Archiv der Kategorie: Gehört

Gehört und gesehen: Die Märzmusik auf einen Blick

Der Livemusikmonat war klein, aber fein: Nachdem uns Liam Gallagher krankheitsbedingt auf Juli vertrösten musste, war das einzige Konzert des Monats das von Drens im Rekorder in Dortmund. Drens kennt ihr nicht? Dann ändert das mal, Ladies and Gentlemen! Drens kommen aus Dortmund und Köln, machen feine Musik und sind (noch) ziemlich unbekannt. Also reinhören und hingehen, dann könnt ihr sagen, ihr habt sie gesehen, als sie noch kaum jemand kannte. Es lohnt sich!

oznor

Neu auf Platte: „Boarding House Reach“ von Jack White. Der hat sein Konzept der analogen Musik kurzerhand über den Haufen geschmissen und sampelt, stilbricht und experimentiert sich munter durch ein ganzes Album. Das ist mitunter etwas überfrachtet und anstrengend, aber der Mann ist einfach ein Großer. Irgendwie ist das also trotz gefühlten drei Millionen Stilrichtungen und Ideen ein großartiges Album, wenn auch eins, das man nicht unbedingt jeden Tag rauf und runter hört. Aber gute Musik muss ja auch nicht immer einfach sein, nicht wahr?

Eine ganz andere Kiste sind Acht Eimer Hühnerherzen. Bandnamen gelesen, in den Bandnamen verliebt, reingehört, großartig gefunden. Wie nennt man das, Akustikpunk? Ist ja auch völlig egal.  Nachdem ich das Album mehrmals über Spotify gehört hatte, war klar: Ich will die Platte! Also gesagt, getan. Die Begeisterung hält immer noch an, auch weil das irgendwie anders ist. Anders gut.

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Gehört und gesehen: Die Februarmusik auf einen Blick

Kurzer Monat, kurzer Musikrückblick. Und eigentlich ging es auch erst auf der Zielgeraden so richtig los. Anfang des Monats hatten wir noch relativ kurzfristig Karten für Slowdive in Köln gekauft. Eigentlich haben wir ja seit einigen Jahren die Abmachung, nicht mehr unter der Woche für Konzerte durch halb NRW zu fahren. Außer, es ist etwas Großes. Nach dem letztjährigen Album und dem Konzert beim Way Back When Festival waren wir uns aber einig: Slowdive ist was Großes. Also am eisigen Montagabend auf nach Köln, ins schöne Gloria. Der Pluspunkt: So wenig Verkehr war auf dem Weg nach Köln zu dieser Uhrzeit vielleicht noch nie. Hing möglicherweise mit dem Winterwetter zusammen, das aber auf die Straßen zum Glück keine Auswirkung hatte.

mde

Das Konzert war, fast schon wie erwartet, wunderschön. Viel toller Sound, viel Gänsehaut, auch wenn Rachel Goswell und Neal Halstead erkältungsbedingt stimmlich etwas angeschlagen waren. Es hat der Atmosphäre keinen Abbruch getan. In diesem grandiosen Sound kann man sich einfach aufs wunderbarste verlieren. Wer Slowdive live erwischen kann, sollte das tun. Es ist großartig.

oznor

In Sachen Platten noch ein kurzer Rückblick auf den Januar: Ich schrieb, das Tocotronic-Album bräuchte noch ein paar Durchgänge bis zu einer richtigen Beurteilung. Nun, die hat es in den letzten Wochen bekommen. Und ich sage: sehr gut! Bis auf zwei, drei Songs durchgängig klasse, und bei den Bonustracks, die es mit dem mp3-Download zur Platte gab, sind noch ein paar richtige Perlen dabei.

cof

Zwei neue Platten gab es ebenfalls, auch beide erst zum Monatsende. Eine davon stammt auch schon aus dem vergangenen Jahr, ist damals aber komplett an mir vorbeigezogen: Daniele Luppi und Parquet Courts mit „Milano“. Ich saß freitagsabends auf dem Sofa und hörte mich bei Spotify durch Neuerscheinungen, und irgendwann landete ich bei Parquet Courts und sah dieses Album aus 2017, bei dem auf vier Tracks auch noch Karen O singt. Von Daniele Luppi hatte ich zugegebenermaßen noch nie zuvor gehört. Ich hörte rein und war sofort verliebt. Was für ein unglaublich lässiges Album über die Stadt Mailand in den 1980er Jahren.  Das hat auf jeden Fall das Potenzial, bei mir in Dauerrotation zu laufen.

