Archiv der Kategorie: Gesehen

Zipline, Ziegen und mehr

Der/die eine oder andere war ja bestimmt schon mal in einem Klettergarten. Da macht man ja meistens auch eine (oder mehrere) Abfahrten an einem Stahlseil, von einem Baum zum anderen. Weil sowohl meine liebste Ausflugsbegleitung als auch ich davon besonders angetan waren – und von Bildern von Zipline-Touren obendrein – habe ich ihr im letzten Jahr genau so etwas geschenkt: eine Zipline-Tour.

Die kann man bei EifelAdventures in Berlingen machen. Weil das gut zwei Autostunden von Dortmund entfernt liegt, haben wir uns bei der Buchung der Tour entschieden, das mit einer Übernachtung zu verbinden und noch ein bisschen Ausflugsprogramm drumherum zu stricken. So sind wir am Samstagvormittag, pünktlich zum Ferienbeginn, in die Eifel aufgebrochen. Das erste Ziel, das wir uns ausgeguckt hatten, war der Wallende Born in, tadaa, Wallenborn. Das ist ein Kaltwassergeysir, alle 35 Minuten gibt es eine Eruption. Nach der erstaunlich stau- und stressfreien Fahrt erst einmal ein Kaffee im Gasthaus Zum Brubbel (so wird der Born im Volksmund genannt), dann gemütlich rüber geschlendert und gewartet. Nach einer halben Stunde dann: Es brubbelt.

DSC05539web

Eine eher gemütliche Eruption…

Hm. Schon ganz interessant, aber so richtig spektakulär ist das nicht. Vielleicht ist man aber auch von Bildern anderer Geysire „verdorben“. Kann man sich mal ansehen, den Brubbel – wenn man aber nicht sowieso dran vorbei kommt, muss man nicht extra da hin.

Also weiter, erst einmal zu unserer Unterkunft. Müllisch’s Hof liegt in Dohm-Lammersdorf (ja, das ist genauso groß wie es klingt) und ist wirklich sehr zu empfehlen. Idyllische, super ruhige Lage, schöne Zimmer, nette Leute, gutes Frühstück. Wir fahren aber trotzdem wieder los, und zwar zu den Dauner Maaren. Was Maare genau sind, kann man z.B. hier nachlesen.

DSC05548web

Das Weinfelder Maar

Was sie aber definitiv sind: Traumhaft schön. Wir waren am Weinfelder Maar, sind auf den Mäuseberg samt Dronketurm geklettert, von dem man auch das Gemündener Maar sehen kann, haben auf einer großen Schaukel mit tollem Ausblick die Seele baumeln lassen und waren einfach nur begeistert. Das Glück perfekt machen die vielen Ziegen und Esel, die dort (relativ) frei herumlaufen und für eine natürliche Grünpflege sorgen. Herrlich! Ein wunderbar entspannender Ausflug.

Am nächsten Tag aber dann: Zipline! Auf dem Weg machen wir noch einen Zwischenstopp an der Kasselburg (so nah dran, wie man ohne Eintritt in den Wolfs- und Adlerpark kommt), aber dann auf nach Berlingen. Weil wir früh dran sind, spielen wir noch eine Runde Adventure-Minigolf auf dem schön gestalteten Kurs. Und dann geht’s los. Wir werden in die Kunst des Ziplinings eingewiesen, drehen eine Runde auf dem Übungsparcours, klettern die „Himmelsleiter“ hoch – und schon geht es die erste Zipline entlang von Baum zu Baum. Grandios. Hat man beim ersten Mal noch ein leicht mulmiges Gefühl, macht es danach einfach nur noch Spaß. Besonders die beiden „Mega-Zips“ über das Tal des Berlinger Bachs.

P1360653webP1360681web

Ein kleiner Basejump und ein bisschen Klettern und Balancieren über Hängebrücken gehört auch dazu, aber hauptsächlich saust man am Seil durch die Luft. Ein tolles Gefühl! Gut zwei Stunden vergehen dabei wie im Flug (höhö). Hinterher haben jedenfalls alle Teilnehmer ein glückliches Grinsen im Gesicht.

