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Gehört und gesehen: Jen Cloher, Maschinchen Buntes, Witten

Wo ich Jen Cloher „aufgeschnappt“ habe, weiß ich gar nicht mehr genau. Ich glaube, es war auf dem Instagram-Channel von Courtney Barnett. Was realistisch erscheint, weil die beiden ein Paar sind. Und da ich deren Musik einfach großartig finde, hab ich gedacht: Hörste mal rein. Und siehe an: Da sind durchaus Parallelen zu erkennen, auch wenn man Cloher anhört, dass sie ein paar Jahre älter ist und ihre Musik (auf Platte) insgesamt ein wenig ruhiger ist. Vor allem aber ist sie sehr gut.

Und dann sehe ich vor ein paar Tagen durch Zufall: Jen Cloher spielt mit ihrer Band (inkl. Courtney Barnett an der Gitarre) in Witten. Witten! Nicht nur ich finde einen Tourplan witzig, der sich in etwa so liest: Paris, Berlin, Witten, Amsterdam… Auch die Veranstalter des Vereins Maschinchen Buntes, unter ihnen offenbar einige große Fans des Milk! Records Labels, haben daran ihren Spaß.

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Jen Cloher und Band

Ich beschließe also relativ spontan hinzufahren, sogar ausnahmsweise allein. Obendrein ist das Konzert sogar noch kostenlos (was mit dem Status als gemeinnütziger Verein zusammenängt). Gespannt stehe ich also in der zur Kulturlocation umgebauten ehemaligen Kneipe und warte. Bis auf ein paar Durchläufe bei Spotify bin ich ja quasi unbefangen.

Um es vorwegzunehmen: Es ist eines der besten Konzerte des Jahres (auch wenn da noch das eine oder andere kommt). Vom ersten Moment an bin ich begeistert: von der Band, von Clohers Texten, von der Musik, die wesentlich druckvoller daherkommt als auf dem Album. Das ich mir natürlich trotzdem gekauft habe – sicherheitshalber schon während der Pause.

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Symbolbild laute Gitarren 😉

Moment, Pause? Bei einem Rockkonzert? Jawohl. Und zwar, damit in dieser Pause der Hut für die KünstlerInnen rumgehen kann, bevor nach Konzertende alle schnell in die Nacht verschwinden. Eine super Idee! Cloher und ihre Band, bestehend aus besagter Courtney Barnett sowie Drummerin Jen Sholakis und Bassist Bones Sloane, finden das auch. Cloher ist überhaupt zum ersten Mal außerhalb von Australien auf Tour und ehrlich begeistert von der Resonanz. (Entgegen meiner ersten Befürchtung ist der Laden gut gefüllt, und der Hut war es hoffentlich auch) Es gibt Songs von der aktuellen Platte, ältere Songs, eine Coverversion der Go-Betweens (natürlich ebenfalls Australier), und während dessen laufend glückliche Gesichter vor und auch auf der Bühne.

mde

Um 22 Uhr ist dann endgültig Schluss, länger darf wohl dort auch nicht gespielt werden. Am Merch-Stand herrscht Hochbetrieb (gut, dass ich schon vorgesorgt habe), und man sieht viele zufriedene Gesichter und nickende Köpfe.  Das war ein wirklich lohnenswerter Ausflug nach Witten. Spontane Ideen sind eben oft gut.  Wie die Musik von Jen Cloher.

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