Album Nr. 2 stammt von Isolation Berlin und trägt den Titel „Vergifte dich“. Ich mag ja dieses melancholische und fatalistische an den Texten von Sänger Tobias Bamborschke. Und musikalisch mag ich Isolation Berlin auch. Nach zwei, drei Durchgängen gefällt mir dieses Album musikalisch vielleicht sogar besser als der Vorgänger.

cof

Ein kleiner Ausblick auf den März, den wir ja schon haben: Mindestens eine neue Platte wird es geben, und zwar das Album von Jack White. Und mal sehen, was mir sonst noch so über den Weg läuft. The Wave Pictures und The Vaccines bringen ja beispielsweise auch was neues raus.

Von den zwei geplanten Konzerten im März hätte eigentlich eines schon am 4.03. stattfinden sollen. Aber Mr. Liam Gallagher hatte ein Auftrittsverbot von seinem Arzt (seine Konzertabsagen waren auch schon mal rock’n’rolliger…). Mal schauen, wann das nachgeholt wird… Etwas gemütlicher (Liam hätte im Kölner Palladium gespielt) wird es am 17. mit Drens im Rekorder in Dortmund werden.

Gehört und gesehen: Die Januarmusik auf einen Blick

Musikalisch ging das Jahr 2018 sehr ordentlich los. Gleich zum Start gab es das Debutalbum von Shame, die ich vor ziemlich genau einem Jahr bei den Cardinal Sessions in Köln kennen gelernt habe. Ein großartiges Album, dringlich, laut und mitreißend. Da beansprucht schon früh jemand einen Platz in den Jahrescharts!

Das erste Konzert des Jahres fand im „Konzertwohnzimmer“ statt: Razz spielten im FZW-Club ein schönes Set. Am Nachmittag zuvor (es war ein Sonntag) waren wir bereits bei einer Lesung von Linus Volkmann im Labsal – das war also ein richtig guter Kultursonntag.

oznor

Für die zweite neue Platte in der Sammlung sind Tocotronic verantwortlich. Die Vorabauskopplungen zu „Die Unendlichkeit“ waren sehr vielversprechend (vor allem „Hey du“ und „Electric Guitar“), da musste das Album her. Es ist: schwierig, das schon zu beurteilen. Tocotronic-Alben vermögen mich nicht mehr so mitzureißen wie früher, wachsen aber oft nach mehrmaligem Anhören. Das angesprochene „Hey du“ oder auch „Electric Guitar“ („Teenage Riot im Reihenhaus“, wie gut ist bitte diese Zeile allein schon!) sind grandios, bei vielen anderen braucht es vielleicht noch etwas. Aber wenn schon das Feuilleton ellenlange Aufsätze über das Album schreibt, warum sollte es sich einem dann auch einfach erschließen?

Einfacher erschließt sich einem da schon ein Kettcar-Konzert, auch wenn Markus Wiebusch mit einem Grinsen festgestellt hat, dass sie ja jetzt von einigen Medien als „Polit-Punkband“ wahrgenommen würden. Punk ist sicher weit hergeholt, trotz aller Bandwurzeln; politisch stimmt spätestens seit dem letzten Album. Und auch wenn die letzten Alben mich nicht wirklich durchgängig überzeugen konnten: Live sind Kettcar einfach eine Bank, egal ob alte oder neue Songs. Das ist einfach immer gut. Auch die Vorband an dem Abend, Fortuna Ehrenfeld, wusste zu überzeugen.

oznor

Immer besser wird in meinen Augen sogar Gisbert zu Knyphausen samt Band. Der hat den Januar-Konzert-Hattrick im FZW für uns abgeschlossen, und zwar auf grandiose Weise. Der Mann ist mit einer erstklassigen Band unterwegs, die seine wunderbaren Songs so toll umsetzt, dass ich manchmal gar nicht wusste, worüber ich mich mehr freuen sollte – über die Spielfreude der Band oder den Song an sich. Ganz ganz großes Kino, das vom Publikum zu Recht mit einer zweiten Zugabe in eine (zumindest wirkte es so) ungeplante Verlängerung gebracht wurde.

oznor

Ausblick: In einer Übersprungshandlung (naja, quasi fast ohne nachzudenken…) haben meine liebste Konzertbegleitung und ich Ende Januar (Tages-)Tickets für den Rock-Werchter-Sonntag gekauft. Samt Hotelübernachtung in Leuven (man ist ja keine 20 mehr…). Nick Cave & The Bad Seeds, Arctic Monkeys, David Byrne, Eels – an einem Tag! Das war also eigentlich ein No-Brainer. Und da kommen ja noch KünstlerInnen dazu… Außerdem geplant, Ticketkauf erfolgt in Kürze: Love A in Köln. Es hört nie auf – zum Glück!

Die Premieren 2017

Eigentlich könnte ich es mir hier sehr einfach machen und einen nicht gerade kleinen Teil des Textes von dieser tollen Dame hier übernehmen. Schließlich haben wir ja sehr viel davon gemeinsam erlebt.

Zum Beispiel die Reisen und Ausflüge; ich war im vergangenen Jahr zum ersten Mal in Kopenhagen, in einigen Orten der Eifel, in Nizza, Cannes, Antibes und Monaco oder in der Elfringhauser Schweiz und auf dem Rheinsteig. Oder in den Steverauen, in der Elbphilharmonie (zumindest auf der Plaza) und in Bremerhaven (dort besonders im Klima- und im Auswandererhaus, zwei absolute Ausflugshighlights).

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In der Eifel war ich auch zum ersten Mal beim Ziplining, das war ein riesengroßer Spaß.  Ebenfalls (einigermaßen) naturnah war eine nächtliche Führung im Zoo, inklusive Streicheln eines Nashorns. Besonders letzteres war ein einmaliges und wunderbar intensives Erlebnis. Intensiv, wenn auch ganz anders, war meine allererste Teilnahme am Mud Masters Obstacle Run in Weeze. Ich war mir im Vorfeld nicht ganz sicher, aber als ich fertig war, wäre ich am liebsten direkt noch einmal gestartet, so viel Spaß hat das gemacht. Genau wie die Segway Tour, die wir durch den Dortmunder Abend gemacht haben. Auch etwas, was ich vorher noch nie gemacht hatte, aber schon lange mal vorhatte. Genau wie zu einem Spiel der Basketball-Bundesliga gehen. Okay, es war zwar ein Pokalspiel, aber immerhin Bayern München gegen Bonn, was sowohl in der Liga als auch im Pokal als Spitzenspiel durchgeht. War auch Spitze!

Bei den Konzerten gab es natürlich wieder jede Menge Premieren, von denen auch einige einen sehr nachdrücklichen Eindruck in Kopf, Herz und Plattensammlung hinterlassen haben. Endlich auf der Bühne gesehen habe ich letztes Jahr auch Helge Schneider und Rainald Grebe; und ganz bestimmt nicht das letzte Mal. Eine Premiere war für mich auch der Besuch des ???-Vollplaybacktheaters, und auch das hat mir sehr gut gefallen.

Weniger erfreulich, aber immerhin auch weit weniger schlimm als befürchtet, war eine kleine OP an der Kopfhaut. Nix wildes, und es war auch schnell und schmerzlos erledigt. Aber trotzdem eine Erfahrung, auf die man auch gut verzichten könnte.

Für 2018 stehen schon wieder einige Dinge auf dem Plan, die ich wieder zum ersten Mal sehen und/oder erleben werde. Jedes Jahr sollte immer wieder neue Premieren bereit halten, finde ich. Ich bin schon gespannt!

cof

 

Die Alltag und Kultur Awards: Alben 2017

Dieses Jahr gibt’s mal was Neues. Statt wie immer die besten Alben in mehr oder weniger geordneter Abfolge aufzuzählen, habe ich sie diesmal in thematische Gruppen aufgeteilt. Tatsächlich sind 2017 für mich sehr viele gute Alben erschienen, daher passte der Ansatz ganz gut – zumindest in meinem Kopf. Entsprechend habe ich in diesem Jahr auch wirklich viele Alben in verschiedenen Formaten gekauft (knapp 40, natürlich nicht nur neue), das ist ja auch ein gutes Zeichen dafür.

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„Alte Helden“

Fangen wir mal mit dem schwierigsten an, der Definition für diese Gruppe. Sind z.B. Kettcar oder The National „alte Helden“? Irgendwie ja schon. Aber ich hab mal für mich entschieden: Hier kommen nur KünstlerInnen rein, die seit mehr als 20 Jahren am Start sind.

Sogar mehr als 20 Jahre Zeit mit einem neuen Album haben sich beispielsweise Slowdive gelassen. Und die gleichnamige Neuerscheinung musste bei mir erst ein bisschen wachsen (und ich musste die Band erst einmal – endlich! – live sehen), aber „Slowdive“ ist definitiv unter den Top-Alben in diesem Jahr. Lange auf sich warten lassen haben auch die reformierten Ride – und auch hier gilt: neues Album, super Album. Vielleicht ein paar wenige schwächere Songs drauf, dafür aber auch echte Knaller. Gilt genauso für The Jesus and Mary Chains „Damage and Joy“.

Und jetzt mal ans Eingemachte: Kommen wir zu den Gebrüdern Gallagher! Die haben ja beide in diesem Jahr eine Soloplatte an den Start gebracht. Schon klar, Noel gemeinsam mit den High Flying Birds, aber das trägt ja ganz klar seine Handschrift. Aber fangen wir mal mit Liams Werk „As you were“ an. Das war und ist überraschend. Überraschend gut. Was so ein bisschen Hilfe beim Songwriting doch ausmacht. Und die Stimme ist auch wieder da, wo sie hingehört. Bis auf ein, zwei schwache Nummern ist das wirklich gut, einige echte Highlights sind auch dabei. Da musste sich Noel schon strecken, um das zu übertreffen…

… und das hat er auch geschafft. Und zwar genau mit dem gegenteiligen Konzept zu Liam. Der – und um das gleich deutlich zu sagen: ich finde das super – ist sich selbst so treu geblieben wie nur möglich und hat Songs gemacht, die man so oder so ähnlich von ihm erwarten konnte.  Was ich aber auch gut finde: Dass Noel ein Album gemacht hat, mit dem möglicherweise viele Oasis-Fans fremdeln, das nicht so klingt wie seine Vorgänger und vielleicht auch nicht so, wie man es erwartet hätte. Da gibt es auf einmal fröhliche Glamrock-Tanznummern oder Ausflüge ins Psychedelische und Krautige. Und es klingt großartig, weil die Songs (natürlich) großartig sind. Ich finde das „Who built the moon?“ mit jedem weiteren Durchgang immer besser und besser.

 

Du musst es laut anhören

Prinzipiell gilt das natürlich für alle Alben. Aber bei manchen eben ein bisschen mehr. So wie bei Royal Blood zum Beispiel. Die machen mit  „How did we get so dark?“ (zum Glück) genau da weiter, wo sie beim ersten Album aufgehört haben. Das machen die Japandroids auf „Near to the wild heart of life“ auch. Und doch kann man bei beiden auch eine leichte Entwicklung des Sounds feststellen. Aber zum Guten, ohne dass sich die Musik von dem entfernt, was sie ausmacht. Auf gewohnt hohem Niveau laut sind auch die Sleaford Mods, die weiterhin ohne Qualitätsverlust ihrem Unmut Luft machen. „English Tapas“ ist wütend, wahr und gut, und muss deshalb natürlich immer laut angehört werden.

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Neu entdeckt

Jen Cloher is more than just a singer-songwriter. She’s a mentor, a small business owner, a champion for quality up and coming artists and a strong voice of reason in a complex industry.” Mit diesen Worten wurde Cloher in Australien mit dem Double J Award ausgezeichnet. Von der „strong voice“ kann man sich aber auch in ihrer Eigenschaft als Sängerin überzeugen. Ich hatte das Glück, das bei einem spontanen Konzertbesuch tun zu können, bei dem ich auch gleich das Album gekauft habe. Ein echter Glückstreffer!

Genau wie Loyle Carner. Auf der Playlist des Haldern Pop ein bisschen reingehört, Gefallen gefunden und auf den „Stundenplan“ für das Festival geschrieben. Zum Glück! Das Konzert ist im Rennen für das beste des Jahres, und das direkt im Anschluss gekaufte Album „Yesterday’s gone“ ist schlichtweg grandios. Und obendrein ist Carner noch ein unglaublich sympathischer Kerl. Alles richtig gemacht!

Über Love A hatte ich schon des Öfteren gelesen, sicher auch mal den einen oder anderen Song gehört. Aber so richtig habe ich mich dann doch nicht mit ihnen beschäftigt. Hätte ich vielleicht mal machen sollen, dann wäre ich nicht erst 2017 auf die Qualität dieser Band gekommen. „Nichts ist neu“ ist ein Album voller dringlicher Songs – ich kann mit dem Begriff „wichtig“ in diesem Zusammenhang eigentlich nicht viel anfangen, aber er passt hier. Love A haben was zu sagen, und sie sagen es. Laut. Und gut!

 

Wiederholungstäter

Irgendwie sind sie zwar auch „alte Helden“ – aber vielleicht dann doch nicht ganz so alt, und oft auch nicht mit so langen Zeitspannen zwischen den Alben. Aber wenn sie ein neues Album rausbringen, dann ist es gut – so scheint es das Gesetz zu sein. Und weil sie sich daran halten, haben The New Pornographers (ab nächstem Jahr übrigens „alte Helden“…) mit „Whiteout Conditions“ wieder ein wunderbares Popalbum voller Hits und schöner Melodien veröffentlicht. Ein Händchen für Melodien hat auch Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen. „It’s okay to love DLDGG“ heißt das Album, und es ist nicht nur okay, sondern meiner Meinung nach ihr bisher ihr bestes, was schon was heißen will – man kann eigentlich gar nicht anders, als sie lieb zu haben!

Genau wie Pete Fij (früher Adorable, Polak) & Terry Bickers (früher The House of Love), deren zweites Album „We are millionaires“ heißt (was wahrscheinlich eine Lüge ist) und wie schon der Erstling traumhafte, melancholische und auf das wesentliche reduzierte Songs enthält. Nicht reduziert, aber oft auch melancholisch sind ja auch The National, die in Sachen Albumqualität ebenfalls eine verlässliche Größe sind. So auch diesmal mit „Sleep Well Beast“.  Lange nichts zu hören war bis zu diesem Jahr von LCD Soundsystem. Eigentlich völlig logisch, weil sich die Band 2011 aufgelöst hatte. Aber James Murphy hat es wohl noch mal in den Fingern gejuckt, und das war gut so. „American Dream“ ist ein tolles Comeback-Album geworden. Sich nicht aufgelöst, aber zumindest länger pausiert hatten auch Kettcar. Auch die haben zur aktuellen Situation was bedeutendes zu sagen, und tun das auf „Ich vs. wir“ sehr eindrücklich. Und ich war ehrlich überrascht, dass es mir so gut gefallen hat bzw. immer noch gefällt. Gut so!

 

Das ist ja alles schön und gut. Aber was ist denn jetzt das beste Album 2017 für dich?

Die Frage ist eigentlich nicht wirklich zu beantworten. Aber wenn ich mich für ein Album entscheiden müsste, dann wählte ich… Loyle Carner.

Die Alltag und Kultur Awards: Songs 2017

Die Songs des Jahres habe ich auf dem Blog sonst gar nicht unbedingt immer mit einem eigenen Artikel gewürdigt. Aber dieses Jahr mache ich das, denn es gab einfach wirklich viele, die für eine Best-Of-Liste in Frage gekommen sind. Die Auswahl für meine traditionelle Mix-CD zum Jahresende ist mir selten so schwer gefallen. Viele gute, prominente Kandidaten sind hinten rüber gefallen, z.B. Japandroids, Kettcar, Paul Weller, Arcade Fire oder Spoon.  Meine ausführliche 2017-Playlist gibt es bei Spotify. Da finden sich neben den hier erwähnten auch noch weitere tolle Tracks. Diese 21 haben es dann letztendlich auf die CD geschafft:

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Ein paar davon verdienen aus verschiedenen Gründen eine eigene Erwähnung. Das sind zum einen die Songs von Liam und Noel GallagherLiam, weil es einfach genau das ist, wofür man ihn liebt, ganz „klassisch-traditionell“ sein Ding.

Und Noel, weil es eben das genau nicht ist, sondern für Gallagher-Verhältnisse schon fast revolutionär anders, und dennoch (mindestens) genauso gut.

Dann wäre da Loyle Carner, dessen „No CD“, müsste ich mich auf einen Song festnageln lassen, mein Track des Jahres wäre.

Der (Tanz-)Hit des Jahres kommt von Portugal. The Man,

während der lässigste Song des Jahres von Ride stammt.

Ach, sie sind ja eigentlich alle wunderbar. Zum Schluss gibt es aber noch eine lobende Erwähnung für die schönste Song-Video-Kombination; die kommt von Erdmöbel und Judith Holofernes.

Also, lasst die Hoffnungsmaschine laufen, dass uns 2018 auch wieder mit so vielen schönen Tracks verwöhnt!

 

Die Alltag und Kultur Awards: Konzerte 2017

Auf den Spitzenplätzen

Loyle Carner (Haldern Pop) 2017 war bei mir das Jahr des Loyle Carner. Und das ging mit dem umwerfenden Konzert im rappelvollen Spiegeltent beim Haldern Pop so richtig los. Da habe ich ja schon einige Wahnsinnsshows gesehen, und dieser Auftritt gehört definitiv dazu!

Slowdive (Way Back When) Erste Reihe, fast mittig, alle Sinne auf vollen Empfang und einfach genießen, in seiner ganzen lauten, epischen Schönheit. Umwerfend gut, ich krieg direkt wieder Gänsehaut.

Arcade Fire (Tanzbrunnen, Köln) Gänsehautmomente en masse inmitten von 12.000 Leuten und bei teilweise noch hellem Sommerhimmel. Endlich Arcade Fire live, endlich Rebellion (Lies) live (Oh! Mein! Gott!). Gigantisch gut!

Who Killed Bruce Lee (FZW, Dortmund) Ich sage es mal so: Wer zurzeit ne bessere Liveband für ein (relative) kleines Clubkonzert finden will, hat es schwer. Die Jungs von WKBL sind einfach sensationell gut!

cof

Slowdive

Dicht auf den Fersen

Jen Cloher (Maschinchen Buntes, Witten) Dazu habe ich bereits vor einiger Zeit alles gesagt. Begeistert bin ich aber immer noch!

Gurr (Way Back When) Konzerte, zu denen man aus Interesse geht und die einen dann voll aus den Latschen hauen, sind einfach schwer zu schlagen.

The Divine Comedy (Mojo, Hamburg) Da stimmte einfach alles. Sympathisch und charismatisch, wunderbare Popsongs

Portugal. The Man (Way Back When) Liefen jahrelang bei mir unter dem Radar. Wird mir nach diesem beeindruckenden Konzert sicher nicht mehr passieren. Versprochen!

mde

Jen Cloher

Die Verfolger

Locas in Love (Zeche Carl, Essen) Zehn Jahre Saurus – Grund genug, dieses tolle Album in Gänze auf die Bühne zu bringen. Und sowieso sind die Locas eine wunderbare Band, da lohnt der Konzertbesuch immer.

The Wave Pictures (Subrosa, Dortmund) Die sind immer Garanten für ein schönes Konzert. Einfach, weil sie selbst so viel Spaß dabei haben.

Die Höchste Eisenbahn (Haldern Pop) Die sind immer Garanten für ein schönes Konzert. Einfach, weil sie selbst so viel Spaß dabei haben. (Nein, das ist kein Copy-/Paste-Fehler, das gilt schlicht und einfach für beide Bands exakt gleich.)

Kate Tempest (Haldern Pop) Die Frau hat was zu sagen, und sie sagt es auf beeindruckende Weise. Keine leichte Kost, sollte man aber nicht verpassen.

 

Die gute Basis

Buster Shuffle (Trompete Bochum), Motorama (FZW, Dortmund), Sparkling (Cardinal Sessions Köln), Shame (Cardinal Sessions Köln), Paul Weller (Ringlokschuppen, Bielefeld), His Clancyness (Etepetete Festival), The Amazons (Haldern Pop), Nick Waterhouse (Haldern Pop), Idles (Haldern Pop), Warbly Jets (Way Back When), Jake Isaac (Way Back When)

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Paul Weller

Außer Konkurrenz

Rainald Grebe (Werk°Stadt, Witten), Helge Schneider (Philharmonie, Köln), The Ukulele Orchestra of Great Britain (Heinz-Hilpert-Theater, Lünen) Die waren alle auf ihre Weise sehr brillant, unterhaltsam und lustig.

Man sieht also: Das Konzertjahr 2017 war sehr ergiebig. Tolle Künstlerinnen und Künstler, die ich zum ersten Mal gesehen habe, viele wunderbare Acts, die immer wieder super sind. Und die ersten Tickets für das nächste Jahr sind natürlich auch schon gekauft. Es muss schließlich immer Musik da sein!