Mit dem Ende der Zipline-Tour endet auch unser Ausflug und es geht wieder in Richtung Heimat. Und zwar mit vielen tollen Eindrücken und einem tollen Wochenende im Gepäck. Und weil es so schön ist, kommt jetzt zum Schluss noch ein Ziegenfoto. 😉

DSC05613web

72 Stunden in Ostwestfalen mit reichlich gutem Essen

Donnerstagabend bis Sonntagnacht, Bad Salzuflen, Bielefeld und zwischendurch ein Abstecher nach Herford. Zeit genug für jede Menge schöne Momente und viel Genuss in Ostwestfalen! Und vorweg: Jedes Lokal, das im weiteren Verlauf vorkommt, ist eine Empfehlung, falls ihr mal in der Nähe seid.

Los ging es nach unserer Ankunft in Bad Salzuflen mit den Seeterrassen im Kurpark. Bei traumhaftem Wetter saßen wir auf der schön gestalteten Terrasse und genossen unser leckeres Essen. Satt und zufrieden drehten wir anschließend noch eine Runde um den Kurparksee, bevor wir ins Hotel zurückspazierten – inklusive Zwischenstopp an der Eisdiele.

Am nächsten Morgen stand mit einer Hochzeit der eigentliche Grund unserer Kurzreise an. Die ganze Gesellschaft wurde anschließend im Bistro Millau mit einem leckeren Frühstück versorgt. Auch dort saßen wir – in der Altstadt und an der Salze sehr hübsch gelegen – natürlich draußen. Nach nachmittäglichem Kuchen (nicht dass man aus Versehen noch unterzuckert!) fuhren wir abends nach Herford zum Restaurant van Laer – auf dem Plan stand ein Spargelbuffet! Da lag natürlich nicht nur Spargel, sondern auch jede Menge weitere köstliche Speisen, die gut zum Spargel passen. Schon wieder pappsatt und glücklich. Außerdem ist es rund um das Restaurant, das in eine Hofanlage integriert ist, idyllisch schön, und auf einer Wiese standen sogar zwei Alpakas!

Am Samstag dann weiter nach Bielefeld. Zunächst an den Obersee, um den neuen – und leider noch nicht beschilderten – Disc Golf Kurs zu testen. Und weil das Wetter gut war, haben wir auch gleich den dortigen Biergarten getestet. Fühlte sich ein bisschen an wie im Urlaub, also sehr gut!

Abends waren wir bei Heinrich sein Enkel. Was bei uns im Pott möglicherweise als Beschreibung eines Verwandtenbesuchs durchgeht. Gemeint ist allerdings das so benannte Restaurant am Bielefelder Siegfriedplatz, das mit außergewöhnlicher Küche aufwartet. Regionale Produkte treffen französische Kochkunst. Dazu ein guter Wein. Das war schon etwas wirklich Feines!

Anders fein, aber eben auch fein war das sonntägliche Frühstück im Café Künstlerei. Quasi etwas für die Seele. Es gab nämlich ein Seelenfrühstück. Was das genau bedeutet, könnt ihr hier nachlesen. Zu den Seelen gab es allerlei leckeren Aufstrich und Belag, vieles davon selbstgemacht. Ein Gedicht und ein wunderbarer Start in den Tag. Der übrigens mit einem fantastischen Paul Weller Konzert endete. Aber davon hat meine liebste Konzertbegleitung schon längst ausführlich berichtet. Ich schließe also mit dem Fazit: Schön war es (mal wieder) in Ostwestfalen – und lecker!

Hej Kopenhagen: Hingehen, angucken, machen

Neben den kulinarischen Highlights hat Kopenhagen natürlich auch jede Menge tolle Bauwerke, Plätze und Sehenswürdigkeiten. Auf die „klassischen“ Ziele will ich hier gar nicht eingehen – eine exzellente Auswahl und Beschreibung findet ihr nämlich hier.

Heute soll es um einige Sehenswürdigkeiten gehen, die vielleicht weniger im Fokus der handelsüblichen Reiseführer stehen (oder dort zumindest eher beiläufig erwähnt werden), die den bekannten Attraktionen aber quasi in nichts nachstehen und allemal einen Besuch wert sind.

Fangen wir an mit Superkilen. Dieser Kunst- und Skulpturenpark im Stadtteil Nørrebro ist ziemlich außergewöhnlich. Nicht nur, dass die Kunstwerke begeh- und erlebbar sind – nein, das Ganze befindet sich auch mitten im Wohngebiet. Und: Die Kunstwerke stammen von Künstlern aus der ganzen Welt und sollen ein Zeichen für Diversität setzen. Ein tolles Projekt mit einem tollen Hintergrund.

