Archiv der Kategorie: Sportlich

Hej Kopenhagen: Hingehen, angucken, machen

Neben den kulinarischen Highlights hat Kopenhagen natürlich auch jede Menge tolle Bauwerke, Plätze und Sehenswürdigkeiten. Auf die „klassischen“ Ziele will ich hier gar nicht eingehen – eine exzellente Auswahl und Beschreibung findet ihr nämlich hier.

Heute soll es um einige Sehenswürdigkeiten gehen, die vielleicht weniger im Fokus der handelsüblichen Reiseführer stehen (oder dort zumindest eher beiläufig erwähnt werden), die den bekannten Attraktionen aber quasi in nichts nachstehen und allemal einen Besuch wert sind.

Fangen wir an mit Superkilen. Dieser Kunst- und Skulpturenpark im Stadtteil Nørrebro ist ziemlich außergewöhnlich. Nicht nur, dass die Kunstwerke begeh- und erlebbar sind – nein, das Ganze befindet sich auch mitten im Wohngebiet. Und: Die Kunstwerke stammen von Künstlern aus der ganzen Welt und sollen ein Zeichen für Diversität setzen. Ein tolles Projekt mit einem tollen Hintergrund.

DSC05073w

Superkilen

Eine vielleicht etwas spezielle Sehenswürdigkeit ist der Disc Golf Kurs im Valbyparken. Dieser mit Sicherheit auch selbst sehenswerte Park liegt südwestlich von der Innenstadt und ist mit dem Fahrrad super zu erreichen. Der Kurs ist toll angelegt und für einen Hobbyspieler ganz schön anspruchsvoll, vor allem an einem windigen Tag wie wir ihn hatten. Den weiteren Park haben wir zwar nicht explizit in Augenschein genommen, aber das, was wir gesehen haben, machte einen schönen Eindruck.

DSC05319w

Valbyparken

Das Stichwort „Fahrrad“ ist vielleicht keine wirkliche Sehenswürdigkeit, aber auch eine Sache, die man in Kopenhagen machen sollte. Kopenhagen ist eine Fahrradstadt! Radwege, die so breit sind wie Autospuren – und zwar nahezu flächendeckend. Ein Traum! Und die Stadt ist kompakt genug, dass man mit dem Rad zügig überall hinkommt. Plus: Leihfahrräder sind, wenn man sich die sonstigen Preise so anschaut, wirklich günstig.

DSC05197w

NICHT mein Leihfahrrad. Aber auch sehr schön.

Mit denen kann man zum Beispiel auch an ein paar coole Plätze fahren. Zum Beispiel zum Enghave Plads in Vesterbro, an dem es ja nicht nur, wie neulich berichtet, einen tollen Plattenladen gibt, sondern auch jede Menge Cafés und Restaurants, einen kleinen Skatepark und, wenn die Baustelle (bestimmt bald) weg ist, auch genug Raum zum Entspannen. Man kann da jedenfalls jetzt schön sehr schön mit einem Bier in der Sonne sitzen.

DSC05067w

Enghave Plads

Oder man fährt zum Gråbrødretorv. Der liegt zwar ziemlich zentral in der Innenstadt, ist aber trotzdem erstaunlich ruhig. Und außerdem sehr, sehr schön. Es steht eine riesige Platane darauf, rundherum sind hübsche, alte Häuser. Fast als würde man auf einem Gemälde von Kopenhagen herumlaufen.

DSC05349w

Gråbrødretorv

Wirklich schön ist es übrigens auch in Nørrebro. Aber dazu hier gibt es schon einen feinen, treffenden Reisebericht. Also gibt es zum Abschluss noch einen Buchtipp obendrauf: Einige der beschriebenen Ziele (und natürlich viele weitere lohnenswerte) findet man (nicht nur) in dem Reiseführer (also doch!) CitiX60 Copenhagen (auf Englisch). In dieser Reihe beschreiben Einwohner der Stadt – meistens Leute, die im weitesten Sinne in der Kreativbranche tätig sind – Orte, die sie für besonders sehenswert halten. Diese Reiseführer sind sehr liebevoll gestaltet und auch für andere Städte erhältlich.

24 Stunden in München

Kürzlich war ich für ein paar Tage beruflich in München, genauer gesagt auf einer Messe. Die ging bis Samstagnachmittag, und da bot es sich an, den Münchener Freunden einen Besuch abzustatten und den Aufenthalt bis zum Sonntagabend zu verlängern. Also quasi ein 24-Stunden-Mini-Urlaub in der bayerischen Hauptstadt. Und der wurde, dank der und mit den Freunden, optimal genutzt!

Am Samstagabend waren wir in der Österia, einem – das war jetzt wirklich nicht schwer zu erraten – österreichischen Restaurant, in dem man nicht nur sehr gut essen, sondern auch Weine, Spirituosen und andere Leckereien aus dem Süden kaufen kann. Und das in sehr, sehr schöner Atmosphäre. Ein Besuch lohnt sich!

Am Sonntag sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück bei schönstem Sonnenschein an den verschneiten Ufern der Isar spazieren gegangen. Nach gut zwei Stunden froren zwar langsam die Gesichtsmuskeln ein, aber es war so schön draußen, da konnte man das verschmerzen. Im wahrsten Sinne des Wortes. 😉

dsc04684_web

Nach einem Kaffee zum Aufwärmen im Café Bald Neu (und einem weiteren bei meinen Gastgebern) ging es dann in Richtung Audi Dome – der FC Bayern Basketball spielte gegen die Telekom Baskets Bonn. Ich wollte ohnehin schon lange mal ein BBL-Spiel live sehen, somit rannte der Vorschlag bei mir offene Türen ein. Von unseren Plätzen in der 5. Reihe hatten wir einen super Blick auf das Spielfeld. Und auf die gesammelte Prominenz (Sammer, Hoeneß, Buschmann, Pesic) auf der VIP-Tribüne.  Aber natürlich hauptsächlich auf das Spielgeschehen, das viel Spaß gemacht  hat und viel Unterhaltungswert bot. Ist einfach ein toller Sport. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

dsc04712web

Danach ging es dann für mich auch schon wieder Richtung Flughafen, wo ich beim Einchecken meines Handgepäcks noch ein sehr nettes Gespräch mit den Mitarbeitern am Band hatte, inklusive Ausblick auf den Super Bowl. Und schon waren die 24 Stunden Freizeit in München vorbei. Schön war es!

Love the darts

Wenn mir vor einem Jahr, ach was, vor zwei Wochen jemand gesagt hätte, ich würde die Darts-WM live im TV verfolgen, ich hätte wahrscheinlich erstmal ein paar Minuten gelacht. Ein bisschen schmunzeln muss ich darüber immer noch – da spielen Männer mit stattlichen Wampen ein Spiel, das ich entweder aus der Kneipe kenne oder als Kind im heimischen Garten gespielt habe. Und dann STEHE ich beim letzten Satz des Finales vor dem Fernseher, weil es so spannend ist!

Ich habe beileibe nicht das ganze Turnier verfolgt. Eher zufällig bin ich beim Viertelfinale zwischen Raymond van Barneveld und Stephen Bunting eingestiegen. Das war gleich superspannend und sympathisch obendrein. Von den Halbfinals habe ich auch nicht viel gesehen, beim Finale bin ich dann im fünften Satz eingestiegen. Und auf dem Sofa kleben geblieben. Bis zum letzten Satz natürlich, siehe oben. Und habe, da ich ja immer ein bisschen für den Underdog bin, Gary Anderson die Daumen gedrückt.

