ein, zwei Geschäfte ließen wir diesen Teil jedoch schnell hinter uns, verweilten ein bisschen auf halber Strecke zum Place de la Concorde, um schließlich zum Grand und Petit Palais abzubiegen und über die Seine zum Hôtel des Invalides zu spazieren.

Der Invalidendom. Unter der goldenen Kuppel befindet sich übrigens das Grab Napoleons.

Der Invalidendom. Unter der goldenen Kuppel befindet sich übrigens das Grab Napoleons.

Von dort aus ging es dann wieder zurück über den Fluss, ein bisschen entlang an selbigem, bis wir an besagtem Place de la Concorde landeten. Dort scharwenzelten wir ein wenig um den berühmten Obelisken (hier verzichte mich mal auf ein Bild, der Himmel war zu dunkelgrau für schöne Fotos) herum, bevor wir uns erneut auf den Weg zur Galerie Lafayette machten. Diesmal tatsächlich, um ein bisschen durch die bunte Warenwelt zu stöbern. Bis auf ein paar Postkarten haben wir allerdings nichts erbeutet.

Zeit fürs Dinner! Unsere Wahl fiel auf das „Le Coq Hardy“, eine Brasserie bzw. ein Café direkt um die Ecke unseres Hotels, das uns schon beim Vorbeigehen positiv aufgefallen war. (Leider gibt das Internet dazu nicht viel mehr her.) Falls mal jemand in der Nähe ist: Gehen Sie hinein. Der Wirt ist sehr, sehr nett, das Essen gut und günstig, und auch hier is(s)t man nicht in einer Touristen-Kaschemme. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Weil Paris ja auch in der Dunkelheit hübsch anzusehen ist, sind wir nach dem Essen noch einmal auf den Montmartre gestiegen. Dieses Mal näherten wir uns über den Place du Tertre, der im Dunkeln ganz bezaubernd ist; und außerdem ein Tummelplatz der Portraitmaler und Karikaturisten.

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Aber auch die Kirche selbst ist in den Abendstunden mehr als vorzeigbar, genau wie der Ausblick auf die erleuchtete Stadt. Da kann man sich auch bei etwas kühleren Temperaturen mal ein halbes Stündchen gemütlich auf die Stufen setzen und die Stadt gebührend genießen. Herrlich!

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Journal de Paris, Jour 2

Der erste komplette Tag in Paris begann leider, wie allerdings auch angekündigt, mit eher schlechtem Wetter. Immer mal wieder regnete es, zum Glück allerdings nicht allzu stark. Aber nervig ist es natürlich trotzdem.

Natürlich haben wir uns davon nicht abschrecken lassen. Unser Reiseführer empfahl einen Besuch der Rue Mouffetard im Süden des Quartier Latin: Die ist nicht nur eine der ältesten Straßen der Stadt sondern dort gibt es viele kleine Lebensmittelgeschäfte, Cafés und außerdem einen hübschen Markt. Und der Tipp war durchaus berechtigt, es war dort wirklich sehr schön, nur leider etwas nass.

Rue Mouffetard

Rue Mouffetard

Also schnell weiter zum Pantheon, der „nationalen Ruhmeshalle“ Frankreichs, die nur wenige Straßen entfernt liegt. In dieser ehemaligen Kirche finden sich die Grabstätten wichtiger Personen der französischen Geschichte – und zwar nicht nur von Staastmännern und Generälen, sondern auch von Dichtern und Denkern. Als Beispiel seien Voltaire, Rousseau oder das Ehepaar Curie genannt. Und auch diesem wohlbekannten Herren wird dort gedacht:

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Beeindruckend und definitiv einen Besuch wert. Als wir wieder rauskamen, hatte zumindest der Regen aufgehört, so dass wir unseren Spaziergang wiederum zum Palais und Jardin du Luxembourg fortsetzten. In ersterem sitzt heute der französische Senat, durch letzteren kann man sehr schön flanieren, wenn man den zahlreichen Joggern dabei nicht in die Quere kommt. Bei Sonne und Wärme ist das bestimmt ein noch herrlicherer Ort.