DSC05073w

Superkilen

Eine vielleicht etwas spezielle Sehenswürdigkeit ist der Disc Golf Kurs im Valbyparken. Dieser mit Sicherheit auch selbst sehenswerte Park liegt südwestlich von der Innenstadt und ist mit dem Fahrrad super zu erreichen. Der Kurs ist toll angelegt und für einen Hobbyspieler ganz schön anspruchsvoll, vor allem an einem windigen Tag wie wir ihn hatten. Den weiteren Park haben wir zwar nicht explizit in Augenschein genommen, aber das, was wir gesehen haben, machte einen schönen Eindruck.

DSC05319w

Valbyparken

Das Stichwort „Fahrrad“ ist vielleicht keine wirkliche Sehenswürdigkeit, aber auch eine Sache, die man in Kopenhagen machen sollte. Kopenhagen ist eine Fahrradstadt! Radwege, die so breit sind wie Autospuren – und zwar nahezu flächendeckend. Ein Traum! Und die Stadt ist kompakt genug, dass man mit dem Rad zügig überall hinkommt. Plus: Leihfahrräder sind, wenn man sich die sonstigen Preise so anschaut, wirklich günstig.

DSC05197w

NICHT mein Leihfahrrad. Aber auch sehr schön.

Mit denen kann man zum Beispiel auch an ein paar coole Plätze fahren. Zum Beispiel zum Enghave Plads in Vesterbro, an dem es ja nicht nur, wie neulich berichtet, einen tollen Plattenladen gibt, sondern auch jede Menge Cafés und Restaurants, einen kleinen Skatepark und, wenn die Baustelle (bestimmt bald) weg ist, auch genug Raum zum Entspannen. Man kann da jedenfalls jetzt schön sehr schön mit einem Bier in der Sonne sitzen.

DSC05067w

Enghave Plads

Oder man fährt zum Gråbrødretorv. Der liegt zwar ziemlich zentral in der Innenstadt, ist aber trotzdem erstaunlich ruhig. Und außerdem sehr, sehr schön. Es steht eine riesige Platane darauf, rundherum sind hübsche, alte Häuser. Fast als würde man auf einem Gemälde von Kopenhagen herumlaufen.

DSC05349w

Gråbrødretorv

Wirklich schön ist es übrigens auch in Nørrebro. Aber dazu hier gibt es schon einen feinen, treffenden Reisebericht. Also gibt es zum Abschluss noch einen Buchtipp obendrauf: Einige der beschriebenen Ziele (und natürlich viele weitere lohnenswerte) findet man (nicht nur) in dem Reiseführer (also doch!) CitiX60 Copenhagen (auf Englisch). In dieser Reihe beschreiben Einwohner der Stadt – meistens Leute, die im weitesten Sinne in der Kreativbranche tätig sind – Orte, die sie für besonders sehenswert halten. Diese Reiseführer sind sehr liebevoll gestaltet und auch für andere Städte erhältlich.

Gehört und gesehen: The Divine Comedy, Mojo Club Hamburg

“And now we’re going to have a super party fun time!” Da muss Neil Hannon selbst lachen. Muss er an diesem Samstagabend im Mojo Club überhaupt ziemlich oft. Was er zum einen auf die Kombination aus Erkältungsarznei und Bier schiebt – da hätte man ihn doch von abhalten müssen, kokettiert er in Richtung seiner Band. Zum anderen aber auch deshalb, weil er einfach Spaß hat – mit sich, seinen Songs und dem euphorischen Publikum.

Denn schon vor der „offiziellen“ Ankündigung der „super party fun time“, irgendwann in der zweiten Hälfte des Konzerts, haben alle Beteiligten jede Menge Spaß. Auch bei den eher ernsten Songs. Wobei ernst ja auch ein bisschen relativ ist, wenn Neil Hannon in voller Napoleon-Verkleidung auf die Bühne kommt – und dann natürlich auch „Napoleon Complex“ singt. Da fällt es dann auch wirklich schwer, der eigentlich guten Bitte nachzukommen, doch heute mal auf Fotos zu verzichten. Hat nicht ganz geklappt, aber es wurden schon vergleichsweise wenige Kameras und Smartphones hochgehalten. Wie überhaupt das Publikum sehr gesittet und aufmerksam war, da habe ich in letzter Zeit schon deutlich schlimmeres erlebt.

img_20170218_211108

Nach wenigen Liedern befreit sich Hannon zumindest vom riesigen (und bestimmt auch mollig warmen) Hut – „one more song before the hat goes off“ –, ungefähr zur Hälfte verschwindet er dann für einen Kostümwechsel. Gegenüber der Uniform ist der elegante schwarze Anzug mit Sicherheit tausendfach bequemer. Und passt natürlich hervorragend zu „The Complete Banker“, dem ersten Song im neuen Outfit. Jetzt aber genug vom Äußerlichen – der Abend war schließlich auch musikalisch ein Hochgenuss. Hannon ist nicht nur ein toller Sänger mit großartiger Bühnenpräsenz, sondern hat auch eine hochklassige Band um sich versammelt. Zur Belohnung serviert er den Musikern zwischenzeitlich, ganz Gentleman, ein Gläschen Wein. Das gibt’s auch für Lisa O’Neill, die Support-Künstlerin, die für ein Duett noch einmal auf die Bühne kommt.* Es gibt einen Ausflug ins Publikum, kollektive Publikumsunterstützung bei (nicht nur, aber hauptsächlich) „National Express“ und immer wieder Begeisterungsrufe und -jauchzer, wenn ein weiterer „Hit“ angespielt wird. Davon haben The Divine Comedy viele, wenn auch vielleicht nicht im klassischen Charts-Sinn. Schon eher „At the Indie Disco“.

Und auch wenn ich – im Gegensatz zu ihr, die während und nach dem Konzert euphorisch strahlt – kein ausgewiesener Divine Comedy Experte bin, verfolge ich die Musik schon eine ganze Weile. Wirklich bewusst seit dem 2004er Album „Absent Friends“, dessen Titelsong leider nicht zur umfangreichen Playlist gehört. Man kann ja nicht alles haben. Und dennoch setzt die Band die Messlatte für die kommenden Konzerte ganz schön hoch an. Einfach weil dieses Konzert in seiner Gesamtheit so schön ist. Großes Konzertkino, einfach schön!

Ach ja: An, in und „auf“ der Elbphilharmonie waren wir übrigens an dem Tag auch. Also soweit man eben hineinkommt, ohne ein Konzert zu besuchen. Was nicht wahnsinnig weit ist, aber trotzdem lohnenswert. Und man hat natürlich einen tollen Blick auf Hamburg und vor allem den Hafen.

elphi

*Sehr schade: Lisa O’Neill ist sehr sympathisch, witzig und singt schöne Songs – aber leider mag ich ihre Stimme so überhaupt nicht.

24 Stunden in München

Kürzlich war ich für ein paar Tage beruflich in München, genauer gesagt auf einer Messe. Die ging bis Samstagnachmittag, und da bot es sich an, den Münchener Freunden einen Besuch abzustatten und den Aufenthalt bis zum Sonntagabend zu verlängern. Also quasi ein 24-Stunden-Mini-Urlaub in der bayerischen Hauptstadt. Und der wurde, dank der und mit den Freunden, optimal genutzt!

Am Samstagabend waren wir in der Österia, einem – das war jetzt wirklich nicht schwer zu erraten – österreichischen Restaurant, in dem man nicht nur sehr gut essen, sondern auch Weine, Spirituosen und andere Leckereien aus dem Süden kaufen kann. Und das in sehr, sehr schöner Atmosphäre. Ein Besuch lohnt sich!

Am Sonntag sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück bei schönstem Sonnenschein an den verschneiten Ufern der Isar spazieren gegangen. Nach gut zwei Stunden froren zwar langsam die Gesichtsmuskeln ein, aber es war so schön draußen, da konnte man das verschmerzen. Im wahrsten Sinne des Wortes. 😉

dsc04684_web

Nach einem Kaffee zum Aufwärmen im Café Bald Neu (und einem weiteren bei meinen Gastgebern) ging es dann in Richtung Audi Dome – der FC Bayern Basketball spielte gegen die Telekom Baskets Bonn. Ich wollte ohnehin schon lange mal ein BBL-Spiel live sehen, somit rannte der Vorschlag bei mir offene Türen ein. Von unseren Plätzen in der 5. Reihe hatten wir einen super Blick auf das Spielfeld. Und auf die gesammelte Prominenz (Sammer, Hoeneß, Buschmann, Pesic) auf der VIP-Tribüne.  Aber natürlich hauptsächlich auf das Spielgeschehen, das viel Spaß gemacht  hat und viel Unterhaltungswert bot. Ist einfach ein toller Sport. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

dsc04712web

Danach ging es dann für mich auch schon wieder Richtung Flughafen, wo ich beim Einchecken meines Handgepäcks noch ein sehr nettes Gespräch mit den Mitarbeitern am Band hatte, inklusive Ausblick auf den Super Bowl. Und schon waren die 24 Stunden Freizeit in München vorbei. Schön war es!