Ob man das jetzt als Sport bezeichnet – also das Darts selbst, nicht das Schauen im TV – ist ja jedem selbst überlassen. Aber einfach ist das bestimmt nicht, in diesem altehrwürdigen Alexandra Palace (wir alten Insiderhaudegen sprechen natürlich vom „Ally Pally“…) mit 2.500 grölenden, oft kostümierten und wahrscheinlich noch öfter alkoholisierten Fans (das sieht tatsächlich schon sehr nach Oktoberfest oder Karneval aus) im Rücken konzentriert die Pfeile auf die Scheibe zu werfen. Starke Nerven braucht man da auf alle Fälle.

Und auch weiterhin werde ich jetzt nicht gezielt Darts schauen, auch wenn Sport1 da wohl öfter was im Angebot hat. Aber die WM, die immer zwischen Weihnachten und den ersten Januartagen stattfindet, die merke ich mir mal vor. Das ist nämlich wirklich spannend, ob Sport oder nicht. Und dann heißt es wieder: Stand up if you love the darts!

Wie ich einmal das (vielleicht) beste UEFA-Cup-Endspiel aller Zeiten versäumte

Nach dem gestrigen Finale der Europa League hat 11 Freunde heute auf der Website ein Video gepostet, in dem das Finale aus dem Jahr 2001 zusammengefasst. Damals hieß der Wettbewerb noch UEFA-Cup bzw. UEFA-Pokal und das Finale wurde im Dortmunder Westfalenstadion ausgetragen. Quasi vor der Haustür. Gegenüber standen sich der ruhmreiche Liverpool FC und der relativ kleine spanische Klub Deportivo Alavés, der, soweit ich mich erinnere, gerade international einen tollen Offensivfußball zeigte.
Nach einer kurzen Recherche lässt sich herausfinden: Im Stadion waren damals gerade einmal etwas mehr als 48.000 Zuschauer. Jetzt weiß ich nicht, ob die Kapazität damals schon so hoch war wie heute, aber das heißt, dass noch locker 20.000 Leute Platz gefunden hätten. (Stehplätze gab es damals international auch schon nicht mehr, glaube ich)
Das „Schlimme“ daran: Ich hätte ganz leicht einer von diesen 20.000 sein können. Anders als heute waren die Karten damals ganz bequem zu bekommen und vor allem – für ein Spiel dieser Kategorie – nahezu spottbillig. (An den genauen Preis erinnere ich mich nicht, aber selbst als angehender Student wäre das damals für mich kein Hinderungsgrund gewesen, so viel weiß ich noch) Aus irgendeinem Grund aber bin ich nicht zu diesem Spiel gegangen. Keine Ahnung, was mich da geritten hat. Ich vermute mal, dass es ebenfalls ein Mittwoch war und ich selbst beim Training war. Oder ich hatte etwas anderes vor, was immer das auch gewesen sein könnte. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, was ich von dem Spiel, wäre ich dabei gewesen, wohl kaum sagen würde.
Was für eine Ignoranz, eine Dummheit! Darüber habe ich mich schon so oft geärgert, und ganz besonders kommt der Gedanke natürlich immer dann, wenn wieder ein Endspiel um diesen Pokal stattfindet. Aber anscheinend habe ich das damals nicht so ganz geschnallt, was für eine seltene Gelegenheit das war. Denn eins ist sicher: Auch wenn ein solches Endspiel mal wieder in der Nähe stattfindet – so einfach und günstig wird es nie wieder werden, live dabei zu sein. Und dann noch bei einem solchen Spiel! Verlängerung, neun (9!) Tore, zwei gelb-rote Karten, das Golden Goal (gab’s damals auch noch) ein Eigentor in der 117. Minute. Stars wie Steven Gerrard, Robbie Fowler, Sami Hyypiä sowie die deutschen „Legionäre“ Babbel und Didi Hamann. Ganz zu schweigen von XL-Trikots und absurd schnauzbärtigen Spaniern auf der Trainerbank. Ich könnt mich heute noch ohrfeigen.
Aber nützt ja nix, ich hab es damals eben verbaselt und muss mir daher heute (mal wieder) wehmütig die Bilder dieses aufregenden Spiels ansehen. Viel Spaß dabei! (Leider ist die Bildqualität ein bisschen mau)

Klebefieber, oder: Was macht eigentlich Hans van Breukelen?