Jardin und Palais du Luxembourg

Jardin und Palais du Luxembourg

Nach einer kurzen Stärkung machten wir uns auf den Weg zur Île de la Cité, Heimat von Notre-Dame. Hier beschränkten wir uns allerdings darauf, die Kirche von außen zu bewundern – die Schlange für den Eintritt ging gefühlt über die halbe Insel. Über die schlenderten wir auch ausgiebig, bevor wir auf der kleineren und lauschigeren Nachbarinsel Île Saint-Louis ein senationell leckeres Eis gegessen haben.

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Von den Inseln ging es danach wieder zurück aufs „Festland“, genauer zum Hôtel de Ville. Bei einer so prächtigen Stadt wie Paris muss natürlich auch das Rathaus was hermachen. Ist gelungen, würde ich sagen. Von dort aus spazierten wir dann über die Rue Rivoli in Richtung Louvre. Unterwegs entdeckten wir ein Künstlerhaus, in dem man nicht nur die Galerie, sondern auch die Ateliers kostenlos besichtigen konnte, das 59 Rivoli. So kamen wir quasi durch Zufall doch noch zu einer Art Museumsbesuch, der dazu noch sehr cool und witzig war, denn beim Louvre beließen wir es ebenfalls bei einem Blick von außen. Schlangenthematik, Sie wissen schon.

Hôtel de Ville

Hôtel de Ville

59 Rivoli

59 Rivoli

Nach dem Bestaunen der Louvre-Pyramide und einem (etwas enttäuschenden) Streifzug durch den Museumsshop bot sich ein Spaziergang durch den Jardin des Tuileries an, der sich ja unmittelbar an das Museum anschließt. Auch der ist bestimmt noch um einiges schöner, wenn alles blüht und die Sonne scheint, aber auch so auf jeden Fall einen Besuch wert. Er endet auf dem Place de la Concord mit dem berühmten Obelisk. Von dem hören und sehen wir aber an anderer Stelle noch einmal was.

Panoramablick auf den Jardin des Tuilieres

Panoramablick auf den Jardin des Tuileries

Erstmal ging es für uns nämlich in Richtung Marais. Coco Lores hatte uns wärmstens empfohlen, dort, genau gesagt in der Rue des Rosiers, zum Falafel essen einzukehren. Und was soll ich sagen: Recht hatte sie. So gut habe ich selten Falafel gegessen. Und nach einem kurzen Spaziergang durch das sehenswerte Viertel konnte ich an einer weiteren Delikatesse ebenfalls nicht vorbei: einem köstlichen Stück Strudel. Très bien, magnifique! (Ich bin mir sicher, in dieser Straße könnte man sich in jedem Lokal auf köstlichste Weise den Magen vorschlagen. Da habe ich mich direkt wohl gefühlt.)

Rue des Rosiers im Marais

Rue des Rosiers im Marais

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns noch einen Drink oder zwei, lernten die klischee- und sagenhafte Unfreundlichkeit französischer KellnerInnen kennen (das war aber tatsächlich das einzige Mal!) und freuten uns an der Stadt und auf das, was da noch kommen mochte. Davon dann demnächst an dieser Stelle mehr. Für heute schließe ich mit dem letzten Schnappschuss des Tages. Und ja, ich habe auch erstaunt zweimal hingeschaut…

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DoGastro: Die neue (Ess) Klasse (2x), Pina e Enzo Scolaro Martins (Auswärtsspiel)

Ein Auswärtsspiel in Castrop-Rauxel, eingerahmt in zwei richtige Heimspiele: Die neue (Ess) Klasse ist für uns mit einem Spaziergang gemütlich zu erreichen für das „Martins“ haben wir dann doch das Auto bemüht. Eine besondere Gemeinsamkeit der beiden Restaurants: Beide befinden sich in wunderschönen alten Fachwerkhäusern.