Alltag und Kultur Award 2016: Die Konzerte

Während in unserem TV via YouTube die Live-Übertragung der Elbphilharmonie läuft (wie geil ist das denn bitte?), kommt hier der letzte Rückblick auf das vergangene Jahr. Passenderweise führt er uns in die Clubs, Konzerthallen, Festivallocations und ja, auch in ein Konzerthaus. Zwar waren es insgesamt eher weniger besuchte Konzerte, aber dank drei Festivals gab es trotzdem jede Menge Bands zu sehen und zu hören. Die 15 besten und prägendsten Konzerte kommen hier:

  • Who Killed Bruce Lee, FZW Dortmund: Der (Überraschungs-)Sieger 2016. Überraschung deshalb, weil ich bis kurz vor dem Konzert nie von ihnen gehört hatte. Und dann wurden wir einfach umgehauen von so viel Kraft, Energie, toller Ausstrahlung und natürlich guter Musik. Fast auf den Tag genau ein Jahr später werden wir sie an gleicher Stelle wiedersehen – ein Konzert, das ich hiermit jedem ans Herz legen kann.
img_20160312_214308

Who Killed Bruce Lee

  • Yak, Spiegeltent Haldern Pop: Im Vorfeld fast genauso unbekannt wie WKBL, hinterher genauso begeistert. Nur anders, weil musikalisch anders. Das Highlight des Festivals für mich, und die Begeisterung hält immer noch an.
  • The Ukulele Orchestra of Great Britain, Konzerthaus Dortmund: Ganz klar der größte Konzertspaß 2016. Sieben Frauen und Männer, Ukulelen und Stimmen, Songs aus allen Richtungen. Und natürlich machen die nicht nur Spaß, sondern sind auch ausgezeichnete Musiker.
  • Matt Wilde, Zeche Carl Essen: Young Rebel Set sind nicht mehr, aber zum Glück bleibt ihre Stimme erhalten. Matt Wilde spielt seine Songs jetzt solo (bzw. mit zweiter Gitarre als Begleitung), und sie sind zum Glück weiterhin grandios. Ganz besonders in einem so intimen Rahmen wie im Foyer der Zeche Carl.
  • Die Höchste Eisenbahn, Zeche Carl Essen: Im etwas größeren Raum, aber dennoch wunderschön war das Konzert der Höchsten Eisenbahn.
  • Otherkin, FZW Dortmund (Way Back When): Noch eine mir bis dato ziemlich unbekannte Band, noch ein Festivalhighlight: Otherkin aus Irland. Dieses Jahr kommt das Debutalbum – ich bin gespannt!
img_20160929_205611

Auf der Bühne mit Otherkin!

  • Bernd Begemann, Sissikingkong Dortmund: Der Meister war in Hochform und spielte (Pause mit eingerechnet) jede Menge Hits in gut 3,5 Stunden – und warum auch nicht, es war ja ein Freitagabend.
  • Tocotronic, FZW Dortmund (Way Back When): Noch mehr gut aufgelegte (Alt-)Meister! Umso bedauernswerter, dass es eines der letzten Konzerte auf unbestimmte Zeit war, denn das war wirklich großer Sport!
  • Augustines, FZW Dortmund (Way Back When): Ebenfalls auf Abschiedstournee, ebenfalls voller Energie und guter Laune. Eine richtig tolle Show!
  • Jungle By Night, Lagerhalle Osnabrück (Popsalon): Jede Menge Musiker, viele Instrumente, kein Gesang. Macht: Euphorie und gute Laune
  • We Were Promised Jetpacks, FZW Dortmund (Way Back When): Die Jetpacks sind so großartig, und zwar jedes Mal aufs Neue. Die könnte ich mir monatlich angucken, ohne dass es mir so schnell langweilig wird!
  • Motorama, Lagerhalle Osnabrück (Popsalon): Wenn Joy Division sich vor wenigen Jahren gegründet hätten und aus Russland kämen, dann käme ungefähr Motorama raus. Und live war das ziemlich sehr cool!
  • Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, The Tube Düsseldorf: Immer ein Garant für einen gelungenen Konzertabend. So auch im Januar 2016, als sie unser Konzertjahr eröffneten.
  • Ben Caplan & The Casual Smokers, Hauptbühne Haldern Pop: Was. Für. Eine. Stimme. Dazu ne gute Begleitband und gute Songs, macht ein hervorragendes Konzert an einem Festivalnachmittag (!).
  • Jamie Lidell & The Royal Pharaos, Kantine Köln: Jamie Lidell ist einfach ein cooler Typ, der in diesem Fall eine hervorragende Soulband im Gepäck hatte. Selbst das eigenartige Publikum in der Kantine konnte diesen Sonntagabend nicht wirklich tr

Und die nächsten Konzerte stehen schon unmittelbar vor der Tür, denn in diesem Jahr beginnt die Festivalsaison für uns sehr früh: Am kommenden Samstag warten die Cardinal Sessions im Kölner Gebäude 9. Vorfreude!

Rückblick auf und Premieren in 2016

Was ist, wenn es nicht an 2016 liegt, sondern daran, dass unsere Idole mittlerweile in einem Alter sind, in dem das Sterben immer wahrscheinlicher wird? Das ist die sinngemäße Zusammenfassung eines Tweets, den ich neulich gelesen habe und der natürlich den Nagel auf den Kopf trifft. Als Generation zwischen 25 und 45 sind unsere (Kindheits-)Idole nun einmal meistens ca. 20+ Jahre älter als wir – mal ausgenommen aktuelle Sport- und Showbusinessstars. Und das erhöht die Wahrscheinlichkeit – na Sie wissen schon… Einem Jahr dafür die Schuld zu geben ist fast noch absurder, als jemanden nach seiner Herkunft zu beurteilen und in eine Ecke zu stellen. Auch wenn es natürlich das Einfachste ist. Wie es ja überhaupt (nicht erst) in 2016 immer mehr in Mode zu kommen schien, alles immer möglichst einfach darzustellen und gegeneinander auszuspielen. In dieser Hinsicht, so ganz allgemein, war das vergangene Jahr ein eher besorgniserregendes.

Für mich ganz persönlich war 2016 dagegen kein schlechtes Jahr. Im Gegenteil. Ich habe unter anderem

  • tolle (neue) Orte gesehen und kennengelernt. Neu waren z.B. Riga (wunderschön), das Ahrtal (ebenso) oder die dänische Halbinsel Als, und dort insbesondere Nordborg-Købingsmark (dito!), und noch einige Orte mehr;
  • habe mit vielen lieben Menschen freudige Anlässe wie Hochzeiten oder Geburtstage gefeiert, schöne Sachen unternommen oder einfach nur nett zusammengesessen;
  • habe neue Dinge gemacht, ausprobiert und erlebt: zum Beispiel mit einem Alpaka spazieren gehen – das kann ich vorbehaltlos empfehlen, es war wunderbar herrlich; möglich ist das bei Daniels kleiner Farm in Castrop-Rauxel.
dsc04222

Mein Alpaka-Freund Hurricane 😉

  • Ich war als Zuschauer bei einem Profi-Darts-Turnier der Professional Darts Corporation (PDC), was Spaß gemacht hat und interessant war.
  • Ich habe bei der Trilogy Challenge mitgemacht, eine weltweite Disc Golf Turnierserie, die in Lünen von den Ruhrpott Putters hervorragend organisiert wurde. Freue mich schon auf die nächste Ausgabe!
  • Ich war beim Weihnachtsflair auf Schloss Bodelschwingh und beim milttelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt im Fredenbaumpark, was beides sehr schön und atmosphärisch war.
dsc04402

Tolle Atmosphäre: Der Lichter Weihnachtsmarkt

  • Ich hatte viele schöne Konzertmomente mit bekannten Helden und neuen Bands. Neu dabei waren z.B. die fantastischen Who Killed Bruce Lee, das grandiose Ukulele Orchestra of Great Britain, Otherkin, Yak, Motorama oder Jungle By Night.
  • Es gab tolle Bücher und Lesungen, Museumsbesuche, neue Alben und feine Ausflüge, einige gute Filme und schöne Ausstellungen. Es gab sogar eine Sneaker Convention, was auch in vielerlei Hinsicht interessant war. Und auch eine Premiere. Genauso wie das Eintauchen in die Welt der Streamingdienste (als wahrscheinlich einer der letzten Menschen…): Hallo Netflix, hallo DAZN!

Es gab also viel neues zu tun und entdecken. Und das ist gut so. Wie schrieb Frau Nessy so treffend: „Man sollte immer ausreichend Dinge zum ersten Mal tun.“ Sehe ich genauso, halte ich genauso. Die ersten Dinge dazu sind für 2017 schon gebucht und geplant, und oft kommt ja auch spontan noch das eine oder andere dazu. Und ich freue mich drauf.