Im Jahr 1988 erreichte sie den frühen Zenit: meine Leidenschaft für Panini-Sammelbilder. Die Fußball-Europameisterschaft fand in Deutschland statt, und mein siebenjähriges Ich investierte (gefühlt) das komlette Taschengeld in die Tütchen mit Klebebildern. Keine Ahnung, was die damals gekostet haben, aber ich kann mich noch erinnern, dass ich einmal zwei Mark (die älteren werden sich erinnern), die ich irgendwo her zusätzlich bekommen hatte, geschlossen in Paninibilder investiert habe und meine Mutter darüber einigermaßen sauer war. Konnte ich nicht verstehen.

Leider weiß ich heute nicht mehr, wo das Album – irgendwie habe ich es damals geschafft, das Ding tatsächlich voll zu kriegen, es müssen frühe Tauschbörsen auf dem Grundschulhof stattgefunden haben – heute ist. Ich hoffe, es ist irgendwo im Keller meiner Eltern archiviert, befürchte aber gleichzeitig, dass es irgendwann mal verschütt gegangen ist. Geblieben ist auf jeden Fall, für immer und auslöschlich, der Name Hans van Breukelen, seinerzeit Nationaltorwart der später siegreichen Niederlande. Er war unter den letzten, die mir noch fehlten und wurde so zum Symbol der Sehnsucht, das Heft endlich voll zu bekommen. Was habe ich mich gefreut, als ich ihn endlich einkleben konnte. Geblieben ist auch eine stille Sympathie für die niederländische Nationalmannschaft und die Tatsache, dass Marco van Basten noch immer zu meinen All-time-Lieblingsfußballern gehört.

Danach hat mich die Sammelleidenschaft nie wieder so richtig gepackt. Ich hatte bestimmt das eine oder andere Album (kann ich aber an kein konkretes erinnern), und ich weiß auch, dass ich immer mal wieder Sammelbilder hatte. Man brauchte ja auf dem Schulhof weiter Ware zum Tauschen oder Schangeln (in anderen Sprachkreisen auch als ditschen, kitschen, fuchsen, pinschern o.ä. bekannt, sagt Wikipedia) . Aber so ernsthaft wie 1988 war es mir damit nie mehr.

Bis 2013. Bis die 11 Freunde bei einer ihrer Ausgaben für die Abonnenten ein Sammelalbum mit Fußballklassikern beiliegen hatten. Da war ich, der sich auch von den üblichen WM- und EM-Stickerhypes nie anstecken ließ, sofort Feuer und Flamme. Und ich hatte das Album, auch dank der hervorragenden Online-Tauschbörse auf der 11 Freunde-Website, relativ schnell voll, hurra! (Und sogar einen Bezug zum 1988er-Album bzw. -Turnier gibt es darin!)

20140129_152958 20140129_153022 20140129_153052

Und damit es nicht langweilig wird, geht es nahtlos weiter. Denn seit kurzem gibt es eben solche Paninibilder vom Ruhrgebiet: Seit Mitte Januar kann man also nun Bilder von Städten, Menschen, Dingen und wasweißichnichtnochalles aus dem Revier sammeln. Revier sammelt Revier. Wir standen beim Einkaufen davor, schauten uns an – und gekauft war das Album und die ersten Sticker. Und bevor jetzt Einwände kommen: Ja, ich weiß, dass das alles gesponsert ist und eine Werbekampagne der beteiligten Unternehmen – ist ja nicht so, als wäre das im Album nicht deutlich zu erkennen. So what! Macht trotzdem Spaß.

20140121_20003620140121_19532020140125_145408

Falls übrigens jemand Doppelte tauschen möchte – immer her damit! Und falls jemand noch einen Packen Bilder für ein 11 Freunde-Album braucht – immer bescheid sagen! Ich schaue jetzt nach, was Hans van Breukelen heute so macht…