Das „Treppchen“ an der Faßstraße in Dortmund-Hörde hat eine lange Tradition, nicht nur, aber auch im Gastro-Bereich – mit der neuen (Ess) Klasse wird diese hoffentlich dauerhaft fortgesetzt. Das Team hat ein paar moderne Tupfer in das alte Gasthaus gebracht, aber auch viel Ursprüngliches bewahrt. So fühlt man sich beim Gang durch die verschiedenen Räume, als würde man verschiedene Restaurants und Epochen durchlaufen. Ist aber natürlich nicht so, es gehört alles zusammen. Und es passt auch alles zusammen. Das fängt beim Service an, der exzellent ist. Wir bekamen einen wirklich gut schmeckenden Wein empfohlen und fühlten uns durchgehend sehr gut und aufmerksam bedient. Freundlich und locker, sehr kompetent und flott, aber nie aufdringlich.

Das Wichtigste ist natürlich immer noch das Essen. Und das war: köstlich! Zur Vorspeise (beim ersten Besuch) gab es für mich gebratenen Pulpo mit asiatischen Linsen, verfeinert mit etwas Balsamico und Kräutern. Das war schon einmal ein toller Einstieg. Die Hauptspeise war ein Lammcarré mit Herzoginkartoffeln und Romanesco, dazu eine dunkle Sauce mit Morcheln. Ein Gedicht! Das Küchenteam schafft es, aus bekannten Zutaten, die für sich genommen oft nicht sonderlich spektakulär klingen, etwas anderes, neues zu kreieren. Moderne, frische Küche nennt das Team das, und ich finde, das passt. Auch toll: Das Niveau der Speisen ist sehr hoch, das der Preise aber nicht. Da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis perfekt!

Beim zweiten Mal habe ich mich, dem nachmittäglichen Kuchen „geschuldet“, auf ein Hauptgericht konzentriert, und zwar ein Lachsfilet mit Nordseekrabben auf einer leichten Sahnesauce, Bratkartoffeln und einem bunten Kräutersalat. Das war tatsächlich eher ein Klassiker, hat aber ebenfalls sehr gut geschmeckt. Der Service war beim zweiten Mal ein kleines bisschen weniger stark als beim ersten Mal – lag vielleicht auch daran, dass es ein Sonntagabend war und weniger Personal unterwegs war. Gut war er aber insgesamt trotzdem, nicht dass ein falscher Eindruck entsteht. (Falls man die empfohlenen Speisen nicht mehr auf der Karte im Web findet: Die Gerichte wechseln öfter mal.)

Fotos vom Essen habe ich übrigens bei keinem der Besuche gemacht. Irgendwie fand ich es atmosphärisch unpassend, das Smartphone zu zücken und zu fotografieren. Speisefotos werden ja auch überbewertet… Nur die Telefonecke auf dem Weg zum Herrenklo fand ich so cool, da musste ein Foto her.

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Zwischen den beiden Besuchen in der Ess-Klasse sind wir im Pina e Enzo Scolaro Martins in Castrop-Rauxel gewesen. Das Restaurant hieß früher „nur“ Martins, daher der etwas umständliche Name. Wie dieser unschwer erkennen lässt, wird dort italienische Küche serviert – und die geht ja bekanntlich immer. Es gibt aber nicht ausschließlich die „Klassiker“, sondern eine schöne Auswahl quer durch die italienische Kochkunst. Für mich in diesem Fall eine Variation drei verschiedener Bruschetta und als Hauptgang: Cozze. Tja, klingt blöd für deutsche Ohren, ich weiß. Also auf Deutsch: Muscheln. Genauer gesagt Miesmuscheln in einer Pernod-Sahnesauce mit Pfeffer. Klingt schräg, schmeckt aber ausgezeichnet! Und auch was sonst so auf den Tisch kam sah durchweg gut aus. Das alles zu fairen Preisen und mit netter Bedienung – auch hier kann ich guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen.